"Ein zauberhafter Ort"

Das Jugendherbergs-Team Anne Lehrig, Ulrich und Dorothee Wenken sowie Friedel Schumacher haben mit viel Kreativität viel auf die Beine gestellt. Foto: Kristin Sens

Die Jugendherberge in Brilon hat im Laufe der Jahre zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen erhalten. Sie hat sich als Umwelt-Jugendherberge deutschlandweit einen besonderen Namen gemacht. Zu verdanken hat sie das besonders den Herbergsleitern Dorothee und Ulrich Wenken und Friedel Schumacher. "Als wir vor 20 Jahren hier ankamen, um unsere Arbeit aufzunehmen, merkten wir gleich, was das für ein besonderer, zauberhafter Ort ist", erinnert sich Dorothee Wenken bei der Jubiläumsfeier.

Ein magischer Ort braucht aber auch eine gute Fee, die ihn zum Leben erweckt. Und das ist den Herbergseltern gelungen: "Wir waren voller Erwartungen und Ideen, hier etwas zu bewegen." - "Umweltpädagogik war damals gerade hoffähig geworden", nimmt Friedel Schumacher den Faden auf. Sein Anliegen: Kindern eine Wertschätzung für die Natur zu vermitteln, denn, wie er sagt: "Was ein Kind kennt, zertritt es nicht."

Eine der ersten Maßnahmen war, alle Schilder im Haus zu entfernen, denn die Kinder sollten mit Spaß lernen. Aus den Halbtagesprogrammen wurden 14 Kompaktprogramme zu Themen wie Sonne, Papier, Wald oder Klima. Früh war klar, der eigene Anspruch musste auch gelebt werden. "Es war wichtig, eine eigene Ökobilanz im Kopf zu haben und Ressourcen zu schonen. Da mussten wir manchmal zaubern", sagt Dorothee Wenken. Ob bei den Baumaterialien, der Energieversorgung, dem Essen, den Reinigungsmitteln, alles kam auf den Prüfstand. Der Lohn der Mühen: mehrfache Auszeichnung mit dem Klimaschutzpreis, Anerkennung als die erste CO2-neutrale Jugendunterkunft Deutschlands, Jahr für Jahr seit 2005 ausgewählt als offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, das Graslöwenzertifikat und als allerwichtigste Auszeichnung: die Begeisterung der vielen Kinder. "Kindermund ist der größte Ritterschlag", erklärt Schumacher.

Jürgen Lindemann, fachübergreifend im Landesministerium für Umweltangelegenheiten und Nachhaltigkeit zuständig, lobte: "Sie haben echte Pionierarbeit geleistet." Guido Varney vom Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerk sagte, dass die Sensibilisierung für die Umwelt ein zentrales Anliegen des DHJ sei und dass dies in Brilon beispielhaft umgesetzt werde.

Mit großer Genugtuung verkündete Bürgermeister Franz Schrewe, dass auch bei den Anfängen des Jugendherbergswesens Brilon die Nase vorn hatte: Es gab schon, so hat er herausgefunden, zwei Jahre vor der Gründung der ersten Deutschen Jugendherberge 1909, zwei Schüler- und Studentenherbergen in Briloner Gasthöfen.

Bei allen Projekten, Aktivitäten und Ideen konnte sich die Jugendherberge immer auf viele starke Partner und Netzwerke verlassen, wie den Stadtforst, dem Stadtmuseum, den Stadtwerken, der BWT und allen anderen, die Aktivitäten an und mit der Jugendherberge angeboten haben.

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