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Ittervolk feierte Büttenabend wie in den 70er Jahren

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Von: Kristin Sens

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Die „starken Jungs“ vom Bontkirchener Männerballett ließen - sehr zur Freude der Mädels - ordentlich ihre Muskeln spielen. Foto: Kristin Sens
Die „starken Jungs“ vom Bontkirchener Männerballett ließen - sehr zur Freude der Mädels - ordentlich ihre Muskeln spielen. © Kristin Sens

Bontkirchen. „Back to the Seventies“ hieß es beim Büttenabend in Bontkirchen – und so gab es viele „Hippies“ und „Disco-Queens“ unter den Kostümierten. Im Übrigen besann man sich – nach dem Ausflug in die Weltpolitik im vorigen Jahr – bei den Büttenreden und Sketchen wieder mehr auf das lokale Geschehen.

Nach dem Einmarsch des Elferrates, schwungvoll flankiert von der Funkengarde, stand sogleich der erste „Schunkler“ an.

Erstmals in Bontkirchen „in der Bütt“ – oder vielmehr daneben – verhalf „Sannie“ (Alexandra Thiel) dem närrischen Volk an der Itter zu den ersten Lachsalven. Ob ihr der Zungenbrecher-Märchen von „Rabarberabarbara“ mit oder ohne „Ölung“ so flüssig über die Zunge ging“, mag dahin gestellt sein. Beifall war ihr jedenfalls sicher.

Danach tanzten die „Kurzen“ in coolen, neonfarbenen Outfits – inklusive Break-Dance-Einlage. Einstudiert hatten Silke von dem Berge und Maja Hennecke die Choreographie. Eine weitere fetzige Programmnummer boten vier Messinghauser und ein Bontkirchener Mädel – die fünf „Gummibärchen“ fegten hüpfend, springend und Rad-schlagend über die Bühne.

„Haarige Männerprobleme“ wurden von Jaqueline Marée und Anita Hofmann verhandelt. Beide hatten in diesem Jahr auch das Bühnenbild gestaltet. „Opa Spieker“ (Stefan Brüne) erzählte von einem verwirrten Nikolaus.

Sozusagen ein „Mann der ersten Stunde“ in der Bütt ist Joachim (Pack), der 1978 seinen ersten Auftritt hatte und an diesem Abend „Goldene Hochzeit mit sich selbst feierte“, wie er erklärte.

Klar, dass dabei sein Blick zurück ging: „Das waren noch ganz andere Zeiten“, sinnierte er: „Amazon war analog und hieß Quellekatalog.“ Graham Bell habe 1876 das Telefon erfunden, damit Menschen sich unterhalten könnten – 2007 sei das I-Phone erfunden worden, „damit wir uns nicht mehr unterhalten müssen“, so seine logische Schlussfolgerung.

„Chillen“ interpretierte er als die „Kunst sich beim Nichtstun nicht zu langweilen“ und sich selbst bezeichnete er als „Passiv-Vegetarier“, der nur Tiere isst, die sich vegetarisch ernähren. Selbstverständlich bekamen auch die „lieben“ Nachbarn ihr Fett weg: In der Hitparade seiner zehn Lieblingswitze begann er so: „Kommen zwei Hoppecker in den Himmel... Ok, das war schon der Witz.“

Freundlicher gingen „die drei Schnitten“ (Sven Lange, André Marée und Lukas Pack) mit den „Fremden“ um: Nach der gesungenen Liebeserklärung in mindestens einem Dutzend Sprachen, bekam ein niederländischer Gast sogar eine Rose geschenkt.

Eine feste Instanz beim Bontkirchener Karneval sind „die Bänkelsänger“ (Klaus Dieter Bunse, Frank Hennecke und Wilfried Gerling) mit ihren Moritaten über das Bontkirchener Dorfgeschehen. Dabei nahmen sich auch kein Blatt vor den Mund, als es um eine Person und ihre „Missetaten“ ging, die sich damit in der Bontkirchener Dorfgemeinschaft keine Freunde gemacht hat...

„Nun kommt etwas, das gibt es so garantiert nur hier“, kündigte Elferratspräsidentin Tanja (Kalefe) die nächste Nummer an. Als Jagdgenossenschaft „Rappelclub Geiler Bock“ nahmen die Bontkirchener Junggesellen jeden auf Kimme und Korn, der sich an „ihre“ Mädels herangemacht hatte. Nach entsprechender „Auslöse“ gewährten sie aber auch den Ortsfremden das „Jagdrecht“ auf das „heimische Wild“.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die „starken Jungs“ vom Männerballett, die – sehr zur Bewunderung der weiblichen Närrinnen – als Straßenfeger ordentlich „ihre Muskeln spielen ließen“.

Für Glamour und Glitter sorgte vor dem großen Finale noch einmal „Boney M“.

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