Eigeninitiative gefragt

Vom Limberg aus hat man einen schönen Blick auf den Ort im Ittertal. Foto: Kristin Sens

Da stecken ein paar Leute die Köpfe zusammen und schon kommt die zündende Idee — in kleinen Ortschaften wie Bontkirchen kommt es ganz besonders auf die Kreativität und das Engagement des Einzelnen an. Diesmal war es der Gedanke, einen Defibrillator in den Ort zu holen.

Gerade in Bontkirchen, das direkt an der Grenze zu Hessen liegt und wo sich manchmal die Rettungsdienste nicht über ihre Zuständigkeit im Klaren sind, kann man so ein Gerät gut gebrauchen. Marita Pack arbeitet im Krankenhaus. Dort lernte sie in einer Fortbildung den Defibrillator kennen. "Da habe ich mir so gedacht: Das ist doch was für Bontkirchen, wo wir so weit vom Schuss sind", erzählt sie.

Aus einer Idee muss aber ein schlüssiges Konzept werden. Dazu braucht man die Dorfgemeinschaft und auch die funktioniert am besten in kleinen Ortschaften. Als im November vorigen Jahres alle Vereinsvorstände zusammensaßen, brachte Marita Pack ihre Überlegungen vor. Dort stieß sie sofort auf Zustimmung. Beim Konzert des Musikvereins nur wenig später wurden Spenden gesammelt, Ortsvorsteher Albert Brüne nahm Kontakt mit der Sparkasse des Hochsauerlandkreises auf und der Rest wurde über die Dorfgemeinschaft finanziert. Die Vereine werden die Patenschaften für den weiteren Betrieb übernehmen. In Kürze wird das Gerät an der Alten Schule installiert.

Defibrillatoren gibt es inzwischen in einigen Dörfern. Madfeld war eines der ersten im HSK, die in Eigeninitiative so ein Gerät anschafften. Dazu wurde vor fünf Jahren ein eigener Rettungshilfeverein gegründet. Das wird in Bontkirchen nicht nötig sein. "Die Geräte sind inzwischen so idiotensicher, damit kann jeder im Notfall umgehen", weiß Marita Pack.

Ortsvorsteher Brüne sieht seinen Ort auch für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt, da Bontkirchen urkundlich bekannt seit 1276 bestehe, und das wirtschaftliche sowie das kulturelle Leben zurzeit noch in Ordnung seien. "Um das kulturelle Leben im Ort kümmern sich zurzeit die Kirche und circa zehn Vereine, die vorbildlich zusammenarbeiten. Auch der Kindergarten muss unbedingt vor Ort erhalten bleiben. Das Bauen in den Ortschaften sollte auch in der Zukunft sichergestellt sein."

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