Buntes Rahmenprogramm

140 Jahre Löschzug: Feuerwehr Brilon feierte mit Übungen, Wettstreit und historischen Fahrzeugen

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Die „Hochdruckspritze Brilon I“ von 1880 fordert den Kameraden vollen Einsatz ab. Bei der großen Geburtstagsfeier des Löschzug Brilon dürfen auch die Jüngsten mit Hand anlegen. Mit 50 Hüben gehen 350 Liter Wasser pro Minute durch den Schlauch.

Brilon. Mit großem Rahmenprogramm feierte der Löschzug Brilon sein 140-jähriges Jubiläum. Löschzugführer Thomas Böddicker freute sich, die Kameraden, Freunde und Kollegen aus den Rettungsdiensten „ohne Einsatz“ und bei bestem Wetter begrüßen zu können.

Neben den Löschübungen für jedermann, sowie den Vorführungen einer Fettexplosion, der Wärmebildkamera im dunklen verrauchten Gebäude und der technischen Personenrettungs-Übung aus einem Pkw war der Wettstreit der Drehleitern Alt gegen Neu für die Liebhaber historischer Fahrzeuge ein Highlight.

Die Drehleiter DL 18 aus dem Jahr 1959 auf der Basis eines Opel Blitz war die erste Drehleiter im Altkreis Brilon und von 1959 bis 1975 beim Löschzug Brilon und von 1975 bis 1995 bei der Löschgruppe Hoppecke im Einsatz. Danach wurde die handbetriebene 18 Meter hohe Leiter außer Dienst gestellt. Einige Kameraden nahmen sich des in die Jahre gekommen Fahrzeugs an und restaurierten es von Grund auf. „Die Stunden haben die Kameraden zusätzlich zu ihrem Feuerwehr-Dienst geleistet. Schwierig gestaltet sich auch die Ersatzteilbeschaffung für so ein Fahrzeug“, erklärte der stellvertretende Löschzugführer und Pressesprecher Marc Heines.

Im Vergleich zur aktuell in Dienst befindlichen Drehleiter DLK 23/12 GL hob sich die Leiter des historischen 3,8 Tonnen Fahrzeugs zwar ein klein wenig früher, wurde dann aber von der 30 Meter Gelenkdrehleiter des 14 Tonnen Iveco überholt. Die Leiter von 1998 mit Gelenk im oberen Bereich erlaubt es, in engen Straßen der Stadt die oberen Stockwerke der Gebäude besser zu erreichen. Es war die erste Leiter dieser Art in NRW.

Hochdruckspritze und Überschlagssimulator

Wer wollte, durfte auch an der „Hochdruckspritze Brilon I“ von 1880 Hand anlegen. Acht Personen finden an der Pumpe Platz und bei 50 Hüben drücken 350 Liter Wasser pro Minute durch den Schlauch. Keine Kinderbelustigung war der Überschlag- und Rettungs-Simulator. Wie im Ernstfall haben die Eltern hier die volle Verantwortung für die Kinder. Angeschnallt im Pkw, dreht sich das Auto auf einem Gestell einmal um die eigene Achse. Danach ging es darum, sich aus der misslichen Lage zu befreien. Helfer der Deutschen Verkehrswacht gaben Hilfestellung: „Erst mit den Füßen am untenliegenden Dach abstützen, dann den Gurt lösen“. Ein unkontrolliertes Abschnallen kann nämlich zu schweren Verletzungen führen.

Bei der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung können nicht nur Kinder etwas lernen. Mit dem „Rauchdemohaus“ ist sehr gut auszuprobieren, wie sich Qualm im Haus ausbreitet und wie man sich im Brandfall richtig verhält.

Mit einem Gewinnspiel luden die Feuerwehrkameraden die Besucher ein, mit sich in Kontakt zu kommen. Um in die Lostrommel für einen der begehrten Preise (Besichtigung der Hauptfeuerwache Paderborn, Besichtigung der Leitstelle Meschede, miterleben einer großen Übung) zu gelangen, war es nämlich nötig, fachliche Fragen über die Feuerwehr und die Fahrzeuge zu beantworten.

Den Auftakt der Feierlichkeiten macht am Samstag die Jugendfeuerwehr, die ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. An der Schützenhalle traten die Jugendfeuerwehren und Jugendgruppen der Stadt in Spielen gegeneinander an.

140 Jahre Löschzug Brilon

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