Grundschüler engagieren sich für Klima

Bürgermeister geht mit "Energiespürnasen“ auf Streife

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Die „Energiespürnasen“ aus der vierten Klassen gingen jetzt mit Bürgermeister Dr. Christof Bartsch in der Gemeinschaftsschule Thülen-Alme-Hoppecke in den Klassenräumen auf Streife. 

Thülen. Die Jugend macht sich nicht erst seit den „Fridays for Future“-Schülerprotesten Sorgen um die Zukunft von Klima und Umwelt. In der Gemeinschaftsschule Thülen-Alme-Hoppecke engagieren sich die Grundschüler bereits seit 2005 im Rahmen des Förderprojekts „Schule der Zukunft“ aktiv im Bereich des Umweltschutzes. Energiesparen heißt eines der Zauberworte, das den Schülern dabei sehr am Herzen liegt.

Ist das Fenster auf oder zu? Steht die Heizung auf drei? Wurden das Licht und der Computer ausgeschaltet – diesen Fragen gehen die „Energiespürnasen“ der vierten Klassen jeden Morgen in der großen Pause und nach Schulschluss bei ihrem Rundgang durch das Gebäude nach. Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch war jetzt der Einladung der Grundschüler gefolgt und begleitete die Energiedetektive auf ihrer Streife und ließ sich anschließend das Solarprojekt zeigen, das die Viertklässler zurzeit im Sachkundeunterricht durchführen.

„Jede Klasse hat jeweils einen Energiedienst“, erklärt Barbara Nübel, Fachlehrerin im Sachbereich der vierten Klasse, im Gespräch mit dem SauerlandKurier. Dieser sorgt dafür, dass die Energiesparmaßnahmen im Klassenraum auch umgesetzt werden. Die Viertklässler sind dann als Energiespürnasen tätigt und kontrollieren bei ihrem Rundgang, ob der Energiedienst in den einzelnen Klassenräumen auch seinen Pflichten nachgegangen ist. Auf ihrer Checkliste halten die wöchentlich wechselnden Umweltdetektive fest, welche Klassen besonders gut im Energsparen waren und welche nicht. Nach einer Auswertung wird dann der Energiesparer und der Energieverschwender der Woche benannt.

Eines der Solarexperimente simuliert mit schwarzer Pappe, wie sich Schatten auf die Energiegewinnung auswirken.

„Jede der Gruppen opfert eine Woche lang ihre große Pause“, erklärt Nübel. Nach der Schule kontrolliert dann eine andere Gruppe, ob auch alles ausgeschaltet ist. Dass die Energiesparaktion nicht nur Strom sondern auch Geld spart, wissen auch die Schüler. „Wir haben mit den Kindern ausgerechnet, was man sparen könnte und sind am Ende auf eine Summe von fast 4.000 Euro pro Jahr gekommen“, erklärt Nübel.

Die Kinder entwickeln auch selbst neue Ideen, wo die Schule Energie einsparen könnte. Neben Energiesparlampen sollte, so die Idee der Schüler,vermehrt auf Lampen gesetzt werden, die durch Bewegungssensoren gesteuert werden.

Solarexperimente für die Schule

Obwohl man mit Smartboards viel mehr Dinge machen kann als mit einer Tafel, so stellten die Schülern vor dem Hintergrund des Klimaschutzes deren Dauereinsatz infrage. „Einige fragten schon, warum wir nicht mit Kreide schreiben“, erklärt Nübel und lacht. „Es kam auch die Frage auf, warum wir keine Solaranlage in der Schule haben. Jetzt forschen wir daran.“

Nach dem Schulrundgang mit den „Energiespürnasen“ ließ sich Bürgermeister Bartsch deshalb noch einige Solarexperimente zeigen, die von den Schülern entwickelt wurden, um herauszufinden, wo beispielsweise der ideale Standort für eine Solaranlage auf dem Schulgelände wäre. Die Schüler wollen anhand kleiner solarbetriebener Ventilatoren beispielsweise klären, in welcher Himmelsrichtung oder in welchem Winkel ein Solarpanel ausgerichtet sein muss, um die größtmögliche Energie zu erzeugen. „Es ist stark, wie ihr euch damit auseinandersetzt“, sagte Bartsch im Anschluss. „Ihr seid ja richtige Experten und es zeigt, wie intensiv ihr euch damit beschäftigt habt. Ich habe heute auch sehr viel gelernt.“

Zum Abschluss wollte Bartsch von den Grundschülern noch wissen, was sie über die Klimschutzproteste „Fridays for Future“ denken. „Ich finde es gut, denn dann merken die Politiker, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte die Viertklässlerin Leni Jeckel. Unterrichtstunden würden die Viertklässler dafür auch „opfern“. Aber es sollte nicht Sachkunde oder Sport sein, waren sich die Schüler einig. Sehr zur Freude von Sachkundelehrerin Nübel.

Wer sich über den Fortschritt der Energieschutzprojekte an der Gemeinschaftsschule Thülen-Alme-Hoppecke informieren möchte, kann dies auf www.grundschule-t-a-h.de tun. Unter dem Link „Solarprojekt der Klasse 4c“ informieren die Schüler über den Stand der Dinge.

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