Doch wieder "BRI"

Nach langer erneuter Diskussion hat sich der Stadtrat am Donnerstagabend mit CDU/FDP-Mehrheit gegen SPD/BBL für die Möglichkeit ausgesprochen, neben dem HSK-Kennzeichen auf Wunsch das alte "BRI" auf dem Auto zu verwenden. Natürlich erst dann, wenn das entsprechende Bundesgesetz geändert werden sollte und nur gegen zusätzliche Gebühren.

In der emotional geführten Diskussion im Stadtrat bezeichnete Christiana Kretzschmar (BBL) den CDU-Antrag als "opportunistisch" und "in Zeiten der Globalisierung als rückständigen Lokalpatriotismus". Auch bemängelte sie die im Vorfeld von der Uni Heidelberg auf dem Briloner Marktplatz durchgeführte Befragung zur Wiedereinführung des alten Kennzeichens. "Die jungen Studentinnen sind dabei alles andere als professionell vorgegangen und haben den Passanten mit ihrer Frage ,Sie sind doch auch dafür' die Antwort schon auferlegt. Das war sehr ungeschickt."

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Eberhard Fisch fand es "unfair" die Befragungsmethode infrage zu stellen. Im Übrigen würden dem Kreis keine Mehrkosten entstehen, da ja immer noch alte Kennzeichen im Bestand sind und von der Software der Zulassungsstelle verwaltet werden.

Aufgrund der für ein Wunschkennzeichen fälligen zusätzlichen Gebühr erwartet Fisch sogar Mehreinnahmen. Wie auch FDP-Sprecher Manfred Siebert sieht Fisch im "BRI"-Kennzeichen eine gute Marketinggeschichte und kostenlose Werbung für Brilon. Für Karin Bange (CDU) ist es ein reiner Service, denn niemand muss im Falle einer Gesetzesänderung von HSK auf BRI wechseln.

Reinhard Loos (BBL) hätte sich vielmehr gewünscht, zum Beispiel mit einem Bürgerwindpark etwas für Brilon und seine Bekanntheit zutun. Laut Willi Kitzhöfer (SPD) stößt die Diskussion bei den Nachbarstädten im Leaderverbund sauer auf. Daher habe sich auch der Heimatbund Semper Idem dagegen ausgesprochen. Vielmehr sollte sich Brilon als Stadt des Waldes um einen solchen Zusatz auf den Ortsschildern bemühen, statt dem alten Kennzeichen hinterher zu laufen.

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