„Wirtschaftsstandort fit für die Zukunft machen“

Interview: Glasfaserausbau in Briloner Gewerbegebieten schreitet voran

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Flächendeckendes, schnelles Internet ist gerade für viele Firmen überlebenswichtig. 

Flächendeckendes, schnelles Internet ist gerade für viele Firmen überlebenswichtig. In Brilon haben nun Unternehmen die Chance auf Highspeed-Internet: Der Telekommunikationsanbieter 1&1 Versatel bindet in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung ausgewählte Gewerbegebiete im Briloner Stadtgebiet an sein Glasfasernetz an.

Brilon – Welche Vorteile das bringt, wie der aktuelle Stand in der Hansestadt ist und wie lange es noch dauert, bis alle Unternehmen an Glasfaser angeschlossen sind, beantworten Brilons Wirtschaftsförderer Oliver Dülme und Dr. Sören Trebst, Vorsitzender der Geschäftsführung von 1&1 Versatel, im Interview.

Wieso ist eine Glasfaserinfrastruktur so wichtig? Gerade jetzt in der Corona-Pandemie?

Oliver Dülme: Unternehmen werden immer digitaler, damit wächst auch der Bandbreitenbedarf. Immobilien und Gewerbeflächen ohne Zugang zu einer leistungsfähigen Telekommunikationsinfrastruktur sind schon heute nur noch schwer vermittelbar. Um zu verhindern, dass Unternehmen abwandern und den Standort wechseln, ist es für Städte und Kommunen entscheidend, den gezielten Ausbau einer flächendeckenden hochbreitbandigen Infrastruktur jetzt voranzutreiben. Wir freuen uns, dass 1&1 Versatel jetzt Gewerbegebiete in Brilon mit Glasfaser erschließt. Das ist ein wichtiger Schritt, um den Wirtschaftsstandort in Sachen Digitalisierung fit für die Zukunft zu machen.

Dr. Sören Trebst: Die Corona-Pandemie hat die gerade beschriebene Entwicklung sogar noch verstärkt, denn es hat sich gezeigt: Unternehmen, die früh auf Digitalisierung gesetzt haben, konnten tendenziell besser auf die Krise reagieren. Zudem haben die positiven Erfahrungen, die zum Beispiel mit ortsunabhängigem Arbeiten gemacht wurden, viele Unternehmen dazu veranlasst, langfristig an dieser Arbeitsweise festzuhalten. Eine stabile, breitbandige Internetverbindung durch Glasfaser macht wettbewerbsfähig und kann jedem Unternehmen bares Geld sparen. Hierfür wird 1&1 Versatel nun in Brilon die Voraussetzungen schaffen.

Oliver Dülme, Wirtschaftsförderer der Stadt Brilon

Welche Vorteile bietet Glasfaser gegenüber Kupfer- oder Koaxialleitungen?

Oliver Dülme: Glasfaser ist die einzige Technologie, die den steigenden Bandbreitenbedarf auch langfristig abdecken kann. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) geht davon aus, dass Unternehmen bis 2025 einen Bedarf von 1,3 GBit/s im Down- und 1,1 GBit/s im Upstream haben werden. Kupferleitungen schaffen maximal bis zu 250 MBit/s, bei den Koaxialnetzen der Kabelanbieter ist im Download bei maximal 1 GBit/s Schluss. Mit Glasfaser sind dagegen Bandbreiten von bis zu 100 GBit/s, also 100.000 MBit/s, möglich. Ein Glasfaseranschluss ist demnach nahezu unbegrenzt skalierbar und die Bandbreite ist garantiert.

Dr. Sören Trebst: Es gibt hier noch viel zu tun: Eine YouGov-Umfrage, die im Auftrag von 1&1 Versatel zur Digitalisierung in Zeiten von Corona durchgeführt wurde, hat ergeben, dass deutschlandweit derzeit bereits 23 Prozent der Unternehmen einen Glasfaseranschluss haben. Weitere 43 Prozent glauben, dass sie innerhalb der nächsten fünf Jahre einen benötigen werden. Immer wichtiger, gerade für Unternehmen, wird in den nächsten Jahren die sogenannte symmetrische Anbindung werden, das heißt genauso viel Upstream wie Downstream. Während für einfaches Internetsurfen asymmetrische Anschlüsse mit wesentlich weniger Upstreamleistung wie DSL oder TV-Koaxialkabel ausreichend sind, benötigen Cloudapplikationen, Videokonferenzen und andere Geschäftsanwendungen symmetrische Bandbreiten – und die bietet nur echte Glasfaser.

Wie ist der Stand beim Glasfaserausbau in Brilon?

Oliver Dülme: In vielen Bereichen konnten wir als Stadt mit Fördergeldern für eine Verbesserung sorgen. Leider gibt es aber Bereiche, die durch das Raster gefallen sind. Hier ist es umso schöner, dass 1&1 Versatel jetzt eine große Lücke im Bereich der Kernstadt schließt und viele mittelständische Unternehmen einen echten Glasfaseranschluss bekommen können.

Dr. Sören Trebst: Das Gebiet von der Möhnestaße im Westen bis zum Nehdener Weg im Osten ist eines der beiden größten Gewerbegebiete, die wir derzeit in Deutschland ausbauen und dementsprechend auch eine unserer größten Investitionen in diesem Bereich. Wir freuen uns darauf, die ansässigen Firmen dabei zu unterstützen, sich mit Gigabitanschlüssen für die digitale Zukunft aufzustellen.

Dr. Sören Trebst , Vorsitzender der Geschäftsführung von 1&1 Versatel

Wie lange wird es noch dauern, bis alle Unternehmen in Brilon und in der Zukunft in ganz Deutschland an Glasfaser angeschlossen sind und was muss dafür passieren?

Oliver Dülme: Wir sind dran, dennoch wird es vielen zu lange dauern, uns selber auch. Mit den Förderprogrammen werden wir in den nächsten Jahren viele Lücken schließen können. Die großen, flächendeckenden weißen Flecken sind dann beseitigt. Aktivitäten wie jetzt von 1&1 Versatel begrüßen wir sehr, können diese aber als Stadt Brilon im Vorfeld weder planen noch einfordern. Ich hoffe, dass in den kommenden zwei bis fünf Jahren wirklich jeder eine schnelle Internetverbindung nutzen kann.

Dr. Sören Trebst: Der Glasfaserausbau kann nur gemeinsam gelingen – und es gibt schon heute viele gute Ansätze, um bestehende Strukturen kooperativ zu nutzen. Jetzt kommt es darauf an, diese Ansätze smart zu einem großen Ganzen zusammenzuführen. Kooperationen, Open-Access-Plattformen – also digitale Marktplätze, über die verschiedene Netzbetreiber zur Vermarktung von Glasfaser-Anschlüssen miteinander in Kontakt treten können – und andere Formen der Zusammenarbeit müssen gestärkt und gefördert werden. Nur, wenn wir als Telekommunikationsanbieter Synergien nutzen, vernetzt denken und Hand in Hand zusammenarbeiten, werden wir erfolgreich sein.

Weitere Infos

Bei Fragen steht Karl Lauf als persönlicher Ansprechpartner interessierten Unternehmen unter Tel. 0201/8377-311 und per E-Mail unter Karl.Lauf@1und1.net gerne zur Verfügung.

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