Erfahrung anderer nutzen

Ein Teil der 'Netzwerker' beim fünften Treffen im Februar. Barbara Wirsing-Kremser (vorne, Dritte von links), die die Leitung abgab, wurde als Dank für ihre geleistete Arbeit mit einem Blumenstrauß verabschiedet.

Trägerübergreifende Vernetzung und Verknüpfung haben sich die Mitwirkenden des "Netzwerks gegen sexuelle Gewalt an Menschen mit Lern- und geistiger Behinderung" seit der Gründung im Mai 2010 auf die Fahnen geschrieben.

Der Caritasverband Brilon als Initiator in Kooperation mit dem Diözesan-Caritasverband Paderborn hatte zahlreiche Partner gewonnen: unter anderem Vertreter des LWL-Wohnverbundes Marsberg, der Frauenberatungsstelle Meschede, des Gesundheitsamtes HSK, des Berufskollegs Olsberg und der Förderschule an der Ruhraue Olsberg, des Weißen Rings, SkF Brilon, Josefsheim in Bigge, Sozialwerk St. Georg und der Diakonie trafen sich zum fünften Mal.

Seit 1993 besteht in den Caritas-Wohnhäusern in Brilon die sexualpädagogische AG, die durch Workshops und Projekte das Thema umfassend aufgreift. Außerdem wurden und werden drei Präventionsfachkräfte für die Fachbereiche Arbeit für Menschen mit Behinderung, stationäres und ambulant betreutes Wohnen ausgebildet. In enger Zusammenarbeit mit der sexualpädagogischen AG werden hier Angebote und Kurse zur sexuellen Aufklärung geplant, die auch die Bewusstseinsbildung für Situationen fördern.

Netzwerk mit neuer Leitung

Die "Netzwerker" zogen nun eine erste Zwischenbilanz. Mit Unterstützung von Experten wurde in erster Linie festgestellt, welche Hilfen und Angebote bestehen, wie sie arbeiten und funktionieren. Inhalte und Materialien wurden ausgetauscht und weitere Kontakte zu "Externen" geknüpft, wie zu Krankenhäusern oder Gynäkologen.

"Das Wichtigste ist, voneinander zu wissen", erklärt Daniela Bange, eine der drei Präventionsfachkräfte beim Caritasverband Brilon. Als Nächstes soll es darum gehen, noch mehr Vermittler zu finden, die in der Lage sind, Menschen mit Behinderung in ihrer Notlage oder mit ihrem Problem zu erkennen, ihnen das Gespräch über ihre Situation zu erleichtern. Ganz praktisch gehört dazu auch eine bauliche Barrierefreiheit, etwa in Arztpraxen oder konkret in der Beratungsstelle "Frauenzimmer". Aber auch "menschliche" Barrierefreiheit ist gefragt: Wo sind Fachleute im medizinischen oder psychotherapeutischen oder juristischen Bereich, die sich mit sexuellem Missbrauch an Menschen mit Behinderung auskennen? Bedarf es hier auch Änderungen und Hilfen seitens der politischen Entscheidungsträger?

Die Leitung des Netzwerkes übernehmen ab jetzt Daniela Bange, Anne Klaholz und Julia Westermann (alle drei Präventionsfachkräfte), die sich die Aufgaben teilen.

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