Angesprochen sind vor allem Briloner ab 55

Gemeinsam statt einsam: Neues Projekt „Briloner Mosaik“ bringt Menschen zusammen

+
Gleichgesinnte finden und mit denen etwas machen – das ist das Ziel des Projekts „Briloner Mosaik“ der evangelischen Kirchengemeinde.

Brilon. Gemeinsam Fahrrad fahren, ins Kino gehen, wandern, Englisch lernen, Strümpfe stricken, Karten spielen, neue Kochrezepte ausprobieren – zusammen mit Gleichgesinnten machen Hobbys und Interessen viel mehr Spaß. Deshalb hat die Evangelische Kirchengemeinde in Brilon ein neues Projekt ins Leben gerufen: das „Briloner Mosaik“. Angesprochen sind alle Briloner, die 55 Jahre oder älter sind und gerne mit anderen etwas gemeinsam machen wollen.

Durch das Projekt sollen Netzwerke entstehen, die gerade der Vereinsamung im Alter entgegen wirken. „Im Leben gibt es immer wieder Zeitabschnitte, in denen alte Kontakte wegbrechen: Ruhestand, Scheidung, Tod des Lebenspartners, Auszug der Kinder“, erklärt Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer von der Evangelischen Kirchengemeinde. „Viele Menschen fallen zum Beispiel in ein Loch, wenn sie in Rente gehen oder wenn die Kinder aus dem Haus sind. Das ,Briloner Mosaik’ möchte diese Leute auffangen. Es ist keine Konkurrenz zu anderen Vereinen. Wir wollen eine ergänzende Möglichkeit bieten, Menschen die nicht mehr verbunden sind, zusammen zu bringen.“ 

"Frühzeitig Netzwerke aufbauen"

Ansprechpartnerin und Koordinatorin des Projekts ist Annika Siegel, die vor einem Jahr die Weiterbildung zur GemeindeSchwester begonnen hat. „Wir werden alle älter und die Vereinsamung damit leider auch“, weiß die GemeindeSchwester aus eigener Erfahrung, da sie im Pflegedienst mit vielen älteren Menschen gearbeitet hat. „Angehörige und Freunde sterben, da ist es gut, wenn man sich frühzeitig Netzwerke aufbaut.“ Zu ihrem Aufgabenbereich gehört es neue Projekte in der Gemeinde zu entwickeln, zu begleiten und Menschen zu vernetzen.

Die Idee zum „Briloner Mosaik“ hat der Diakonie-Ausschuss (bestehend aus Claudia Bork-Thiel, Heike Fritz, Elke Hinz, Kathrin Koppe-Bäumer, Ellen Mendelin-Plauth und Annika Siegel) von Gemeinden in Essen-Kettwig und Vlotho. Dort wurden bereits erfolgreich vergleichbare Netzwerke gegründet.

Erstes Treffen am 31. März

Das erste Treffen ist am Sonntag, 31. März, um 15.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum in Brilon. Dort schreiben die Anwesenden zunächst ihre „Herzenswünsche“ also ihre Hobbys und Interessen auf. So finden sie andere, die mit ihnen eine Gruppe Gleichgesinnter gründen wollen. „Das können zum Beispiel ein Konzertbesuch oder ein Kaffeeklatsch sein“, sagt Annika Siegel. Die Gruppen organisieren zwar ihre Treffen selbst, aber die Kirchengemeinde stellt die Räumlichkeiten und hilft bei der Organisation. Regelmäßig wird es auch einen Stammtisch und einmal im Jahr ein großes Netzwerktreffen geben. „Es sollen sich möglichst viele Gruppen bilden. Jeder ist mit seiner Idee willkommen und kann auch gerne Freunde und Bekannte mitbringen“, lädt Kathrin Koppe-Bäumer ein und Heike Fritz vom Diakonie-Ausschuss ergänzt: „Wir wollen einen Raum schaffen, indem man sich mit Offenheit und Herzlichkeit begegnet, um Ideen mit Hilfe von anderen zu verwirklichen.“ Wichtig sei, dass die Gruppen nach dem Gründungstag offen bleiben, damit sich auch nachher noch Gleichgesinnte anschließen können.

Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer, Heike Fritz (Diakonie-Ausschuss) und GemeindeSchwester Annika Siegel (v.l.) laden zum ersten Treffen vom „Briloner Mosaik“ für Sonntag, 31. März, ins Evangelische Gemeindezentrum ein. 

Eingeladen sind alle, die 55 und älter sind. „Wer jünger ist, kann natürlich auch kommen“, so die Organisatorinnen. Die Konfession spielt dabei auch keine Rolle: „Ob evangelisch, katholisch oder kirchenfern ist ganz egal. Wer kommt, sollte Lust haben, Kontakte aufzubauen und mit anderen etwas zu machen.“

Flyer zum Projekt „Briloner Mosaik“ liegen an allen öffentlichen Stellen im Briloner Stadtgebiet aus. Weitere Informationen gibt es auch im Evangelischen Gemeindebüro, Tel. 0 29 61/5 00 20.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare