„Internationaler Städtebummel“

Brilon bereitet sich auf die Hansetage 2020 vor – erste Highlights bekannt

Jörg Schlüter, Martin Ansorge, Wolfgang Pack, Ute Hachmann und Alexander Mielke (v.l.) stellten den derzeitigen Planungsstand der Hansetage 2020 vor. Foto: Stefanie Reinelt
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Jörg Schlüter, Martin Ansorge, Wolfgang Pack, Ute Hachmann und Alexander Mielke (v.l.) stellten den derzeitigen Planungsstand der Hansetage 2020 vor.

Brilon. „Die Zeit tickt – macht mit“ – das ist das Motto, das sich der Verein zur Förderung der Hansetage 2020 auf die Fahnen geschrieben hat. Noch gut zwei Jahre bleiben, um das große Fest zu organisieren. Nachdem die Briloner Delegation von den diesjährigen Hansetagen in Rostock zurück ist und die Mitglieder des Vereins bei ihrer letzten Sitzung von dem aktuellen Planungsstand für 2020 erfahren haben, sollen nun alle Bürger von der Vorfreude angesteckt werden.

Das Hanse-Projektteam besucht deshalb schon seit einem halben Jahr Vereine sowie Verbände und ist auch in den Briloner Ortsteilen unterwegs, um Werbung für die Hansetage vom 4. bis 7. Juni 2020 zu machen, aber auch um Ideen zu sammeln. „Warum ist Brilon Hansestadt und warum engagiert sich Brilon in der Hanse? Das ist bei diesen Gesprächen die wichtigste Frage“, so Projektleiterin Ute Hachmann. „Hanse bedeutet gelebtes Europa und ist dabei die ureuropäischste Vereinigung, die es gibt. 16 Länder arbeiten friedlich miteinander und treffen sich einmal im Jahr.“ 

Der Ideenpool für die Hansetage ist noch offen. Im „Hansecafé“, das seit Anfang des Jahres jeden ersten Samstag im Monat in der Stadtbibliothek stattfindet, besteht die Möglichkeit, sich auszutauschen. Zudem sind die Verantwortlichen mit dem Hansestand regelmäßig auf dem Briloner Wochenmarkt vertreten. Zwei Vorschläge aus der Bevölkerung sind schon sicher im Programm: Viele Briloner wollen ihre Gärten für die Besucher öffnen („Offene Gärten“). Außerdem werden ab kommenden Jahr Patenfamilien für die Hansestädte gesucht. Als Paten bieten sie den Vertretern der Hansestädte Hilfe an und sind direkte Ansprechpartner vor Ort. Sie können die Delegierten aber auch gerne zu einer Tasse Kaffee nach Hause einladen. „Die Begegnung mit anderen Kulturen steht dabei im Vordergrund, damit eine große Gemeinschaft entsteht“, erklärt Ute Hachmann. 100 bis 120 Hansestädte werden erwartet.

Arbeitskreise gebildet

Neben dem Förderverein, dem Projektteam und dem erweiterten Hanseteam haben sich auch schon mehrere Arbeitskreise gebildet, zum Beispiel „Kultur“, „Bildung“, „Wirtschaft“ und „Kunst“. Letzterer befasst sich mit dem Kunstprojekt „Hanse Artworks“, das essentiell zu den Hansetagen gehört.

„Nicht nur die Briloner Innenstadt, sondern auch die Ortsteile werden in das Konzept der Hansetage eingebunden“, so Jörg Schlüter vom Hanse-Projektteam. Nach dem derzeitigen Stand dürfen sich die rund 120.000 Gäste, die erwartet werden, auf folgendes freuen:

  • Hansemarkt/Hansemeile (entspricht der Kirmesmeile): „Dort sind die hoffentlich 120 teilnehmenden Hansestädte mit ihren Ständen vertreten“, erklärt Jörg Schlüter. „Ein internationaler Stadtbummel sozusagen“, ergänzt Ute Hachmann.
  • Ruhezonen rund um die Propsteikirche und die evangelische Kirche

