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Nach zwei Jahren ohne Feiern: Finden Schützenfeste wieder statt?

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Von: Manfred Eigner

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Kreisschützenbund Brilon Kreisschützenversammlung
Nach zwei Jahren ohne Feiern, Festzügen und Vogelschießen blicken die Schützen für dieses Jahr positiv in die Zukunft. © Manfred Eigner

Nach zwei Jahren ohne Feiern, Festzügen und Vogelschießen blicken die Schützen für dieses Jahr positiv in die Zukunft.

Altkreis Brilon - Das war ein deutlicher Tenor auf der gut besuchten Versammlung des Kreisschützenbundes Brilon (KSB) am vergangenen Samstag in der Schützenhalle der St. Josef-Schützenbruderschaft Scharfenberg.

„Wir müssen das Beste aus der Festsaison machen“, unterstrich der Scharfenberger Oberst Jörg Gödde bei seinem Grußwort: „Es ist keine leichte Aufgabe, die man nur gemeinsam bewältigen kann.“

Förderprogramme

Welchen Stellenwert das Schützenwesen in der sozialen Gemeinschaft hat, ist auch in der Politik angekommen. Keine Schützenfeste feiern zu können, ist nicht nur das Fehlen des gemeinsamen Feierns. Vielmehr sind die Vereine und Bruderschaften neben den einkalkulierten Einnahmen ausfallbedingt auf teilweise hohen Kosten für Vorauszahlungen sitzen geblieben. Förderprogramme sollen nun die Vereine in ihrem Wirken unterstützen, um einen Neustart 2022 zu erleichtern. Und so lautet auch ein Förderprogramm, auf das Kreisgeschäftsführer Jürgen Dessel die Vertreter der anwesenden Vereine besonders hingewiesen hat: „Die Vereine und Bruderschaften sollen sich mit dem Programm ,Zukunft Brauchtum’ und dem Förderprogramm ,Neustart miteinander’ beschäftigen. Hier werden gemeinnützige Vereine unterstützt. Es hilft uns beim Neustart der anstehenden Schützenfestsaison und die Fördermöglichkeiten reichen für das gesamte Jahr 2022.“

Weiterhin verwies der Kreisgeschäftsführer auf den von der Universität Paderborn und der Warsteiner Brauerei entwickelten Förderkompass, der auf der Seite des Kreisschützenbundes zu finden ist. „Dieser Förderkompass zeigt alle Fördermöglichkeiten für Schützenvereine und Bruderschaften auf“, hebt Jürgen Dessel hervor.

Neuer Kreispräses

Der Vorsitzende des 30.304 Mitglieder zählenden Kreisschützenbundes Brilon und damit drittgrößten Kreisverband im Sauerländer Schützenbund, Kreisoberst Rüdiger Eppner, verabschiedete in der Versammlung den langjährigen evangelischen Kreispräses Uwe Steinmann und dankte für die gute Zusammenarbeit in den Jahren seines Wirkens für den KSB. So wie er es schon 2014 bei seiner Amtseinführung mit Gesang und seiner Gitarre die Schützen begeisterte, so hielt es der Medebacher auch bei seiner Verabschiedung. Seine Nachfolgerin als evangelischer Kreispräses ist Antje Jäkel. Die gebürtige Ramsbeckerin ist als Pfarrerin in der Briloner Stadtkirche tätig und wohnt in Ostwig. „Damit bin ich dem Schützenwesen mehr als vertraut“, so die 32-Jährige, die in lockerer Art und Weise ihre Verbundenheit zum Sauerländer Schützenwesen zum Ausdruck brachte.

Hutsammlung für Menschen aus der Ukraine

Unausweichlich war auch der Krieg in der Ukraine Thema in der Versammlung, mit der Hoffnung und Bitte um Frieden. Die Hutsammlung zugunsten der Betroffenen erbrachte 2.708 Euro, die von den Scharfenberger Gastgebern auf 3000 Euro und dem Kreisschützenbund nochmals auf 3500 Euro aufgestockt wurde. Dieser Betrag geht an die Firma Viessmann, die einen Ukraine-Hilfsfonds eingerichtet hat und den Betrag ihrerseits noch einmal verdoppelt.

Die Formalien einer solchen Versammlung waren schnell abgearbeitet. Protokoll, Jahres-, Geschäfts- und Kassenbericht waren den einzelnen Vereinen und Bruderschaften vorab zugestellt worden und wurde nach Rückfrage zu eventuellen Klärungsbedarf einstimmig von der Versammlung genehmigt, nachdem Kassenprüfer Christian Mause von der Schützengesellschaft Hallenberg eine gute und ordentliche Kassenführung bestätigt hatte. Zum neuen Kassenprüfer wurde Patrick Potthoff von der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Helmeringhausen einstimmig gewählt.

Wahlen

Von der Zufriedenheit mit der Arbeit des KSB zeugten dann auch die Wahlergebnisse der satzungsgemäßen Wahlen. Allesamt einstimmig wurde Karl Höing aus Alme in seinem Amt als stellvertretender Kreisoberst sowie Jürgen Dessel aus Oberschledorn als Kreisgeschäftsführer in ihren Ämtern bestätigt. Ebenso die Vertreter der sechs im KSB vertretenen Stadtverbände. Franz-Josef Rickert (Alme), Karl-Josef Hoffmann (Bruchhausen), Peter Sauerland (Leitmar), Michael Grosche (Grönebach), Dieter Brieden (Liesen), sowie Michael Müller (Medelon). Sascha Tripke (Niedermarsberg) wurde in seinem Amt als Kreisjugendsprecher ebenfalls bestätigt.

Ehrung

Auch eine Ehrung stand auf der Tagesordnung. „Jeder Vorstand weiß, wie schwer es ist, Menschen bei der Fahne zu halten“, hob Kreisoberst Rüdiger Eppner hervor: „Deshalb möchten wir der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Brilon danken, dass sie nun mehr als 40 Jahre die Standarte des KSB bei Veranstaltungen begleiten. Mehr Treue zur Fahne kann man nicht zeigen, als wenn man dauernd bei der Fahne ist.“

Termine

Kreisschießmeister Manfred Gerbracht aus Düdinghausen verwies auf die Lehrgänge des Sauerländer Schützenbundes (SSB). Zwei davon finden auf dem Schießstand in Leitmar statt. Der Termin für das Kreispokalschießen in Olsberg ist der 21. bis 23. Oktober 2022. Ein weiterer wichtiger Termin für die Schützenbruderschaften und Vereine ist der 30. April 2022. Dann findet die Bundesschützenversammlung in Brilon statt, zu der viele Vertreter der angeschlossenen Vereine erwartet werden.

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