Geschichte in neuem Licht

Die Stifterin Wilhelmine Hövener lebte jahrzehntelang in einem 'Museum'.

Grenzenlose Überraschung herrschte bei den Wissenschaftlern, als sie 1994 das erste Mal das Haus Hövener am Briloner Markt betraten. Ein einmaliger Schatz für Westfalen - bislang für die meisten Augen verborgen - wartete in dem 1803/04 gebauten Palais auf die Fachleute, das bis 1999 von Studiendirektorin Wilhelmine Hövener bewohnt und nach ihrem Tod einer Stiftung überlassen wurde. Ein neues Licht fiel auf die westfälische Industriegeschichte und festigte Brilons Bedeutung als Kulturstadt.

Das Inventar des Hauses ist von unschätzbarem Wert für die Wissenschaftler. Sie stießen auf Mobiliar aus verschiedenen Stilepochen, wertvolles Porzellan und Glas, eine Bibliothek und ein Archiv sowie auf einen umfangreichen Bildbestand. Bereits 1816 kam ein Prozess in Gang, der das Haus Hövener heute so außergewöhnlich spannend erscheinen lässt.

Rund 350 Jahre Familiengeschichte

In dem Jahr kaufte Maria Charlotte Catharina Unkraut geborene von Germeten das Palais. Um sich das Prestigeobjekt leisten zu können, verkaufte sie drei ihrer Häuser in Brilon. Alle wertvollen Gegenstände, die sich in den verschiedenen Häusern der Familie angesammelt hatten, wurden im Haus Hövener zusammengeführt. Abgesehen vom normalen Schwund oder Metallspenden in Kriegszeiten wurde später nichts mehr weggeworfen, sondern fein säuberlich verpackt und zum Teil beschriftet im Haus verstaut. Rund 350 Jahre Familiengeschichte kamen so über die Jahre zusammen. Die ältesten Familienstücke stammen sogar aus der Zeit um 1550. Seit 1956 war Wilhelmine Hövener - letzter Spross der Briloner Gewerkenfamilie - Alleinbewohnerin des klassizistischen Hauses. Die einzigen Neuerungen, die Eingang fanden, waren die Einrichtung eines Arbeitszimmers, Literatur und Schreibutensilien.

Fortsetzung auf fl Seite11

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