Geplanter Ferienpark in Gudenhagen wird kontrovers diskutiert

Entscheidung vertagt

In dem von Gernot Oswald rot gekennzeichneten Bereich könnten durch eine Verschiebung der geplanten Anlage bis zu fünf weitere städtische Bauplätze entstehen. Foto: Eigner

Obwohl ein augenscheinliches Einvernehmen für das in Gudenhagen-Petersborn geplante Hotel- und Bergdorfprojekt bei den Bauausschussmitgliedern wahrzunehmen war, wollte man sich zu keiner schnellen Entscheidung drängen lassen. Jetzt werden die Planungsunterlagen innerhalb der Fraktionen beraten um in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen der Stadt Brilon einen Entschluss zu fassen.

Eine Investorengruppe möchte zwischen Gudenhagen und Petersborn zwei Gruppen von Bergdorfhütten aus acht und dreizehn Einheiten mit jeweils ein bis fünf Gästebetten errichten und im Zusammenhang mit drei Höfen bestehend aus 17 Einheiten mit ein bis fünf Gästebetten sowie acht Gästezimmern mit zwei Gästebetten sowie einer Betriebsleiterwohnung bauen (SauerlandKurier berichtete).

Die Durchschnittsbelegung wird mit rund 130 Gästen angenommen. Naturbelassene Flächen, ein Dammwildgatter und Weideflächen für Reitpferde sollen die Anlage umschließen. Den Mittelpunkt soll eine Reithalle sowie Pferdeboxen für zehn hoteleigene und zwölf Boxen für Gastpferde, sowie ein Restaurant und zwei Shops für Outdoor und Freizeitzubehör bilden. „Wir sind sehr, sehr früh in der Planung“, hob Stadtplaner Gernot Oswald gleich zu Beginn der Sitzung hervor: „Ich halte die Lage für sehr gut geeignet und sowohl bei der Bezirksregierung als auch der unteren Landschaftsbehörde ist die Idee nicht abschlägig aufgenommen worden.“

Das sieht der Ortsvorsteher von Gudenhagen-Petersborn, Wolfgang Diekmann, komplett anders. „Wenn das Hotelprojekt kommt, ist das Baugebiet tot. Sechs bis acht städtische Bauplätze waren geplant und fallen jetzt weg“, brachte der CDU-Politiker vehement vor: „13 Häuser sind 2014 in Gudenhagen-Petersborn verkauft worden, allein zehn an junge Familien. Wir haben kaum Leerstände, nur ein städtisches Baugrundstück und an die privaten kommt man nicht heran. Wir brauchen das Baugebiet.“ Unumstritten war, dass es zu einer Belastung für die Anwohner im Kahlen Hohl, der geplanten Zufahrtsstraße, kommen wird, wenn durch die bisher nur schwach frequentierte Seitenstraße der gesamte Verkehr fließen wird. „Es ist mit 60 bis 70 Fahrten am Tag zu rechnen,“ so Gernot Oswald: „Nicht so viel wie auf der B1 in Dortmund , aber merkbar, da es bisher eine eher ruhige Nebenstraße ist.“

Dazu Ratsherr Jürgen Kürmann: „Das Kahle Hohl ist nicht in der Lage, mehr Verkehr aufzunehmen. Die Stadt müsste Geld in die Hand nehmen.“ Ratsfrau Karin Bange stellte klar: „Wir wollen das Projekt nicht zum Kippen bringen, aber es muss ein Austausch stattfinden. Jeder fühlt sich bedroht, wenn etwas Neues auf ihn zukommt und damit kommen Emotionen ins Spiel. Es lebt keiner auf einer Insel.“ Auch Ludger Böddeker stimmte dem zu: „Der Bereich Briloner Süden ist für einen solche Planung prädestiniert. Vor zehn Jahren haben wir uns im Rat darauf geeinigt ihn für den Tourismus zu nutzen.“ Günter Wiese unterstrich dazu: „Von einstmals acht Gastronomiebetrieben in diesem Bereich existieren heute gerade noch zwei.“

Bewegung kam in Sitzung, als auf den Vorschlag das Hotelprojekt etwa 30 Meter zu verlegen und dadurch doch noch städtische Bauplätze realisieren zu können, einer der im Publikum sitzenden Investoren durch Kopfnicken Zustimmung signalisierte. Dadurch könnten neben den zehn privaten Baugrundstücken fünf städtische dazukommen. Diekmann forderte noch einmal vehement eine Bürgerversammlung zu diesem Thema einzuberufen.

Dem entgegnete der Chef der Bauverwaltung Reinhold Huxoll: „Ich wiederhole, wir sind noch ganz am Anfang irgendwelcher Planungen und es sind noch viele Schritte notwendig. Wenn die Angelegenheit spruchreif ist, wird die Verwaltung auf jeden Fall einer der Einladung zu einer Bürgerversammlung nachkommen.“

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