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Japanische Delegation informiert sich in Brilon über Holzbiomasse

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Von: Manfred Eigner

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Viel Praxis zum Thema erneuerbare Energien aus Holzbiomasse wurde den Gästen aus Japan in der Stadt des Waldes geboten. Foto: Manfred Eigner
Viel Praxis zum Thema erneuerbare Energien aus Holzbiomasse wurde den Gästen aus Japan in der Stadt des Waldes geboten. © Manfred Eigner

Brilon. „Wir machen keine Wissenschaft, wir machen Praxis“, erklärte Forstbetriebsleiter Dr. Gerrit Bub den Besuchern aus Fernost, die sich in der Stadt des Waldes zum Thema Erneuerbare Energien und Holzbiomasse informierten. Die japanischen Gäste besuchten am Donnerstag die Firma Egger, das Briloner Holzhackschnitzelheizwerk sowie den Lagerort der Holzhackschnitzel in Brilon-Wald.

Die Gruppe aus Japan um den Botschaftsrat der Japanischen Botschaft in Berlin, Dr. Kotaro Kawamata, ließen sich dabei mithilfe der Dolmetscherin Riho Taguchi sehr interessiert die technischen Abläufe, aber auch die nachhaltige Gewinnung von Holzwerkstoffen erklären.

Hintergrund des Treffens sind Gespräche bezüglich einer Kooperation zwischen dem Gymnasium Petrinum in Brilon und einer Schule in Nose in Japan. Beide Schulen streben an, ein gemeinsames Projekt zum Thema Erneuerbare Energien und Holzbiomasse anzubahnen. Die Kontakte dazu sind über das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW entstanden und das Projekt wird von dort gefördert.

„Wir sind zum einen als waldreichster kommunaler Waldbesitzer Deutschlands ein Markenzeichen. Dabei nutzen wir die nachhaltige Resource beispielsweise auch zur Beheizung von Schulen“, beschrieb Dr. Bub die Wahl für Brilon. „Einen weiteren Pluspunkt stellen auch die erfolgreichen DLG-Waldtage dar, die von den neuesten Innovationen rund um Holzgewinnung und Nutzung geprägt sind.“

Wie sich moderne Maschinen im Praxiseinsatz darstellen, demonstrierte Hendrik Schumacher von der Firma Schumacher Landschaftspflege beim Einsatz seines Häckslers zur Gewinnung von Holzhackschnitzel auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks Hillebrand in Brilon-Wald. Als die Zapfwelle seines 390 PS-starken Schleppers den Häcksler in Bewegung setzte und unter ohrenbetäubenden Lärm dabei nicht wie hauptsächlich Kronenholz und Schlagabraum, sondern mehr als oberschenkeldicke Baumstämme in Sekunden zu Holzhackschnitzel verarbeitete, erzeugte es erstaunte und anerkennende Gesichter seitens der mit weißem Schutzhelm und Sicherheitswesten ausgestatteten Gäste. Eifrig wurde mit Kameras, Smartphones und Fotoapparaten die Vorführung dokumentiert und das fertige Hackschnitzelprodukt in Augenschein genommen. Die Dolmetscherin hatte viel zu tun, die aufkommenden Fragen der japanischen Gäste sowie die teilweise sehr technischen und fachspezifischen Erklärungen von Dr. Bub sowie für die Hackschnitzelgewinnung federführenden Revierleiter Franz-Josef Schenuit zu übersetzen.

Bei so viel Input bedurfte es auch einer Auszeit, die in Brilons guter Stube, dem Marktplatz, bei zwar eisigen Temperaturen aber Sonnenschein genossen wurde. „Wir haben zum Mittag in den Jägerhof eingeladen,“ erklärte Brilons erster Beigeordneter Reinhold Huxoll, der für den erkrankten Bürgermeister kurzfristig gemeinsam mit Kämmerer Wolgang Pack die Begleitung der Gruppe übernommen hatte. „Mit dem Blick auf das Rathaus und den vielen heute gewonnen Erfahrungen wird unseren Gästen die Hansestadt Brilon sicher angenehm in Erinnerung bleiben.“

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