"Von Bürgern für Bürger"

Briloner Bürgerstiftung informiert über gemeinnützige Projekte und aktuelle Themen

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Den Scheck über die Gesamtfördersumme von 240.000 Euro, das Gütesiegel und die neuen Stifterurkunden halten die Mitglieder des Vorstands und des Kuratoriums der Briloner Bürgerstiftung in den Händen.

Brilon - 240.000 Euro – Das ist die Gesamtfördersumme, die die Briloner Bürgerstiftung seit ihrer Gründung vor 13 Jahren in gemeinnützige Projekte vor Ort investiert hat. Trotzdem kennen viele Bürger „ihre“ Stiftung und die damit verbundenen Möglichkeiten gar nicht. Das soll sich ändern. Deshalb informierten die Mitglieder des Vorstands und des Kuratoriums beim Pressegespräch am vergangenen Mittwoch über die aktuellen Themen rund um die Bürgerstiftung.

Die Briloner Bürgerstiftung gehört zu den Größten ihrer Art in Nordrhein-Westfalen“, berichtet Karl-Udo Lütteken, Vorstandsmitglied der Briloner Bürgerstiftung, stolz. Erst im vergangenen Jahr konnte sie ihren 100. Stifter begrüßen (SauerlandKurier berichtete). Unter dem Motto „Von Bürgern für Bürger“ wurde sie im Herbst 2006 von 40 Privatpersonen und Unternehmen ins Leben gerufen. Diese Gründungsstifter haben mit einem Stiftungsvermögen von 112.000 Euro den Grundstock für die Stiftungsarbeit gelegt. In den Folgejahren konnte das Stiftungskapital durch weitere Zustiftungen auf aktuell über eine Million Euro aufgestockt werden. NRW hat insgesamt ein Stiftungskapital von 94 Millionen Euro. „Da macht unsere Stiftung schon einen erheblichen Teil von aus“, freut sich Lütteken. 

Doch was ist überhaupt ein Stifter? 

Die Stifter bauen gemeinsam das Stiftungskapital der Briloner Bürgerstiftung auf. Der Beitrag für die Aufnahme in die Stiftung wurde vor zwei Jahren von 1000 auf 500 Euro gesenkt. Nicht nur Einzelpersonen und Unternehmen gehören zu den Stiftern. Auch Vereine und andere Gruppen können durch eine Zustiftung Mitglied werden und sind dadurch „für immer ewig mit der Bürgerstiftung verbunden“, erklärt Lütteken. Als Stifter wird man Mitglied der Stifterversammlung und über alle Aktivitäten der Stiftung ausführlich informiert.

Zudem besteht die Möglichkeit, die Bürgerstiftung durch ein Vermächtnis oder eine Erbschaft zu unterstützen. In der Vergangenheit gab es bereits fünf Zustiftungen aus Testamenten. Ganz neu ist seit diesem Jahr, dass jeder Stifter eine Urkunde erhält. Diese Urkunden werden nun auch rückwirkend an alle Stifter und Gründungsmitglieder verteilt. Gastgeber Heinz Voss (in seinem Familienunternehmen Voss - Die Blechprofis in Madfeld fand das Pressegespräch statt) gehörte zu den ersten, die von dem Vorstandsmitglied Burkhard Wieseler eine Urkunde ausgehändigt bekamen. 

Was ist der Unterschied zur Spende? 

Neben der Zustiftung gibt es auch die Möglichkeit zu spenden. Der Unterschied ist, dass Spenden in jeder Höhe möglich sind. Lütteken: „Jeder Cent hilft. Denn viele kleine und mittlere Spenden zeigen zusammen große Wirkung.“ Spenden müssen „zeitnah“ für den Stiftungszweck ausgegeben werden. Demnach müssen Spenden schnell in Projekte fließen und werden somit verbraucht. 

Zustiftungen hingegen sind „Spenden in den Vermögensstock“ der Stiftung. Stiftungen müssen ihr Vermögen erhalten und dürfen nur die Erträge des Vermögens für Förderprojekte verwenden. Eine Zustiftung wird also dem Stiftungsvermögen zugefügt und bleibt somit ewig erhalten. „So kann noch nach Jahrhunderten mit den Erträgen der Stiftungszweck nachhaltig gefördert werden. Für eine Stiftung sind beide Säulen wichtig.“ Das Stiftungsvermögen beträgt (Stand 2018) genau 1.046.116, 16 Euro. 

