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Briloner Bürgerstiftung fördert Projekte in der Kernstadt und in den Dörfern

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Von: Stefanie Schümmer

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Zwei Schecks halten die Mitglieder des Vorstands und des Kuratoriums in den Händen: die Gesamtfördersumme (li.) und die Fördersumme der Jahre 2017 und 2018. Foto: S. Reinelt
Zwei Schecks halten die Mitglieder des Vorstands und des Kuratoriums in den Händen: die Gesamtfördersumme (li.) und die Fördersumme der Jahre 2017 und 2018. © Stefanie Reinelt

Brilon. Von Brilonern für Briloner – das ist das Motto der Briloner Bürgerstiftung, die im Herbst 2006 von 40 Privatpersonen und Unternehmen ins Leben gerufen wurde. Diese Gründungsstifter haben mit einem Stiftungsvermögen von 112.000 Euro den Grundstock für die Stiftungsarbeit gelegt. In den Folgejahren konnte das Stiftungskapital durch weitere Zustiftungen auf über eine Million Euro aufgestockt werden. Die Bürgerstiftung feierte im vergangenen Jahr ihr zehnjähriges Bestehen, in diesem Jahr konnte sie ihr 100. Mitglied begrüßen. Grund genug für die Mitglieder des Vorstands und des Kuratoriums über die aktuellen Themen der Stiftung zu informieren.

„Die Bürgerstiftungen in Deutschland stecken noch in den Kinderschuhen“, so Karl-Udo Lütteken, Vorstandsmitglied der Briloner Bürgerstiftung. „Mit 100 Mitgliedern zählt die Briloner Bürgerstiftung zu den Größten ihrer Art in Nordrhein-Westfalen.“

Gesamtfördersumme: 230.000 Euro

Nahezu 100 Projekte förderte die Bürgerstiftung in den vergangenen Jahren – mit 230.000 Euro. Allein 2017 und 2018 wurden elf Projekte von Vereinen und Organisationen aus Brilon und seinen Ortsteilen mit insgesamt 20.500 Euro unterstützt. Neben dem Leuchtturmprojekt, den Briloner Hansetage, die insgesamt bis 2020 14.000 Euro an Fördermitteln erhalten, wurden auch viele Dorfinitiativen gefördert. „Nicht nur Leute aus der Briloner Kernstadt sollen von der Bürgerstiftung profitieren, sondern auch aus den Dörfern“, betont Winfried Dickel, Vorsitzender der Stiftungsversammlung. So erhielt die Dorfgemeinschaft „1000 Jahre Madfeld“ 3000 Euro für die Dorfscheune und der Ortsverein Scharfenberg 1200 Euro für den „Dorfflyer Scharfenberg 2018“.

Auch die Briloner BWT bekam 500 Euro für das Zirkusprojekt ZappZarap. „85 Kinder nahmen 2018 daran teil“, berichtet Thomas Mester. „Wir würden das Projekt gerne nächstes Jahr wiederholen. Wegen der Sommerferien in Bayern sind die Zelte allerdings in Süddeutschland unterwegs.“ 2020 soll der Zirkus aber wieder angeboten werden.

Die Zwecke, die die Bürgerstiftung unterstützt, reichen von Bildung und Erziehung über Kunst und Denkmalpflege bis hin zu Völkerverständigung in der Region Brilon. „Wichtig ist, dass die Projekte nicht nur einer Einzelperson zugute kommen und, dass sie sich in Brilon befinden“, erklärt Vorstandsmitglied Burkhard Wieseler. „Der überwiegende Teil der Anträge wurde bisher positiv bewertet, auch wenn nicht immer die volle Summe, die beantragt wurde, bereitgestellt wird.“

„Jeder Euro bleibt vor Ort“

Die Aufgabe der Bürgerstiftung ist nun, ihre Idee noch bekannter zu machen. „Wir müssen auch die jüngeren Generationen begeistern“, so Karl-Udo Lütteken. „Jeder Euro bleibt vor Ort“. Der Beitrag für die Aufnahme in die Stiftung wurde mittlerweile von 1000 auf 500 Euro gesenkt. Nicht nur Einzelpersonen und Unternehmen gehören zu den Stiftern. Auch Vereine und andere Gruppen können durch eine Zustiftung Mitglied werden und sind dadurch „für immer ewig mit der Bürgerstiftung verbunden“, erklärt Lütteken. „Für viele ist der Unterschied zwischen Spende und Stiftung jedoch nicht klar.“ Spenden müssen „zeitnah“ für den Stiftungszweck ausgegeben werden. Demnach müssen Spenden schnell in Projekte fließen und werden somit verbraucht.

Zustiftungen hingegen sind „Spenden in den Vermögensstock“ der Stiftung. Stiftungen müssen ihr Vermögen erhalten und dürfen nur die Erträge des Vermögens für Förderprojekte verwenden. Eine Zustiftung wird also dem Stiftungsvermögen zugefügt und bleibt somit ewig erhalten. „So kann noch nach Jahrhunderten mit den Erträgen der Stiftungszweck nachhaltig gefördert werden. Für eine Stiftung sind beide Säulen wichtig.“

Zu den aktuellen 100 Stiftern gehört die Brilonerin Marita Lütcke, die auch beim Pressegespräch anwesend war. Sie ist zusammen mit ihrem Jahrgang 1943/44 passend zum 75. Geburtstag 100. Mitglied geworden. „Wir wollten als Jahrgang etwas auf die Beine stellen“, erzählt Marita Lütcke. „Mir ist es ein großes Anliegen eine Stiftung vor Ort zu fördern, vor allem die Jugend, da ich selbst 30 Jahre in der Berufsberatung für behinderte Menschen gearbeitet habe.“ Und auch das 101. Mitglied steht schon fest: Vorstandsmitglied Markus Schwermer, Geschäftsführer der Stiemert Duschglas GmbH, verkündete, dass das Unternehmen ebenfalls Stifter werden wird.

Weitere Infos 

Förderung 2017 und 2018

Hansetage 2020 (Unterstützung der Hansetage): insgesamt 14.000 Euro

Dorfgemeinschaft „1000 Jahre Madfeld“ (Projekt Dorfscheune): 3000 Euro

Männerchor Brilon 1868 (Jubiläum 150 Jahre): 1500 Euro

Förderverein Kindergarten und Familienzentrum St. Maria (Unterstützung für den Kauf eines Spielgerätes): 1500 Euro

Modellflug-Club Brilon (Förderung der Jugendarbeit im Modellbau): 1300 Euro

Ortsverein Scharfenberg (Dorfflyer 2018): 1200 Euro

Förderverein Ratmersteinschule (Kletterwand): 1000 Euro

Briloner Amateur Radio Club (Aufbau einer Jugendgruppe): 1000 Euro

Elternititaive Rappelkiste (´Neubau eines „Tippis“ für das Außengelände): 1000 Euro

Brilon BWT (Projekt Zirkus): 500 Euro

Semper Idem (Projekt Semper Idem): 500 Euro

Gesamtförderung: 20.500 Euro

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