Kinder beschäftigen sich mit Sterben und Trauer

Tod heißt Abschied

Stefanie Henke von der Stadtbibliothek hat sofort den richtigen Draht zu den Kindern gefunden. Foto: Manfred Eigner

Gespannt saßen die Kleinen auf Hocker und Boden des Bilderbuchkinos in der Briloner Stadtbibliothek und erlebten beim Aktionstag „Kinder, Tod und Trauer“ in verschiedenen Geschichten, dass der Tod zum Leben dazugehört und wie damit umgegangen werden kann. Spannend und kindgerecht erzählte Mitarbeiterin Stefanie Henke Geschichten rund um den Tod einer Hummel, eines geliebten Hamsters oder eines Huhnes und eines Hahns. Hauptdarsteller sind Kinder verschiedenen Alters, die alle unterschiedlich mit der Situation umgehen: Trauernd, tröstend, kindlich aber auch neugierig.

Bebildert durch dazugehörigen Zeichnungen sind die kleinen Besucher mittendrin und wissen auch viel dazu beizutragen. Auf den Bildern sehen sie Details, die Erwachsene nebensächlich erscheinen, wie zum Beispiel die Steine um das Hühnergrab, das von den Kindern als Grabsteine erkannt und beschrieben wurde. Trost und jemanden zu haben, der in der Trauer zur Seite steht, ist für sie sehr wichtig. In Anlehnung an die verstorbene Hummel aus einer Geschichte bastelten die Kinder ein Insekt und aus Pappschachteln einen kleinen Sarg samt Schmuck. „Wir betreten mit diesem Thema bewusst Neuland“, beschreibt Ute Hachmann, Leiterin der Briloner Stadtbibliothek das Projekt. „Es ist kein elterngängiges Thema, aber jeder ist irgendwann von uns davon betroffen. Wichtig ist für uns die Zusammenarbeit mit dem Hospizverein und, dass das Thema nicht nur von der christlichen Seite angegangen wird. Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft und es gibt viele emotionale Momente und Geschehnisse.“ So fand zu der Aktion Bilderbuchkino auch die Ausstellung des Hospizvereins und dem Bildpunkt Brilon mit den kindgerechten Büchern zum Thema Tod und Abschiednehmen einen großen Zuspruch. „Kinder haben ein Gespür dafür,“ erklärte Nicole Thurau-Stoeck. Dies bestätigte auch Sabine Götte: „Gespräche mit Eltern und die Erfahrung aus dem eigenen Familienkreis werden intensiv ausgetauscht.“ Wieder zurück im Bilderbuchkino sind die Kinder mit Stefanie Henke im lebhaften Gespräch, was gerade in der Geschichte zu hören und auf der Leinwand zu sehen ist. Am Rand sitzt Elisabeth Steinkemper, die mit ihrem Enkel Luca zu dem Nachmittag in die Bibliothek gekommen ist. „Meine Mutter ist fast neunzig und in jeder Familie ist dieses Thema irgendwann unausweichlich. Deshalb finde ich es gut und bin hierher gekommen.“ Luca sitzt derweil mit den anderen vielen Kindern im Halbkreis und seine großen Augen verraten, er ist wie alle anderen mitten in den Geschehnissen der Geschichten. Zu Hause wird es darüber bestimmt noch viel zu erzählen geben.

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