Im Bann des Blutmondes

Briloner Wanderer erleben das Jahrhundertereignis "Mondfinsternis"

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Brilon. „La le lu – nur der Mann im Mond schaut zu“ – Am Freitagabend war es jedoch anders, diesmal sahen zahlreiche mondbegeisterte Wanderer auf dem Briloner Bilstein einem ganz besonderen Spektakel am Zenit zu. Die 70 Exkursionsteilnehmer, die aus dem gesamten Sauerland, Paderborner Land und Hessen zuvor auf dem Parkplatz gegenüber vom Landgasthaus „Haus Gruß“ gestartet waren, erlebten die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts.

Unter der Leitung vom Heimatbund Semper Idem und dem Museum Haus Hövener waren die Wanderer, „bewaffnet“ mit Rucksack, Proviant und Taschenlampe, den zwei Kilometer langen Weg auf den 634 Meter hoch gelegenen „Vulkanberg“ gestiegen, um das nächtliche Treiben am Himmel zu verfolgen.

Bereits beim Anstieg erfuhren die Teilnehmer spannende und aufschlussreiche Informationen über die geologischen Besonderheiten der sichtbaren Gesteine aus dem Erdzeitalter Devon von Apollonia Held-Wiese, Mitarbeiterin vom Museum Haus Hövener. Oben auf dem Berg angekommen, hieß es dann erst einmal kurz rasten und auf das großartige Ereignis, die totale Mondfinsternis, zu warten. Die astronomiebegeisterten Exkursionsteilnehmer aller Altersklassen, teilweise ausgestattet mit der entsprechenden, professionellen Kameraausrüstung, lagen buchstäblich gen Südost auf der Lauer, um das außergewöhnliche Schauspiel zu beobachten und festzuhalten.

Etwas wolkenverschleiert tauchte er dann auch gegen 22 Uhr auf: der faszinierende Blutmond, den es erst im Jahr 2123 wieder in Deutschland zu sehen gibt. Als „verrauchte“ kupferrote Kugel war der in den Kernschatten der Erde eingetauchte Jahrhundertmond am Südhimmel dann auch bis 23.13 Uhr sichtbar. Als Hauptdarsteller des Himmelsschauspiels zog der Blutmond, dessen Name von einer Esoterik-Sekte in den USA geprägt wurde, seine Fans in seinen Bann. Die maximale Verdunkelung erlebten die begeisterten Beobachter jedoch schon um 22.22 Uhr. Zweifelsohne gehörte dieses besondere Mondspektakel zu den ganz großen astronomischen Ereignissen unserer Zeit. Mit der Dauer von 103 Minuten war es die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts.

Etwa sechs Grad unterhalb des roten Mondes stand auch der Mars der Erde so nah wie seit 15 Jahren nicht mehr. Während der Mondfinsternis war zudem die Raumstation mit Alexander Gerst an Bord als hellster Lichtpunkt am Himmel zu sehen.

Einhellig lautete das Fazit der Teilnehmer nach der spannenden und schweißtreibenden Exkursion: „Das war etwas ganz besonderes was wir hier auf dem Briloner Bilstein beobachten konnten. Die Wanderung war ein voller Erfolg.“

Blutmondwanderung in Brilon

Blutmondwanderung in Brilon

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