Steuerliche Änderungen

Corona-Hilfe, Corona-Bonus oder Kurzarbeit: Finanzamt gibt Tipps zur Steuererklärung 2020

Finanzamt Brilon
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Das Briloner Finanzamt gibt Tipps zur Steuererklärung 2020.

Der Zuständigkeitsbereich des Briloner Finanzamts umfasst die Stadtgebiete Marsberg, Brilon, Olsberg, Winterberg, Hallenberg und Medebach. Ferner ist das Finanzamt als Zentralamt für die Steuerveranlagung für Land- und Forstwirte für den gesamten Hochsauerlandkreis zuständig.

Altkreis Brilon – Derzeit sind im Finanzamt Brilon insgesamt 132 Mitarbeiter beschäftigt; davon sind 110 verbeamtet, 22 sind Regierungsbeschäftigte. 50 Mitarbeiter sind teilzeitbeschäftigt. Darüber hinaus sind aktuell 23 Finanzanwärter sowie Steueranwärter und zwei Aufstiegsbeamte, die derzeit ihre Ausbildung an der Landesfinanzschule in Wuppertal und der Hochschule für Finanzen in Nordkirchen und Herford absolvieren, im Finanzamt Brilon.

Nachwuchsförderung

Die im Landeshaushalt 2021 vorgesehenen Einstellungszahlen bleiben weiterhin auf hohem Niveau. So sind für die Ausbildung in der Laufbahngruppe 1.2 (Ausbildung als Finanzwirtin/Finanzwirt) wie im Vorjahr 485 Plätze (davon drei in Brilon) eingeplant. Für das duale Studium an der Hochschule für Finanzen stehen insgesamt 1.026 Plätze (davon acht in Brilon) zur Verfügung, 55 mehr als noch im Vorjahr. Die Finanzverwaltung stellt im Jahr 2021 somit insgesamt 1511 neue Auszubildende ein. Die Einstellungszahlen werden auch in den kommenden Jahren vergleichbar hoch bleiben.

Informationen über die Ausbildungsmöglichkeiten, die Einstellungsvoraussetzungen sowie Bewerbungsfristen und das Bewerbungsverfahren können über www.finanzverwaltung.nrw.de/de/karriere abgerufen werden. Bewerbungen sind über das Bewerbungsportal der Finanzverwaltung des Landes NRW unter www.ausbildung-im-finanzamt.de möglich. Dieses ist für den Ausbildungsbeginn 2022 bis zum 31. Dezember geöffnet.

Neueinstellungen

Die Finanzverwaltung NRW stellt auch im Jahr 2021 zusätzlich zu den Auszubildenden weiterhin Regierungsbeschäftigte neu ein. Die Einstellungen betreffen die Arbeitsbereiche Erhebungsstelle, Grundstücksstelle sowie Voranmeldungsstelle/Lohnsteuerarbeitgeberstelle/Neuaufnahmestelle.

Die Stellenangeboten sprechen Einsteiger mit den verschiedensten Ausbildungsgängen an, die durch eine halbjährige Ausbildungsphase bestehend aus sich abwechselnden Praxis- und Theorieabschnitten auf ihre neue Aufgabe vorbereitet werden.

Auf die regelmäßigen Ausschreibungen der Landesfinanzverwaltung NRW in der örtlichen Presse, aber auch im Internet unter www.stellenmarkt.nrw.de wird hingewiesen. Dort sind sämtliche Informationen zu den Anforderungen und zum Bewerbungsverfahren zu finden.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten Bürgerbüro: Montag, Mittwoch, Freitag, von 7.30 bis 12 Uhr, Donnerstag von 7 bis 17 Uhr, Dienstag geschlossen

Öffnungszeiten allgemein: Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, 7.30 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung, Dienstag geschlossen

Einkommensteuer 2020

Die Finanzämter des Landes starteten in diesem Jahr Mitte März mit der Bearbeitung der Einkommensteuer für das Jahr 2020. Die obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder haben dieses Datum als bundesweiten Termin für den Veranlagungsstart beschlossen.

Arbeitgeber, Versicherungen und andere Institutionen können bis Ende Februar die für die Steuerberechnung benötigten Unterlagen, wie zum Beispiel Lohnsteuer-Bescheinigungen und Beitragsdaten zur Kranken- und Pflegeversicherung, an die Finanzverwaltung übermitteln. Die Finanzverwaltung empfiehlt, die Steuererklärung elektronisch über „Mein Elster“ abzugeben. Unter www.elster.de können die elektronisch übermittelten Daten – beispielsweise zur Lohnsteuer – schnell und sicher abgerufen und direkt in die Steuererklärung eingefügt werden. Darüber hinaus können ab dem zweiten Jahr auch die Angaben aus dem Vorjahr übernommen und eine unverbindliche Steuerberechnung durchgeführt werden.

