Steueraufkommen steigt erneut

Finanzamt Brilon knackt wieder die 400-Millionen-Euro-Marke

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Für das Jahr 2018 können sich die Bürger für ihre Steuererklärung erstmals mehr Zeit lassen. Die gesetzliche Abgabefrist verlängert sich um zwei Monate.

Brilon. Nachdem das Finanzamt Brilon im Jahr 2017 erstmals die Marke von 400 Millionen Euro durchbrechen konnte, kann für das Jahr 2018 eine erneute Steigerung vermeldet werden: „Das Steueraufkommen des Finanzamts Brilon liegt mit rund 477 Millionen Euro etwas mehr als 11 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Landesdurchschnitt lag der Steueranstieg in allen NRW-Finanzämtern bei 4,22 Prozent“, so Meike Uhle, kommissarische Leiterin des Finanzamts Brilon, bei der Jahrespressekonferenz am vergangenen Montag.

Hier die Zahlen der einzelnen Steuerarten für das Finanzamt Brilon im Überblick:

Lohnsteuer: 2017: 147.818.621, 2018: 156.921.359, Steigerung: 6,16 Prozent

Umsatzsteuer: 2017: 153.896.110, 2018: 182.500.311, Steigerung: 18,59 Prozent

Einkommensteuer: 2017: 64.003.423, 2018: 77.957.966, Steigerung: 21,80 Prozent

Körperschaftsteuer: 2017: 24.028.771, 2018: 38.655.619, Steigerung: 60,87 Prozent

übrige Steuern und Nebeneinnahmen: 2017: 39.976.427, 2018: 35.074.714, Abnahme: -12,26 Prozent

Gesamtaufkommen 2017: 429.723.397, 2018: 477.221.307, Steigerung: 11,05 Prozent.

Der Zuständigkeitsbereich des Finanzamts umfasst die Stadtgebiete Marsberg, Brilon, Olsberg, Winterberg, Hallenberg und Medebach. Ferner ist das Finanzamt als Zentralamt für die Steuerveranlagung für Land- und Forstwirte für den gesamten Hochsauerlandkreis zuständig.

Derzeit gehen insgesamt 132 (Vorjahr 129) Mitarbeiter im Finanzamt Brilon ihrer Tätigkeit nach; davon sind 78 weiblich und 54 männlich. Die Teilzeitquote (Beschäftigte in Teilzeit) beträgt 38 Prozent (Vorjahr 34 Prozent) und ist damit erneut gestiegen. Elf Mitarbeiter verrichten ihre Arbeit inzwischen vom heimischen Schreibtisch aus, mit einem weiteren Ausbau der Heimarbeitsplätze ist zu rechnen. Der Stammbelegschaft sind ferner insgesamt 17 Finanzanwärter und Steueranwärter sowie eine Aufstiegsbeamtin zuzurechnen, die sich in der Ausbildung befinden. Im September 2019 beginnen weitere sieben Finanzanwärter und zwei Steueranwärter ein Studium beziehungsweise eine Ausbildung.

Mehr Studien- und Ausbildungsplätze

Für das Ausbildungsjahr 2019 stellt die Finanzverwaltung NRW nochmals mehr Studien- und Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Finanzverwaltung führt die in den vergangenen Jahren gestartete Ausbildungs- und Imagekampagne fort. Der Haushalt 2019 sieht für die Ausbildung in der Laufbahngruppe 1.2 (Ausbildung als Finanzwirtin/Finanzwirt) wie im Vorjahr 485 Plätze vor. Für das duale Studium an der Fachhochschule für Finanzen wurden nochmals zusätzliche 40 Studienplätze eingeplant, sodass hier insgesamt 971 Plätze zur Verfügung stehen. Insgesamt kommt die Finanzverwaltung somit auf 1456 neue Auszubildende im Jahr 2019. Das Bewerbungsportal der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen ist für den Ausbildungsbeginn 2020 in diesem Jahr ab Montag, 1. April bis voraussichtlich zum 31. Dezember geöffnet. Eine Bewerbung ist nur online unter www.ausbildung-im-finanzamt.de möglich. Allgemeine Informationen zur Ausbildung finden sich unter www.finanzverwaltung.nrw.de/de/karriere.

