Geplanter Baubeginn: 2022

Bauantrag wird gestellt: Gremien votieren einstimmig für Bau der LWL-Tagesklinik in Brilon

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Hier soll sie entstehen: Die LWL-Tagesklinik mit psychiatrischer Institutsambulanz. Parlamentarischer LWL-Geschäftsführer Wolfgang Dieckmann freut sich, dass es endlich losgeht.

Die Tinte ist noch nicht ganz trocken unter dem Beschluss, aber mit dem positiven Votum des Landschaftsausschusses vor wenigen Tagen hat die geplante Tagesklinik mit psychiatrischer Institutsambulanz in Brilon aus Sicht der LWL ihre letzte, entscheidende Hürde genommen.

Brilon –„Das Tolle ist, alle Gremien waren einstimmig dafür“, freut sich Wolfgang Diekmann, Parlamentarischer Geschäftsführer der LWL, der für die CDU-Fraktion zugleich im Briloner Stadtrat sitzt.

Den Grundsatzbeschluss dafür war im Herbst 2016 gefällt worden (SauerlandKurier berichtete.) und traf auf breite Zustimmung vonseiten der Kommune Brilon und des Krankenhauses Maria Hilf. Die darin avisierte stationäre Einheit soll nun aber in Marsberg realisiert werden, dem Hauptstandort der LWL-Klinik im Hochsauerland.

Brilon schließt Versorgungslücke

Überzeugt hat die Verantwortlichen, dass Brilon eine Versorgungslücke schließt zwischen den vorhandenen Standorten Marsberg und Schmallenberg-Bad Fredeburg. Außerdem verbessere sie Möglichkeiten einer interdisziplinären Behandlung. „Mit der Schaffung der Tagesklinik am Standort Brilon ist das Ziel verbunden, in Kooperation mit dem Krankenhaus Maria-Hilf durch die wechselseitige Vernetzung somatischer und psychiatrischer Behandlungsangebote ein teilstationäres und ambulantes Behandlungszentrum für Erwachsenenpsychiatrie im Pflichtversorgungsgebiet aufzubauen“, heißt es im Beschlussvorschlag.

Gebaut werden soll die Klinik in unmittelbarer Nachbarschaft zum Krankenhaus Maria-Hilf, auf einer Freifläche (Wiese) die dem Krankenhaus gehört, direkt oberhalb des Besucherparkplatzes. Dabei wird hinreichend Abstand gehalten, um einer eventuellen späteren Erweiterung des Krankenhauses nicht im Wege zu stehen.

3.700 Quadratmeter

Der Grundstückserwerb (rund 3.700 Quadratmeter) zwischen Krankenhaus und LWL ist vorverhandelt und soll nach erfolgtem Baubeschluss jetzt abgeschlossen werden. Baurechtlich ist das Areal für die Erweiterung des Krankenhauses ausgewiesen.

Die Tagesklinik wird zwölf Plätze bieten, die Ambulanz für durchschnittlich 1200 Patienten im Jahr ausgelegt sein. Die Behandlungsfläche wird circa 900 Quadratmeter betragen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 5,4 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Eigenmitteln der LWL-Klinik Marsberg, Krankenhausfördermitteln sowie einem Zuschuss vom Landschaftsverband.

Dreischossiges Gebäude geplant

Geplant ist ein dreigeschossiges Gebäude, dass sich terrassenförmig in die Hanglage einschmiegt. Die Ambulanz befindet sich im Erdgeschoss, die beiden oberen Stockwerke sind der Tagesklinik vorbehalten, mit einem ebenerdigen Ausgang auf der Hangseite. Atmosphärisch prägend, soll der quaderförmige Neubau im Erdgeschoss einen bepflanzten Lichthof erhalten, der von den L-förmig aufgesetzten oberen Geschossen aus einsehbar ist.

Der Zugang erfolgt vom bestehenden Besucherparkplatz des Krankenhauses, der von der Tagesklinik mitgenutzt und dazu entsprechend erweitert wird. In seiner Ausrichtung greift der Neubau die Flucht des Krankenhausgebäudes auf.

Offen, einladend und gleichzeitig ökonomisch

Die Anordnung der Räumlichkeiten soll offen, einladend und gleichzeitig ökonomisch in Beziehung auf die Arbeitsabläufe sein. Zudem soll sie ein gewisses Maß an Flexibilität beinhalten. Barrierefreiheit spielt natürlich ebenfalls eine Rolle. Sie soll neben der motorischen Einschränkung auch sensorische Einschränkungen berücksichtigen.

Möglich machen das informative Systeme, welche, dem Zwei-Sinne-Prinzip folgend, neben optischen auch taktile und akustische Signale beinhalten.

Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Umweltschutz verankert

In der optischen Gestaltung (Farben, Materialien) will sich der Neubau am Gebäudebestand orientieren. Diekmann macht sich für den Einsatz von Holz als Baumaterial – prägend für Brilon – stark. Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind in den LWL-Bauleitlinien verankert. So sollen unter anderem Dachflächen begrünt und mit Photovoltaik ausgerüstet werden.

Als nächster Schritt wird jetzt der Bauantrag gestellt. Für dessen Genehmigung, die weitere Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe geht man von einem Zeitraum von ungefähr acht Monaten aus. Damit könnten erste Vorabmaßnahmen Ende des Jahres erfolgen, der eigentliche Baubeginn Anfang 2022. Eingeplant ist eine Bauzeit von circa 20 Monaten.

Zukunft fest im Blick

Wolfgang Diekmann hat darüber hinaus bereits die Zukunft fest im Blick: So kämpft er nun dafür, dass es, in einer zweiten Projektphase, in Brilon auch noch eine vollstationäre Einheit mit circa 20 Betten geben soll. Im LWL-Fachausschuss hat er sich bereits dafür stark gemacht. Dafür müsste aber ein neuer Antrag bei der Bezirksregierung gestellt werden.

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