Welche Projekte werden gefördert? 

Über 100 Projekte förderte die Bürgerstiftung in den vergangenen 13 Jahren. Darunter waren auch mehrere Leuchtturmprojekte wie die Unterstützung für den Briloner Bürgerbus (das Startprojekt), Hilfe beim Bau eines Kletterturms der Jugendherberge und Förderung der Hansetage 2020, die insgesamt bis 2020 14.000 Euro an Mitteln erhalten. 2018 wurden zwölf Projekte von Vereinen und Organisationen aus Brilon und seinen Ortschaften mit insgesamt 19.500 Euro unterstützt (siehe Kasten). „Nicht nur Leute aus der Briloner Kernstadt sollen von der Bürgerstiftung profitieren, sondern auch aus den Dörfern“, betont Winfried Dickel, Vorsitzender der Stiftungsversammlung. 

Dass die Spenden auch garantiert ankommen und in gemeinnützige Projekte fließen, zeigt das Gütesiegel des Bundeverbandes Deutscher Stiftungen, das die Briloner Bürgerstiftung Anfang des Jahres für weitere drei Jahre erhalten hat. Für eine erfolgreiche Bewerbung müssen Bürgerstiftungen neben der Zweckvielfalt und der lokalen Ausrichtung der Stiftungsarbeit insbesondere die Unabhängigkeit der Stiftung von politischen Gremien und einen strategischen Aufbau des Stiftungskapitals nachweisen. Diese und weitere Kriterien sind in zehn Merkmalen festgeschrieben, die sich Bürgerstiftungen vor mehr als 15 Jahren als Qualitätsmerkmal selbst auferlegt haben. Von den 408 Bürgerstiftungen in Deutschland haben rund 300 dieses Gütesiegel. 

Die Zwecke, die die Bürgerstiftung unterstützt, reichen von Bildung und Erziehung über Kunst und Denkmalpflege bis hin zu Völkerverständigung in der Region Brilon. „Wichtig ist, dass die Projekte nicht nur einer Einzelperson zugute kommen und, dass sie sich in Brilon und seinen Ortschaften befinden“, erklärt Burkhard Wieseler. „In der Regel melden sich Vereine und Organisationen bei mir und suchen das Gespräch, bevor sie einen Antrag stellen. Das reduziert die Absagen.“ Für 2019 sind bereits sieben Anträge eingegangen. „Manchmal fehlt es nur an kleinen Beiträgen, um ehrenamtliche Arbeit zu fördern“, ergänzt Vorstandsmitglied Albert Hillebrand.

Informationen

Weitere Informationen (auch zu den Möglichkeiten, die Briloner Bürgerstiftung zu unterstützen) gibt es unter www.briloner-buergerstiftung.de

Förderung 2018

Unterstützung der Hansetage 2020: 2000 Euro (Rückstellung) 

Dorfgemeinschaft „1000 Jahre Madfeld“ (Projekt Dorfscheune): 3000 Euro 

Schützenbruderschaft St. Hubertus Thülen (Umweltschutz/ Energie): 2500 Euro 

Männerchor Brilon 1868 (Jubiläum 150 Jahre): 1500 Euro 

Förderverein Kindergarten und Familienzentrum St. Maria (Unterstützung für den Kauf eines Spielgerätes): 1500 Euro 

TuS Elmerborg (Umbau Sportheim/ Energieeinsparung: 1500 Euro 

Modellflug-Club Brilon (Förderung der Jugendarbeit im Modellbau): 1300 Euro 

Ortsverein Scharfenberg (Dorfflyer 2018): 1200 Euro 

Förderverein Kita Lummerland (Kletterwand): 1000 Euro 

Briloner Amateur Radio Club (Aufbau einer Jugendgruppe): 1000 Euro 

Elterninitiative Rappelkiste (Neubau eines „Tippis“ für das Außengelände): 1000 Euro 

Rollverein: 2000 Euro Gesamtförderung: 19.500 Euro

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