"Was wäre, wenn der Briloner Esel sprechen könnte?"

"Brilonies" bringen die Stadtgeschichte ins Kinderzimmer

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Zusammen haben sie die „Brilonies“ entwickelt und die Idee umgesetzt (v.l.): Dominik Rebein (Firma Hoppecke), Wolfgang Wommelsdorf (Gymnasium Petrinum), Christina Schmidt (Stadtarchiv Brilon), Anne Marie Scharfenbaum (DRK-Kita Brilon), Angela Drilling (Stadtbibliothek Brilon), Lucia Liebeton (Bufdi in der Stadtbibliothek) und Bürgermeister Dr. Christof Bartsch.

Wie kann man Kindern im Vorschulalter Heimatgeschichte spielerisch näherbringen? – Das Organisationsteam der Internationalen Hansetage 2020 hat darauf jetzt eine Antwort: mit den neuen „Brilonies“.

Brilon – Die „Brilonies“ sind das Ergebnis der Veranstaltung „Medienstark am Medientag“ in der Stadtbibliothek Brilonim vergangenen Jahr. Dort hatte die Firma Hoppecke zusammen mit dem Briloner Gymnasium Petrinum demonstriert, wie ein 3D-Drucker funktioniert. Unter der Leitung vom Mathematik- und Physiklehrer Wolfgang Wommelsdorf hatten die Schüler im Wahlpflichtfach Klasse 9 Physik/ Technik verschiedene Figuren für den 3D-Drucker entwickelt. „Wir haben beim Medientag einen Briloner Esel live gedruckt“, erinnert sich Wolfgang Wommelsdorf. „Da entstand die Idee, wie es wäre, wenn dieser Esel sprechen könnte.“ Mithilfe von Dominik Rebein von der Firma Hoppecke, die mit der Schule kooperiert und den Drucker zur Verfügung stellte, entstanden noch weitere Figuren, die mit einem MP3-Chip versehen wurden. Auf diesen kann ein Text aufgesprochen werden. Über eine Abspielbox werden diese Texte angehört. 

Der Briloner Esel Huberta, die Waldfee, das Rathaus und Hoppecke Batterien – das sind die ersten „Brilonies“, die die Briloner Stadtgeschichte in die Kinderzimmer bringen werden. Weitere sollen noch folgen.

Ute Hachmann, Leiterin der Briloner Stadtbibliothek und Projektleiterin der Internationalen Hansetage 2020, sah sofort die Möglichkeiten für das besondere Großereignis im kommenden Jahr: „Mit den ,Brilonies’ können wir die Briloner Stadtgeschichte ins Kinderzimmer bringen.“ Die kindgerechte Aufbereitung von Informationen zur Stadtgeschichte, den Hansetagen, aber auch zum anstehenden 800-jährigen Stadtjubiläum im kommenden Jahr und zur Waldfee übernahmen Anne Marie Scharfenbaum (DRK-Kita Brilon), Angela Drilling und Christina Schmidt von Stadtbibliothek und Stadtarchiv. „Wie soll man Kindern die Hanse sonst erklären? Die Kinder sind so fasziniert von den Geschichten“, berichtet Anne Marie Scharfenbaum aus eigener Erfahrung als Einrichtungsleiterin der DRK-Kita Brilon, die ebenfalls am vergangenen Medientag teilgenommen hatte. 

Acht „Brilonies“ sind bisher entstanden: der Briloner Esel Huberta, die Waldfee, das Rathaus und Hoppecke Batterien. Die künstlerische Gestaltung der Figuren übernahm Lucia Liebeton im Rahmen ihres Bundesfreiwilligendienstes in der Stadtbibliothek. Weitere „Brilonies“ sollen demnächst folgen: „Der Schnadestein ist schon in der Mache“, verrät Ute Hachmann. 

Auch Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, der selbst die Rathaus-Figur besprochen hat, ist von den neuen „Brilonies“ begeistert: „Wenn wir Kinder und Schüler frühzeitig an die Briloner Geschichte heranführen, ist das auf lange Sicht auch eine Art Wirtschaftsförderung. Junge Leute, die sich mit ihrem Heimatort identifizieren, bleiben ihm auch eher treu.“ 

Und das sind die Geschichten, die auf die Kinder warten (sie dauern jeweils etwa 10 bis 15 Minuten): 

Das Briloner Rathaus erzählt 

Gesprochen von Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Text von Angela Drilling 

Schon seit fast 800 Jahren steht das Briloner Rathaus im Zentrum der Stadt. Es hat viel gesehen und erlebt. Oft wurde im Rathaus und auch rund ums Rathaus gebaut. Die Kinder tauchen mit den Erzählungen des Rathauses in die Briloner Geschichte ein. 

Die Briloner Waldfee erzählt 

Gesprochen von der 16. Briloner Waldfee Sarah Schleich, Text von Anne Marie Scharfenbaum 

Die Briloner Waldfee ist seit 2004 die Symbolfigur der Stadt Brilon. Nun erzählt sie den Kindern von sich und ihren Abenteuern. So reist sie unter anderem jedes Jahr zu den Hansetagen. Sie erklärt kindgerecht, was es mit der Hanse auf sich hat und was bei den Hansetagen passiert. 

Der Esel Huberta erzählt 

Gesprochen von Ute Hachmann, Charlotte Böddicker, Merle Muckermann, Christina Schmidt und Lucia Liebeton, Texte nach Sagen in und um Brilon, mitgeteilt von H. Kannengießer 

Der Esel Huberta wird als Brilons „heimliches Wappentier“ bezeichnet. Er ist schon viel in Brilon und den Dörfern herumgekommen und hat einige Sagen gehört. Folgende Sagen werden den Kindern erzählt: 

  • wie Brilon zu seinem Namen kam 
  • die Hollen von Rösenbeck und Scharfenberg 
  • Till Eulenspiegel in Brilon 
  • die Schatzgräber 
  • die Nonne Pia vom Borberg 

Die Hoppecke Batterie erzählt 

Die Firma Hoppecke hat eine bewegende Geschichte. Diese erzählt die Batterie kindgerecht.

Auf lange Sicht kann sich die Leiterin der Stadtbibliothek vorstellen, die „Brilonies“ auch für ältere Menschen zu nutzen: „Wir haben Erinnerungskoffer für Demenzerkrankte, die von Seniorenheimen ausgeliehen werden. Die Figuren können dafür zielgerecht besprochen werden.“ Zudem sei die Handhabung der Abspielboxen sowohl kinder- als auch „seniorenleicht“.

Die „Brilonies“ können zusammen mit den Abspielboxen ab kommenden Mittwoch, 28. August, in der Stadtbibliothek ausgeliehen werden. Die Zielgruppe der „Brilonies“ sind zunächst Kinder im Vorschul- und Schulalter, Eltern, Erzieher und Lehrer.

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