Knotenpunkt Brilon

Finissage - aber kein Ende: Festival „Die Textile“ setzt nachhaltige Ausrufezeichen

Finissage Textile Festival Knotenpunkt Brilon
+
Applaus für die Briloner Akteure des Textile-Festivals: die Schülerinnen der Marienschule Jana Labasov, Lale Neuhäuser und Leonie Dirkes mit Lehrerin Anna-Lena Krämer, Heike Fritz vom Verein Kunterbunt, die Projektleiterin der Textile Christine Bargstedt,Thomas Mester und Textile-Koordinatorin Dr. Frauke Brauer, beide Brilon Kultour, vorne: die Bürgermeister Dr. Christof Bartsch und Burkhard König sowie Künstlerin Katharina Kretzschmar.

Mit der Finissage der Textile 2021, an der Brilon erstmals als Knotenpunkt teilnahm, ist am Sonntag eine kreatives und inspirierendes Festival rund um das Thema Textilien zu Ende gegangen. Die Anregungen, die davon ausgingen, werden aber weiter wirken.

Brilon – In der von der Dresdener Künstlerin Katharina Kretzschmar gestalteten „Mojo Agency“, einem mit Second-Hand-Kleidung behangenen kleinen Häuschen, konnte man sich ein Kleidungsstück auswählen, das, nach eingehender Beratung mit der Künstlerin, mit einem Glücksmotiv versehen wurde. Nach dem Festivalende konnte man sich seinen persönlichen Glücksbringer mit nach Hause nehmen.

Zur bleibenden Erinnerung verhelfen auch die Produkte des Upcycling-Workshops „Von der Schrankleiche zum It-Piece“, in dem, unter der Anleitung der Dubliner Designerin Maria Pantel, ausgediente Kleidungsstücke dank raffinierter Applikationen zu regelrechten Hinguckern aufgepeppt wurden.

Finissage - aber kein Ende: Festival „Die Textile“ setzt nachhaltige Ausrufezeichen

Finissage Textile 2021 Brilon
Finissage Textile 2021 Brilon
Finissage Textile 2021 Brilon
Finissage Textile 2021 Brilon
Finissage - aber kein Ende: Festival „Die Textile“ setzt nachhaltige Ausrufezeichen

Die Stadtbibliothek präsentierte bei der Finissage neben einem Büchertisch ebenfalls eine Mitmach-Aktion, in dem alte T-Shirts zu Kissenbezügen umgestaltet werden konnten. Der Briloner Arbeitskreis Nachhaltigkeit hatte auf dem Marktplatz sein Glücksrad aufgestellt, bei dem man wertvolle Tipps erspielen konnte, wie man Umwelt und Klima etwas Gutes tut.

Auch Schulen hatten sich am Festival beteiligt. Drei Schülerinnen der Marienschule gestalteten eine Ausstellung, in der sie die heutigen Konsumgewohnheiten hinterfragten. Die von Schülern der Georg-Friedrich-Daumer-Schule gebastelten Klappmaulpuppen sind in Briloner Schaufenstern zu sehen.

Finale: „Strickliesel unterwegs“-Challenge

Das große Finale allerdings fand am Kernstandort des Festivals in Schmallenberg mit der „Strickliesel unterwegs“-Challenge statt, als der in Gemeinschaftsarbeit geschaffene XXL-Stickliesel-Schlauch – rund dreieinhalb Meter davon waren in Brilon entstanden; auch Bürgermeister Dr. Christof Bartsch hatte ein kleines Stückchen mitgewirkt – ausgerollt wurde. Das Ziel, die Schmallenberger Ost- und Weststraße zu verbinden, eine circa 1,4 Kilometer lange Strecke, wurde dabei locker erreicht. Am Ende maß der Schlauch mehr als 1800 Meter.

Ich freue mich, wie Brilon die Idee der Textile begeistert aufgegriffen und mit eigenem Engagement bereichert hat.

Burkhard König

Schmallenbergs Bürgermeister Burkhard König, der eigens zur Finissage nach Brilon gekommen war, erzählte, wie das Festival, welches in dem traditionellen Textilindustriestandort Schmallenberg seit 2015 alle drei Jahre stattfindet, entstanden ist und wie der Erfolg sie dazu bewogen habe, mit den „Knotenpunkten“ Ableger in den Nachbarkommunen zu bilden. „Ich freue mich, wie Brilon die Idee der Textile begeistert aufgegriffen und mit eigenem Engagement bereichert hat“, sagte König und formulierte den Wunsch, dass die Idee des Knotenpunkts weit über die Textile hinausgeht und in andere Bereiche ausstrahlt.

Der Funke war bereits 2018 von Schmallenberg nach Brilon übergesprungen, als aus dem Tipi-Projekt der Remscheider Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck die „Zelte der Begegnung“ wurden, die im Rahmen der internationalen Hansetage im vorigen Jahr für Furore sorgten, erinnerte sich Bartsch. „Dies zeigt, was ‚Die Textile‘ ausmacht: Kunst nicht nur als Selbstzweck sondern auch gesellschaftliche Aussage und Kritik.“ Alles, was hier zur Ansicht gebracht wurde, müsse in die Gesellschaft getragen werden. „Lassen Sie sich inspirieren“, lautete sein Appell.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare