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Forschungsprojekt über Hexenprozesse wird beim Themenabend vorgestellt

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Heute kann genau bestimmt werden, wo die Prozesse in Brilon stattfanden.
Heute kann genau bestimmt werden, wo die Prozesse in Brilon stattfanden.

Brilon. Der Briloner Heimatbund - Semper Idem und das Haus Hövener veranstalten wieder einen Geschichtsthemenabend. Thema des Vortrages ist das aktuellste Forschungsprojekt über die Hexenprozesse in Brilon. Aufgrund des großen Andranges lädt das Museum Haus Hövener und der Briloner Heimatbund alle interessierten Bürger zu einem weiteren Termin für Donnerstag, 29. März, um 19 Uhr ins Haus Hövener ein.

Wie Zahnräder greifen Heimatbund und Museum ineinander, sobald es darum geht, die Geschichte der Stadt ihren Bürgern näherzubringen. Dieses gelang kürzlich wieder durch die Erschließung von Quellen über die Hexenprozesswelle, die die Bürger gegen Ende des 17. Jahrhunderts erschütterte. Bisher war nur wenig über dieses dunkle Kapitel der Vergangenheit bekannt. Der Stadthistoriker Gerhard Brökel (=) hat dazu geforscht. Diese Forschungsergebnisse werden nun durch Verhörprotokolle und Anklageschriften vervollständigt. Dem Museum Haus Hövener gelang es mit Hilfe des Arbeitskreises „Alte Schriften“ des Briloner Heimatbundes – Semper Idem, diese einzigartigen Dokumente durch die Transkriptionen der Bevölkerung zugänglich zu machen. Jetzt kann die Justizgeschichte der Zeit erzählt werden.

Auf knapp 100 Seiten sind die Schicksale zweier Frauen verewigt. Beide konnten dem Teufelskreis aus Denunziation, Verhör, Folter und letztendlichem Urteil nicht entgehen. Anna Amalia Muschel wurde 1684 der Hexerei bezichtigt. Es entwickelte sich ein typischer Hexenprozess, der zuletzt mit der Hinrichtung der Frau endete.

Ganze 48 Jahre später sollte sich die aus Hannover stammende Reisende Veronika Weigmann gleichen Anschuldigungen ausgesetzt sehen. Doch zwischen den beiden Verhandlungen bestehen große Unterschiede. Vergleicht man die Prozesse, ergibt sich eine ergreifende Geschichte, die es zu erzählen gilt. Wer waren diese Frauen? Was warf man ihnen vor? Und wie sind diese relativ spät einsetzenden Prozesse zu erklären? Diese Fragen werden während des Vortrages beantwortet. Dabei geht es auf keinen Fall um das Erzählen von Schauermärchen. Vielmehr ist es das Ziel, objektiv, kritisch und ohne Scheuklappen, die eigene Geschichte besser zu verstehen“, erklären die Verantwortlichen des Museums Haus Hövener und des Briloner Heimatbundes.

Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter Tel. 0 29 61/9 63 99 01 wird gebeten. Referent des Abends ist Carsten Schlömer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums Haus Hövener.

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