Heimatmarkt: Die Ortschaften präsentieren sich historisch, traditionell, aber auch aktuell. Schlüter: „Hier gibt es schon viele Ideen.“

  • Wald.Promenade (Arbeitstitel): Brilon präsentiert sich als Stadt des Waldes (von der Niederen Straße bis zum Forsthaus)
  • Handwerkermarkt: Neben dem historischen Handwerk zeigt auch die Briloner „Do it yourself“-Szene ihr Können (in der Kirchstraße).
  • Mittelaltermarkt im Rochuswäldchen: Ritter, Schwertkämpfe und Schmiedekunst entführen die Gäste in vergangene Zeiten.
  • Youth-Hansa: spezielles Programm für Kinder und Jugendliche.
  • Food-Trucks und Verpflegungsstände von heimischen Gastronomen.

Dazu wird es verschiedene Bühnen geben. Die zentrale Bühne steht auf dem Marktplatz. Der Höhepunkt der Hansetage ist die große Hanseparty in der Schützenhalle. „Bei anderen Hansetagen ist diese Party nur für die Delegierten der Hansestädte. In Brilon ist jeder Gast willkommen“, so das Hanse-Projektteam, das seine Erfahrungen aus Rostock mit in die Vorbereitungen einfließen lässt. Bei den diesjährigen Hansetagen war die Eröffnungsfeier auf einer offenen Bühne geplant. Wegen des Wetters musste sie aber leider ausfallen. „Ein Plan B sollten wir deshalb in der Tasche haben“, so Ute Hachmann. „Außerdem gab es in Rostock keine Beschilderung, nur einen Stadtplan zur Orientierung für die Besucher. Auch das werden wir 2020 berücksichtigen.“ Ansonsten haben die Briloner Delegierten bei den Hansetagen in Rostock nur gute Erfahrungen gemacht. Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch besuchte zusammen mit der Waldfee alle 119 Stände der Hansestädte, um Werbung für Brilon zu machen. Wichtigste Botschaft aus Rostock: Viele Städte haben bereits ihre Teilnahme für 2020 zugesichert.

Nächste Hansetage 2019 in Pskow

Aufregend wird es auch im nächsten Jahr: Bei den Hansetagen 2019 in der russischen Stadt Pskow wird die Briloner Delegation als nächster Ausrichter den offiziellen Empfang organisieren und die Hansegemeinschaft nochmal einladen. „Wir haben schon Kontakte zum russischen Organisationsteam geknüpft“, berichtet Ute Hachmann.

Auch der Verein zur Förderung der Hansetage 2020 hat im letzten Jahr einige geplante Aktionen in die Tat umgesetzt. So wurde eine Hanse-CD mit Gesangsvereinen ausschließlich aus Brilon und seinen Ortsteilen veröffentlicht, die es im Rathaus, bei der BWT, der Sparkasse und der Volksbank zu kaufen gibt. Geplant ist auch eine Hanse-Box zu Weihnachten, die unter anderem die Hanse-CD und eine Mitgliedschaft enthält. „Bei den Mitgliederzahlen gibt es natürlich noch Luft nach oben“, sagt Vorstandsmitglied Martin Ansorge. „Unser Ziel sind weiterhin 2020 Mitglieder.“ Derzeit sind es 526. Mit den Aktionen möchte der Verein im Gespräch bleiben und das Thema „Hanse“ in die Öffentlichkeit tragen. „Brilon ist nach Viljandi in Estland 2015 der zweitkleinste Ort, der die Internationalen Hansetage austrägt“, so Bürgermeister Christof Bartsch. „Uns Brilonern muss klar sein, welcher Rieseneffekt das für Brilon ist. Die Rückflüsse für die Wirtschaft und die touristischen Effekte werden auch nach den Hansetagen noch spürbar sein. Denn viele Besucher werden wiederkommen.“

Wer sich bei den Hansetagen engagieren, Mitglied im Verein werden oder sich einfach mal informieren möchte, findet alles Wichtige auf der Homepage www.hansetagebrilon.de.

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