An Konzept wird festgehalten

Neuer Standort gefunden: Feriendorf soll nun in Nähe des Campingplatzes entstehen

Feriendorf Brilon Gudenhagen neuer Standort Reitstall Wrede Campingplatz
+
Der neue Standort des geplanten Feriendorfs, eine circa 2,4 Hektar große Fläche in privatem Besitz, liegt in Nähe des Reitstalls Wrede an der Straße Im Haidknnückel und grenzt direkt an den Campingplatz.

Der Verein Naturschutzgebiet Gudenhagen-Petersborn feiert es als einen „Sieg für den Naturschutz“ und schreibt sich den Verdienst auf die eigenen Fahnen – der Investor sagt, der Naturschutz habe bei dieser Entscheidung gar keine Rolle gespielt. Auf jeden Fall kommt in das Vorhaben Feriendorf Bewegung: Der Projektierer hat einen neuen Standort ausfindig gemacht und will nicht mehr länger am Kahlen Hohl bauen. 

Brilon/Gudenhagen – Seine neuen Anträge wurden am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss beraten, die Beschlüsse lagen bis zum Redaktionsschluss leider noch nicht vor.

Der neue Standort, eine circa 2,4 Hektar große Fläche in privatem Besitz, liegt in Nähe des Reitstalls Wrede an der Straße Im Haidknnückel und grenzt direkt an den Campingplatz.

Investor hält auch am neuen Standort an Konzept fest

Grundsätzlich, so Investor Eckhard Lohmann, halte er auch am neuen Standort an seinem Konzept fest, in einem etwas verkleinerten Umfang. So plant er weiterhin den Bau einer Hotelanlage mit Restaurant und Ferienhäusern. Landschaftlich soll das „Sauerländer Bergdorf“ sich in den Sauerländer Baustil einfügen, unter Verwendung ortstypischer Baumaterialien.

Die Gastronomie werde auf regionale Produkte setzen; mit der Reitschule will er überwiegend ältere Freizeitreiter ansprechen und zum Erhalt aussterbender Pferderassen beitragen, wie sie früher für das Sauerland typisch waren.

Naturschutzverein erhebt erneut schwere Vorwürfe

In einer aktuellen Pressemitteilung erhebt der Naturschutzverein allerdings erneut schwere Vorwürfe gegenüber Investor, Stadtverwaltung und dem Stadtrat. So wird behauptet, die Verantwortlichen hätten sich jahrelang gegen die Suche nach alternativen Standorten gesperrt und seit über zwei Jahren Landesrecht missachtet. Man habe „wissentlich gegen die Landesentwicklung- und Regionalplanung für den HSK verstoßen, der den Poppenberg als ‚Siedlungsbereich für Freizeitwohnen‘ ausweist“.

Die Stadt sagt dazu: „Formalrechtlich ruht das Planverfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes, welches rechtliche Grundlage für den Bebauungsplan Feriendorf ,Am kahlen Hohl’ ist, seit Dezember 2018. (...) Dass der Vorhabenträger an dem Ferienhausgebiet aber festgehalten hat, ist rechtlich nicht zu beanstanden, da auch nach der Änderung des Landesentwicklungsplanes immer noch die Möglichkeit bestand, durch ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren, das Vorhaben am gewünschten Standort auch umsetzen zu können. Zudem entsteht weder durch den Regionalplan, noch den Landesentwicklungsplan die Pflicht an einer Stelle zu planen, viel mehr wird nur eine rechtliche Möglichkeit eröffnet.“

„Der Naturschutz ist nicht der Grund für meine neuen Überlegungen“

Lohmann erklärte, seine Entscheidung für den neuen Standort habe ausschließlich etwas mit dem Landesentwicklungsplan zu tun. Erst im Februar habe er davon Kenntnis erlangt, dass er einen Abweichungsantrag hätte stellen müssen, ein aufwändiges Verfahren, das weitere Verzögerungen bedeutet hätte.

Als sich kürzlich die Möglichkeit für den Erwerb einer Fläche ergab, die zum einen näher an der Kernstadt liegt und zum anderen die Vorgaben des Landesentwicklungsplans erfüllt, habe er entschieden, das Projekt am Standort Kahlen Hohl nicht weiter zu verfolgen. „Der Naturschutz ist nicht der Grund für meine neuen Überlegungen. Die vorgeschlagene Sodenverpflanzung ist ein erprobtes Verfahren, dass ich ohne Weiteres für möglich halte“, betonte er.

Fläche bleibt in landwirtschaftlicher Nutzung

Da das Planverfahren „Am kahlen Hohl“ eingestellt wird, bleibt die Fläche nach Auskunft der Stadt in der landwirtschaftlichen Nutzung. Die formalrechtliche Aufhebung des Planverfahrens wird vorbereitet und soll dem Rat zeitnah zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Lohmann, der diese Fläche von der Stadt gepachtet hat, will sie weiterhin in sein touristisches Konzept einbeziehen.

Er plane eine extensive Mischbewirtschaftung der Wiese, mit einer späten Mahd und einer Nachbeweidung durch Rotes Höhenvieh. Dieses Verfahren ist, laut Johannes Schröder vom Verein für Natur- und Vogelschutz, für die Beweidung von Magerrasen plausibel, solange es den Vorgaben des Kulturlandschaftsplanes folge. (Schröder besitzt beim Umgang mit Magerrasen viel Erfahrung, so pflegt er mit seinem Verein seit Jahren derartige Flächen.)

„Durch mein Vorhaben wäre kein Vogel und kein Insekt gestorben“

Eckhard Lohmann wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nachdrücklich zurück: „Ich werde, vor allem in den sozialen Medien, als der größte Umweltfrevler dargestellt. Aber durch mein Vorhaben wäre kein Vogel und kein Insekt gestorben. Wer mich kennt und sich über meine Projekte informiert, weiß, dass Umweltschutz und landschaftskonforme Planung für mich oberste Priorität haben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare