Rösenbecker zeigen Eigeninitiative – Großer Zuspruch

„Eine Kneipe muss her“

Sie haben das Konzept federführend entwickelt: Burkhard Stappert, Franz Josef Becker, Burkhard Richter, Holger Borkamp, Stefan Hoppe, Jörg Mühlenbein. Foto: Manfred Eigner

Seit der Schließung der Gaststätte „Zur Rossbieke“ im Juni 2013 gibt es im Dorf Rösenbeck keine Dorfkneipe mehr. In den vergangenen 15 Monaten wurde dieser Verlust häufig beklagt und der Wunsch nach einer Alternative geäußert.

Statt weiter zu jammern und zu klagen, hat man sich dazu entschlossen, ein Dorfkneipenprojekt „Alte Schule Rösenbeck“ ins Leben zu rufen. Nach detaillierten Vorplanungen sind die Verantwortlichen der Projektgruppe am Mittwochabend im Rahmen einer Bürgerversammlung an die Öffentlichkeit getreten.

95 Bürger sind der Einladung gefolgt und haben rege an der Diskussion teilgenommen. „Ich bin überwältigt von dem Interesse,“ so Holger Borkamp (Vorsitzender des Dorfgemeinschaftsvereins): „Aber es zeigt, es geht um die Zukunft unseres Dorfes.“

Als Bauherr und Träger der Maßnahme agiert der ehemalige „Förderverein Kilian-Kirchhoff-Haus Rösenbeck“. Der Förderverein wurde zu diesem Zweck in den „Dorfgemeinschaftsverein Rösenbeck“ mit erweiterten Satzungsaufgaben umgewandelt. Von Vereinen und Privatpersonen wurden für das Dorfkneipenprojekt mehrere, alternative Ideen entwickelt wie zum Beispiel die Prüfung vorhandener Räumlichkeiten und die Erstellung eines Anbaues an die „Neue Schule“ (Kilian-Kirchhoff-Haus). Die Vereinsvorstände entschieden sich vor der Bürgerversammlung schließlich, vorhandene Räumlichkeiten in der sogenannten „Alten Schule“ in Rösenbeck zukünftig als Dorfkneipe zu nutzen.

Eine klassische Bierkneipe

„Es geht darum Rösenbeck attraktiv zu gestalten,“ so Borkamp: „Und zwar selbst zu gestalten und nicht von außen gestaltet.“ Die „Alte Schule“ in Rösenbeck befindet sich in der Dorfmitte und ist rund 100 Jahre alt. Sie stellte nach Schließung des Schulbetriebes im Jahr 1963 zunächst die Räumlichkeiten für die Freiwillige Feuerwehr und verschiedene Musikbands. Seit 25 Jahren wird die „Alte Schule“ für die Probenarbeit des Musikvereins Rösenbeck genutzt. Der Backsteinbau der „Alten Schule“ ist prägend für das Ortsbild. Derzeit noch als Garage genutzt, soll hier auf 52 Quadratmetern ein neuer Gastraum entstehen. „Keine Großraumkneipe, aber der Größe des Dorfes angemessen,“ fasste Burkhard Stappert vom Projektteam zusammen: „Es soll eine klassische Bierkneipe sein, ohne Küchenbetrieb aber mit 1a-Lage in Rösenbeck.“ Ein Zuruf aus dem der Sache durchweg positiv eingestellten Publikum: „Wenn später alle von heute Abend in die Kneipe kommen, dann wird’s voll.“

Erst einmal muss das Projekt auf soliden Beinen stehen. „Die Investition für den Umbau beträgt rund 125.000 Euro, wovon sich der Materialeinsatz auf 75.000 Euro beläuft,“ so Stappert: „Der Baubeginn erfolgt erst, wenn die Finanzierung durch verbindliche Spenden- und Eigenleistungszusagen gesichert ist. Die Umsetzung des Umbaues erfordert zwingend vereinsübergreifenden ehrenamtlichen Einsatz. Dadurch können die Herstellungskosten so reduziert werden, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung der Gaststätte zu vertretbaren Pachtkonditionen möglich ist. Die Pachteinnahmen kommen satzungskonform wiederum der Dorfgemeinschaft zugute, beziehungsweise künftigen Instandhaltungsmaßnahmen des Gebäudes.“

Mit dem heutigen Sonntag erhalten alle Rösenbecker das Konzept und werden zur Unterstützung aufgerufen. „Unbestritten ist dieses Projekt eine echte Herausforderung,“ so Borkamp: „Gleichzeitig ist es eine große Chance, neben der wichtigen Erhaltung und Stärkung der dörflichen Infrastruktur das ,Wir-Gefühl’ des Dorfes vereinsübergreifend zu stärken. Der Umbau kann gelingen, wenn sich viele Mitwirkende einbringen, ob jung oder alt, sei es ideell, finanziell oder handwerklich.“ (Von Manfred Eigner, brilon@sauerlandkurier.de)

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