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„Tim Gallery“ vor dem Aus? Förderung läuft aus: Künstler muss Galerie schließen

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Von: Claudia Metten

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Der Künstler Tim Guse („Tim Onday“) vor seiner Galerie im Briloner Volksbank-Center: Zum Ende des Förderprogramms muss er die Pforten seiner „Tim Gallery“ schließen.
Der Künstler Tim Guse („Tim Onday“) vor seiner Galerie im Briloner Volksbank-Center: Zum Ende des Förderprogramms muss er die Pforten seiner „Tim Gallery“ schließen. © Claudia Metten

Die Kunstgalerie „Tim Gallery“ im Briloner Volksbank-Center muss zum 28. Februar 2023 ihre Pforten schließen. Warum das so ist und wie es weitergeht.

Brilon – Die Kunstgalerie „Tim Gallery“ im Briloner Volksbank-Center muss zum 28. Februar 2023 ihre Pforten schließen, denn das Förderprogramm „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen 2020” läuft aus.

Schweren Herzens muss Ausnahmekünstler Tim Guse, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Tim Onday, voraussichtlich seinen Traum in Brilon an den Nagel hängen, auch weiterhin internationale Künstler langfristig in die Hansestadt zu holen und so die Kulturszene umfangreich zu beleben.

„Für die Chance, die mir gegeben wurde, bin ich sehr dankbar“

„Nach eineinhalb Jahren läuft die Förderung leider aus. Ich hätte gerne mit der Stadt zusammen das großartige Projekt weiter ausgebaut. Für die Chance, die mir gegeben wurde, bin ich sehr dankbar. Jetzt habe ich den Mut, in Deutschland eine neue Galerie zu eröffnen“, so Tim Onday, der in seinen ausdrucksstarken Werken surreal und kreativ seine Träume sowie Visionen verarbeitet und zum Ausdruck bringt.

Seit der Corona-Pandemie arbeitet der Briloner Maler weltweit mit rund 2000 internationalen Künstlern zusammen, hat ein Netzwerk aufgebaut, das ihn in der Szene zu einem Star hat werden lassen. Inzwischen auf Seidenschals, Flaschen und Skateboards verewigt, strebt Guse weitere Projekte an. Er designed Kleidung auf seine Leinwände, plant 2024 eine eigene Modelinie sowie ein Kinderbuch herauszubringen.

„Hier ist mein Zuhause, hier lebt meine Familie, hier fühle ich mich wohl“

„Ich habe so viele Pläne und neue Projekte angestoßen. Am liebsten würde ich meine Ideen in Brilon verwirklichen, denn hier ist mein Zuhause, hier lebt meine Familie, hier fühle ich mich wohl“, so der schillernde Künstler. „Ich wünsche mir nur etwas Unterstützung von der Stadt beziehungsweise von weiteren Kooperationspartnern, damit wir gemeinsam weitermachen können.“

Eng mit der Hansestadt verknüpft arbeitet Tim Guse seit zweieinhalb Jahren regelmäßig mit sozialen Einrichtungen zusammen, mit Schulen, Kindergärten, ist in sozialen Planungen stark involviert. Durch seine Galerie hat er inzwischen sogar Kulturschaffenden das Sprungbrett in die internationale Kunstszene geebnet. Regelmäßige Veranstaltungen – ein bis zweimal im Monat – in der „Tim Gallery“ haben zudem laut dem Maler viele weitere Künstler mit ihren Familien in Brilon übernachten lassen, wodurch die Gastronomie sowie das Hotelgewerbe in den schweren Zeiten der letzten beiden Jahre unterstützt worden ist.

Umzug in anderes Bundesland?

„Ich bekomme E-Mails aus anderen Bundesländern, um dort meine Galerie zu eröffnen. Insbesondere Bayern und Brandenburg haben mir bereits interessante Angebote unterbreitet“, so Tim Onday. „Trotzdem hoffe ich noch, dass als Einzelförderung das Kulturprojekt in Brilon begünstigt werden kann und ich mit meiner Familie nicht in ein anderes Bundesland umziehen muss. Denn unsere Liebe gehört einfach Brilon und dem Sauerland.“

Thomas Mester, Leiter Brilon Kultour, sagt dazu: „Die Förderung in diesem Stil gibt es nicht mehr. Das Europaprojekt war ein Projekt des Anschiebens. Innerhalb der zwei Jahre hatten alle die Möglichkeit sich so aufzustellen, um anschließend auf eigenen Beinen zu stehen. Wir haben die ,Tim Gallery’ von Anfang bis Ende unterstützt, jede Ausstellung von Tim Guse in unserem Kulturheft veröffentlicht. Es wäre sehr schade, wenn er gehen würde.“

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