Um die zahlreichen altersbedingten Abgänge aufzufangen, stellt die Finanzverwaltung NRW zusätzlich zu den Auszubildenden verstärkt Regierungsbeschäftigte neu ein. Zum 1. März haben landesweit 100 neue Mitarbeiter für die Umsatzsteuervoranmeldungs-, Lohnsteuerarbeitgeber- und Neuaufnahmestellen ihren Dienst angetreten, davon eine beim Finanzamt Brilon. Für die Grundstücksstellen folgen am 1. Juli nochmals 100 Regierungsbeschäftigte, dem Finanzamt Brilon sind hiervon zwei Stellen zugeteilt. Die Finanzverwaltung NRW öffnet sich hierdurch für Einsteiger mit den verschiedensten Ausbildungsgängen, die durch eine halbjährige Ausbildungsphase bestehend aus sich abwechselnden Praxis- und Theorieabschnitten auf ihre neue Aufgabe vorbereitet werden.

Regelmäßige Bürgerbefragungen

Die Finanzverwaltung NRW arbeitet zudem laufend daran, ihre Serviceangebote für die Bürger zu verbessern. Seit 2002 fanden daher regelmäßig Bürgerbefragungen statt, die zu vielen Verbesserungen geführt haben. So wurden Vordrucke, Bescheide und Schreiben aufgrund der Wünsche und Anregungen angepasst und bürgerfreundlicher gestaltet. Um eine noch höhere Bürgerfreundlichkeit zu erreichen, wird noch bis zum 29. Februar 2020 eine Bürgerbefragung durchgeführt. Diese wird in Form einer Online-Befragung unter www.ich-mache-mit.nrw.de oder durch Scannen eines in jedem Finanzamt im Empfangsbereich ausliegenden QR-Codes durchgeführt. Die Teilnahme ist anonym und dauert nur wenige Minuten. Die zentralen Ergebnisse können direkt nach der Auswertung unter www.finanzverwaltung.nrw.de eingesehen werden.

Die Finanzämter haben Anfang März mit der Bearbeitung der Einkommensteuer für das Jahr 2018 begonnen. Die Finanzverwaltung NRW bietet die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu erledigen. Die Steuererklärung kann am Computer erstellt und über „Elster“ elektronisch ans Finanzamt geschickt werden. Dies bietet besonders für die Steuerbürger Vorteile: Die Daten müssen nicht mehr per Hand eingegeben werden. Unter www.elster.de steht den Bürgern dafür als kostenloses Produkt „Mein Elster“ zur Verfügung. Neben der elektronischen Erstellung der Steuererklärung können dort die aktuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) eingesehen werden. Darüber hinaus ist es möglich, Einspruch einzulegen, Anträge auf Fristverlängerung oder Anpassung der Vorauszahlungen zu stellen. Zusätzlich steht nach der Registrierung der Belegabruf, auch vorausgefüllte Steuererklärung genannt, zur Verfügung. „Die vorausgefüllte Steuererklärung hat den Vorteil, dass Sie bereits dem Finanzamt vorliegende Daten nicht mehr eingeben, sondern nur noch überprüfen und gegebenenfalls ergänzen müssen“, erläutert Meike Uhle. Die ausgefüllte Steuererklärung wird schließlich auf elektronischem Wege und aufgrund der vorherigen Registrierung authentifiziert – ohne Ausdruck und ohne Unterschrift – direkt an das Finanzamt gesendet. Darüber hinaus können über „Mein Elster“ ab dem zweiten Jahr auch die Angaben aus dem Vorjahr übernommen werden.

Erstmals mehr Zeit für die Steuererklärung

Für das Jahr 2018 können sich die Bürger für ihre Steuererklärung erstmals mehr Zeit lassen. Die gesetzliche Abgabefrist verlängert sich um zwei Monate. Das bedeutet für die Einkommensteuererklärung 2018, dass sich das Ende der Abgabefrist auf den 31. Juli 2019 verschiebt. Sofern ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein bei der Erstellung der Erklärung mitwirkt, müssen die Steuererklärungen sogar erst bis Ende Februar des Nachfolgejahres dem Finanzamt vorliegen. Da der 29. Februar 2020 auf einen Samstag fällt, bleibt für die Abgabe der Steuererklärung 2018 bis zum 2. März 2020 Zeit.

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