Erinnerung an den Winter

Briloner Heimatbund – Semper Idem setzt Zeitzeugenreihe fort

Eine Erinnerung an den „Jahrhundertwinter“ 1978/79 ist das Foto von Josef Knickenberg mit seinem Kaltblutgespann.

Brilon. Der Briloner Heimatbund – Semper Idem setzt die Zeitzeugenreihe zur Stadtgeschichte fort. Interessierte treffen sich am Dienstag, 29. Januar, im Museum Haus Hövener.

Derzeit wird in Presse, Funk und Fernsehen an den Winter 1978/79 erinnert. Dieser ging als „Jahrhundertwinter“ in die Geschichte ein. Ein seltenes Zusammentreffen verschiedener Luftmassen löste um die Jahreswende eine Katastrophe aus. Durch nordwestliche Strömung gab es erst große Kälte, die mit darauffolgendem starken Schneefall das gesamte Leben, insbesondere im Norden Deutschlands, zum Erliegen brachte. Auch das Sauerland war betroffen. Einen kleinen Eindruck dieser Zeit vermittelt das Foto aus dem Nachlass von Herbert Schleich: Josef Knickenberg (1925 bis 1999) biegt Anfang Januar mit seinen beiden Kaltblutstuten Erna und Frieda vom Derker Tor her kommend in den Derkerborn ein. Den sonst üblichen Gummiwagen hat er gegen einen zweiteiligen Schlitten eingetauscht, mit dem alle möglichen Materialien bei Schnee und Eis transportiert werden konnten, auch Personen. Dies setzte auf den Straßen eine geschlossene Schneedecke voraus. Gebremst wurde mit einer sogenannten Riemkette, die auf abschüssigen Passagen unter die Kufen gelegt wurde. Dr. Peter Becker, Mitglied des Briloner Heimatbundes – Semper Idem, erinnert sich noch gerne an die sonntäglichen Schlittenfahrten mit Endo zu Heinz und Anni im Gasthof Romberg.

All das und noch viel mehr soll in Erinnerung gerufen werden.

Beim ersten Gesprächstermin/Klönnachmittag am 29. Januar geht es um das Wetter und um alles, was damit zusammenhängt. „Wer erinnert sich noch an Jahre großer Trockenheit, als das Rasensprengen und das Autowaschen verboten waren? Wie war das bei Kommunionfeiern, als die Festgesellschaften im Schnee versanken? Manchmal blieben die Züge in Schneewehen stecken. Schnee war aber auch die Voraussetzung für die großen Skispringen in Brilon und in Bontkirchen sowie für die Stadtmeisterschaften im Lang- und Abfahrtslauf. Im Sommer traf man sich am Badeteich. In der Leopardenbadehose steckten die kleine Igelhaarbürste aus Plastik, die Zigaretten und das Feuerzeug. Mit dem Kofferradio unter dem Arm schlenderte man um den Badeteich“ – All das und noch viel mehr soll in Erinnerung gerufen werden und zum Nachdenken und Schmunzeln anregen.

An den zwanglosen Klönnachmittagen kann jeder kostenlos teilnehmen, eine Mitgliedschaft im Briloner Heimatbund ist nicht erforderlich. Am 26. Februar, dem zweiten Termin, geht es um Frauen, die in Brilon ihre Spuren hinterlassen haben. Das können Hebammen, Geschäftsfrauen, Lehrerinnen, Politikerinnen, Hausfrauen oder andere sein.

Die weiteren Themen sollen von den Teilnehmern selber festgelegt werden. „Schön ist es, wenn einige Tage vorher Fotos im Museum eingereicht werden, die dann im Großformat gezeigt werden. Die Fotos werden am Klönnachmittag zurückgegeben“, so der Heimatbund.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare