Ausweg aus der Armut

Freiwilligendienst: Malte Joeres aus Alme engagiert sich an einer Grundschule in Peru

Malte Joeres aus Alme absolviert zurzeit einen Freiwilligendienst in der Grundschule „Jesus Trabajador“ in Cajamarca, Peru.

Alme/Cajamarca - „Was willst du denn da?“ –Viele seiner Freunde konnten nicht so recht nachvollziehen, warum der 18-jährige Malte Joeres nach dem Abitur ein Jahr in Südamerika leben und arbeiten möchte. „Dennoch stand für mich schon früh fest, dass ich nach meiner achtjährigen Schullaufbahn eine neue Herausforderung im Ausland suche“, berichtet der Almer, der Anfang August zum Freiwilligendienst an einer Grundschule in Peru aufbrach.

„Die Vorstellung, mein gewohntes Umfeld für ein Jahr zu verlassen und mich an einem anderen Ort in einem sozialen Projekt zu engagieren, fand ich sehr reizvoll“, begründet Malte Joeres seine Entscheidung, den Freiwilligendienst anzutreten und bedankt sich für die finanzielle Unterstützung vom Lions Club Brilon-Marsberg. 

Durch einen Vortrag in seiner Schule, dem Mauritius-Gymnasium in Büren, wurde er vor einem Jahr auf den Paderborner Verein „Mundus eine Welt“ aufmerksam. „Mundus“ entsendet jedes Jahr Freiwillige im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes in verschiedene Entwicklungsländer. „Ich war begeistert und bewarb mich daraufhin im Sommer 2018 bei dem Paderborner Verein.“ Im November 2018 nahm er dann an einem Orientierungswochenende mit ehemaligen und zukünftigen Freiwilligen und den Organisatoren von „Mundus“ teil. Dort wurden auch die verschiedenen Einsatzstellen vorgestellt. 

"Einzige Möglichkeit für die Kinder zur Schule zu gehen"

„Von Anfang an war das Projekt in Peru mein Favorit“, berichtet der 18-Jährige. Dabei handelt es sich um die Grundschule „Jesus Trabajador“. Diese liegt in der 230.000 Einwohnerstadt „Cajamarca“ im Norden des Landes, auf 2700 Metern Höhe. „Die Schule richtet sich an finanziell schwache Familien und arbeitende Kinder. Sie ist oft die einzige Möglichkeit für die Kinder zur Schule zu gehen, da die öffentlichen Schulen für sie zu teuer sind. Auf die Schule gehen 120 Kinder, verteilt auf sechs Klassen.“ Seit vier Wochen arbeitet er nun schon in der Schule mit. „Die Lehrerinnen und Lehrer haben mich sehr freundlich aufgenommen. Es freut mich, dass ich mich bereits auf vielfältige Weise im Schulalltag einbringen kann“, berichtet der Almer von seinen ersten Erfahrungen in Peru. „Montags gehe ich mit dem Schulleiter auf den Markt in Cajamarca und kaufe Obst und Gemüse für die gesamte Woche ein. Das riesige Angebot an exotischen Lebensmitteln beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue.“ 

Trotz großer Armut und familiären Problemen: Die Schule ist für die Kinder in Cajamarca ein Ort, an dem sie lernen, aber auch spielen und toben können.

Zu seinem neuen Alltag gehört es, jeden Mittag in der schuleigenen Küche bei der Essensausgabe zu helfen: „Oft bekommen die Kinder dort ihre einzige warme Mahlzeit am Tag.“ Neben den Aufgaben in der Küche ist er für die Schulbibliothek zuständig. Lehrer kommen zu ihm, um sich Lernmaterial auszuleihen. „Aber auch die Schulkinder halten sich in den Pausen gerne dort auf. Außerdem gebe ich in drei Klassen Englischunterricht.“ In den ersten vier Wochen hat Malte Joeres schon viele verschiedene Eindrücke sammeln können. 

Besonders die Armut in dem Viertel, in dem die Schule liegt, berührt ihn zutiefst: „Die Kinder haben fast alle mit familiären Problemen zu kämpfen: Oft sind Elternteile verstorben, viele Väter sind alkoholabhängig. Es kommt vor, dass man morgens die Häuser der Familien aufsuchen muss, weil die Kinder nicht zur Schule gekommen sind.“ Umso erstaunlicher findet Malte Joeres, dass die Kinder trotz der Armut und den gravierenden Problemen in ihren Familien sehr fröhlich und lebendig sind: „Die Schule ist für die Kinder ein Ort, an dem sie lernen, aber auch spielen und toben können.“ 

Der 18-Jährige ist froh, Teil dieses Projekts zu sein, denn „die Schule Jesus Trabajador ist vielleicht ein Ausweg für diese Kinder aus der Armut“.

Bewerbung für den Freiwilligendienst

Der Verein „Mundus eine Welt“ setzt sich seit über 25 Jahren für die Eine-Welt-Arbeit ein. Getragen wird die Arbeit vom Erzbistum Paderborn und dem Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Junge Freiwillige engagieren sich für ein Jahr in sozialen Projekten in Mittel- und Südamerika und in afrikanischen Ländern. Bewerbungen für eine Ausreise im Sommer 2020 können ab sofort eingereicht werden. Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober. Weitere Infos und Kontaktdaten unter www.mundus-eine-welt.de.

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