Abgabefrist

Sofern ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein bei der Erstellung der Erklärung mitwirkt, musste diese dem Finanzamt grundsätzlich erst bis zum 28. Februar 2022 vorliegen.

Für die Steuererklärungen für das Jahr 2019, die von Steuerberatern erstellt werden, wurde die Abgabefrist um sechs Monate, bis zum 31. August 2021, verlängert.

Wenn ausschließlich Arbeitslohn bezogen wurde, von dem bereits die Lohnsteuer durch den Arbeitgeber einbehalten worden ist, besteht grundsätzlich keine Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Sollte eine Abgabe zur Beantragung einer Steuererstattung trotzdem beabsichtigt sein (sog. Antragsveranlagung), gilt hier ohnehin eine längere Frist, nämlich vier Jahre. Die Steuererklärung 2019 muss dem Finanzamt dann grundsätzlich spätestens bis zum 31. Dezember 2023 vorliegen.

Steuerliche Änderungen 2020

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag für das Jahr 2020 ist um 240 Euro auf 9.408 Euro pro Person gestiegen. So werden bis zu einem Einkommen von 9.408 Euro keine Steuern fällig.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag und der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf eines Kindes steigt im Jahr 2020 auf insgesamt 3.906 Euro für jeden Elternteil, also auf 7.812 Euro bei einer Zusammenveranlagung. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird von 1.908 Euro auf 4.008 Euro pro Jahr erhöht. Die Erhöhung gilt für das erste Kind. Für jedes weitere zum Haushalt gehörende Kind steht dem/der Alleinerziehenden weiterhin unverändert ein zusätzlicher Betrag von 240 Euro zu.

Homeoffice-Pauschale

Für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021 können Bürger einen pauschalen Betrag von 5 Euro für jeden Kalendertag, an dem die gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt wurde, ansetzen. Diese Pauschale kann an maximal 120 Tagen angesetzt werden, also bis zu einem Höchstbetrag von 600 Euro. Die Pauschale können Arbeitnehmer im Vordruck „Anlage N“ unter „Weitere Werbungskosten“ eintragen. Die Homeoffice-Pauschale wird, wie andere Werbungskosten wie etwa Weiterbildungskosten und Kosten für Arbeitskleidung, auf den Werbungskostenpauschbetrag von 1.000 Euro angerechnet.

Kurzarbeit

Bürger, die Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro im Kalenderjahr erhalten haben, sind zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Das erhaltene Kurzarbeitergeld sowie ein gegebenenfalls vom Arbeitgeber darüber hinaus gezahlter Zuschuss zum Kurzarbeitergeld sind grundsätzlich steuerfrei, unterliegen jedoch dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Sie werden daher in die Berechnung des persönlichen Steuersatzes einbezogen. Dadurch erhöht sich der Steuersatz, der auf das steuerpflichtige Einkommen der Bürger (ohne das steuerfreie Kurzarbeitergeld) angewendet wird.

Corona-Bonus

Sonderleistungen der Arbeitgeber wegen der Corona-Pandemie an ihre Beschäftigten sind bis zur Höhe von insgesamt 1.500 Euro steuerfrei. Diese Regelung gilt für Sonderzahlungen ab dem 1. März 2020 und endet zum 30. Juni 2021. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Sonderleistung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht und zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn ausgezahlt wird.

Verpflegungskosten

Wurden im vergangenen Jahr beruflich veranlasst Reisen unternommen, können Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen steuerliche berücksichtigt werden. Diese haben sich wie folgt erhöht: Bei einer 24-stündigen Abwesenheit von 24 auf 28 Euro und bei einer mehr als achtstündigen Abwesenheit von 12 auf 14 Euro. Die Erhöhung auf 14 Euro gilt ebenfalls am An- und Abreisetag von mehrtägigen Abwesenheiten.

Anlage „Corona-Hilfe“

Bürger, die Einkünfte aus gewerblicher, selbständiger oder landwirtschaftlicher Tätigkeit erzielen, müssen für das Jahr 2020 die neue Anlage „Corona-Hilfen“ abgeben. Die Anlage ergänzt die Anlagen G, S und L der Einkommensteuererklärung. Darin ist anzugeben, ob und wenn ja, in welcher Höhe Corona-Zuschüsse bezogen wurden. Die Anlage muss unabhängig davon, ob Corona-Hilfen bezogen wurden, ausgefüllt und abgegeben werden.

Weitere Informationen rund um das Thema Steuern stehen ihnen unter www.finanzverwaltung.nrw.de zur Verfügung.

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