Wirtschafts-Club fordert mehr Ausbildungsengagement

„Deine Karriere beginnt hier“

Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch (li.), Vorsitzender Eckhard Lohmann (2.v.li.), CDU-Landtagsabgeordneter Matthias Kerkhoff (Mitte) und weitere Vorstandsmitglieder des Wirtschaftsclubs Hochsauerland trafen sich beim Neujahrsempfang. Foto: D. Vössing

In geselliger Runde sprach Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch vor etwa 165 Gästen aus der Unternehmerwelt beim Neujahrsempfang des Wirtschafts-Club Hochsauerland über das künftige Handeln.

Dabei ging er in seiner Festrede auch auf die lokale Ausbildungssituation und umstrittene Windkraftanlagen ein.

„Deine Karriere beginnt hier“ – unter diesem Motto wollen lokale Politik- und Wirtschaftsvertreter verstärkt Jugendliche für lokale Ausbildungsplätze begeistern. Durch eine Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen sollen Schüler schon früh über lokale Ausbildungsplätze informiert werden, denn bei den Schülern bestehe ein „Informationsdefizit“ über Ausbildungsmöglichkeiten, so Bartsch. Die Lage für die Unternehmen hinsichtlich der Nachwuchssuche ist ernst. Durch die demografische Entwicklung nimmt die Schülerzahl ab und damit auch die Zahl möglicher Bewerber. Unternehmen klagen auch, dass sie nicht alle Stellen besetzen können. Durch die Kooperation soll nun Abhilfe geschaffen werden. Dazu findet am 11. Februar ein runder Tisch der beteiligten Akteuere statt.

Windkraftanlagen in Brilon

Einen anderen großen Punkt in Bartschs Festrede nahm die Energiewende ein, die er als „alternativlos“ bezeichnete, auch wenn er das Wort ungern verwende. Der Weg gehe weg von zentralen Kraftwerken hin zu dezentralen Anlagen, die regenerative Energien erzeugen. Der Stadtrat habe entschieden, für Windkraftanlagen bestimmte Konzentrationsflächen auszuweisen. Nicht jeder Einwohner hat gerne eine Windkraftanlage vor der Tür. „Entweder lösen wir dieses Problem oder wir müssen es aushalten“, gab Bartsch zwei Alternativen vor, ließ aber nicht erkennen, dass man um Windkraftanlagen herumkomme. Durch die Energiewende liegt der Schwerpunkt auf regenerativen Energien wie Wind und Sonne. Irgendwann werden die Anschaffungskosten dieser Anlagen abgezahlt sein, sodass die Grenzkosten (Kosten je zusätzlicher Einheit) nahe null seien. „Wind und Sonne schicken keine Rechnung“, brachte es Bartsch auf den Punkt.

Abschließend wagte Bartsch noch einen Blick in die Zukunft, wie sich der Faktor Arbeit verändern könne. Er sprach von „massiven Auswirkungen“ auf die Arbeitsplätze, ohne konkret zu werden. Die Ausbildungsinitiative „kann in Jahrzehnten wieder hinfällig sein, aber das wissen wir jetzt noch nicht“, kehrte er wieder zum Beginn seiner Rede zurück.

Vor und nach der Festrede nutzten die 165 Gäste die Zeit zum regen Austausch. (Von David Vössing, brilon@sauerlandkurier.de)

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