„Handel bedeutet Wandel“

Fachtagung „Stadt und Handel – Allianz für Innenstädte“ in Brilon

+
Ein Herzstück von Brilon ist die Fußgängerzone - Diese lebt gleichzeitig auch vom Einzelhandel.

Brilon - Wie können der Einzelhandel vor Ort attraktiv und Innenstädte interessant gemacht werden? Diesen Fragen widmeten sich Gewerbetreibende aus ganz Deutschland sowie Vertreter der Stadt Brilon auf Einladung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) und des Handelsverbands Deutschland (HDE). Diskutiert und referiert wurde jüngst während der Fachtagung „Stadt und Handel – Allianz für Innenstädte“ im Briloner Bürgerzentrum.

Dass das Thema Einzelhandel „brennt“, weiß Bernd Düsterdiek vom Deutschen Städte- und Gemeindebund nur zu gut. Zwar sei Südwestfalen eine wirtschaftliche „Boomregion“, dennoch attestiere man in den Innenstädten immer wieder eine „Leerstandsproblematik“. Doch woran liegt das? 

„Handel bedeutet eben auch Wandel“, so die Erfahrung von Friedrich Danne aus dem Handelsverband NRW – Südwestfalen. Ein florierender Online-Markt, für den der Handelsverband für 2019 ein weiteres Wachstum um neun Prozent auf rund 59 Milliarden Euro Umsatz prognostiziert, sei ein ausschlaggebender Faktor für die Einbußen des Einzelhandels vor Ort. „Ebay, Zalando, Amazon und Co. sind heute die größten Widersacher des stationären Einzelhandels“, so der Experte. 

Hand in Hand für den Handel: (v.l.) Wirtschaftsförderer Oliver Dülme, Bernd Düsterdiek (DStGB), Bürgermeister Dr. Christof Bartsch und Michael Reink (HDE).

Um den Trend umzukehren, müsse eine Standortgemeinschaft aus allen Akteuren von Kommune, Politik, Gewerbeverbänden, Handel und Wirtschaft entstehen. „Jeder Einzelhändler muss seine Nische suchen, finden und ausbauen und sich wieder auf seine Stärken besinnen“, ist sich Friedrich Danne sicher. Diese lägen in Schnelligkeit, Nachhaltigkeit und Innovation – vor allem aber im menschlichen Kontakt, der Individualisierung und Beratung sowie dem Einkauf als Erlebnis – all das könne das Online-Shopping bei Weitem nicht ersetzen. „Kunden wollen die beste Kombi aus On- und Offline-Shopping – was nicht bedeutet, dass jeder Einzelhändler einen Online-Shop eröffnen, sondern zeigen muss, was er vor Ort zu bieten hat. Der Handel muss sich neu erfinden und Einkaufen in einem Zusammenhang mit Heimatgefühl stehen“, plädiert Düsterdiek weiterhin. 

Daran wird auch in der Stadt Brilon fleißig gearbeitet. Kreative Ideen für eine attraktive Innenstadt liefert insbesondere der Gewerbeverein „Prima Brilon“ mit Stefan Scharfenbaum (Erster Vorsitzender) und Christian Leisse (zweiter Vorsitzender) in enger Zusammenarbeit mit der Stadt, der BWT und Wirtschaftsförderer Oliver Dülme. Sie fungieren als „Sprachrohr des Briloner Einzelhandels“ und kurbeln diesen mit einer Vielzahl von Aktionen an: Verkaufsoffene Sonntage mit Specials, eine Papiertüte mit dem Logo von „Prima Brilon“, die in einer Fotoaktion um die Welt geht, das Event „Fashion Star“ (in Kooperation mit dem SauerlandKurier) sowie die „W.I.B.-Karte“ sind nur einige der Bemühungen von Stadt und Gewerbeverein, die die Menschen wieder vermehrt zum gemütlichen Flanieren durch die Innenstadt anregen sollen. 

Natürlich sehe sich auch der Briloner Handel mit genannten Problemen wie steigenden Kosten und Online-Konkurrenz konfrontiert. Unterkriegen lassen sich die Beteiligten jedoch nicht – stattdessen packen sie die Gelegenheit beim Schopfe, das Beste aus der alten Hansestadt, die laut Düsterdiek seit jeher mit Handwerk, Handel und Wirtschaft auftrumpfe, herauszuholen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare