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Jüdische Gesichter Brilons: Porträts jüdischer Bürger sind im Rathaus ausgestellt

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Stadtarchiv Brilon jüdische Gesichter Ausstellung Rathaus
Präsentieren die neue Ausstellung im Foyer Rathaus Brilon: (v.l.) Rita Sommer-Malinowski, Manuela Buchau und Dr. Frauke Brauer. © Stadtarchiv Brilon

Mit der aktuellen Ausstellung im Rathausfoyer greift das Stadtarchiv den Themenmonat „2021 Mentsh! – Jüdisches Leben in Deutschland“ auf.

Brilon – Im Jahr 2021 leben Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands – im Stadtgebiet Brilon siedelten sich etwa vor 400 Jahren die ersten Juden an. Sie waren der Beginn einer beachtenswerten jüdischen Landgemeinde, die sich besonders auf die Orte Brilon, Alme, Madfeld und Messinghausen verteilte. Die Mitglieder der Gemeinde waren Händler, Handwerker und Kaufleute, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts fest zum wirtschaftlichen Leben der Stadt dazugehörten.

19 Porträts stellvertretend für über 300 Gemeindemitglieder

Im Rathausfoyer werden 19 Porträts, stellvertretend für über 300 Gemeindemitglieder, gezeigt. Die Lebensgeschichten dieser 19 sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten werden erzählt und geben dem jüdischen Leben in Brilon wieder ein Gesicht.

Die jüdische Gemeinde Brilon unterhielt von 1808 bis 1927 eine Synagoge in der Marktstraße und baute schließlich eine neue Synagoge an der Kreuziger Mauer. Diese wurde 1931 eingeweiht und in der Reichspogromnacht 1938 zerstört.

Zu Beginn der 1930er Jahre wohnten 22 jüdische Familien in Brilon, nach 1945 keine einzige mehr. Mit der Ausstellung soll an die jüdische Gemeinde und ihre Mitglieder erinnert werden. Sie wurde vom Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit Brilon Kultour konzipiert und ist bis zum 22. November während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen (Montag bis Mittwoch 8 bis 16.30 Uhr, Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr). Darüber hinaus können die Portraits an der Fassade des Briloner Bürgerzentrum Kolpinghaus angeschaut werden.

Sechs dieser Portraits sind auf einer Fahne des Briloner Stadtarchivs zu sehen, die im Oktober und November auf dem Marktplatz und vor dem Haus Goldberg, dem Briloner Stadtarchiv, wehend auf den Themenmonat aufmerksam machen. Sie zeigen Julius und Albert Neuwahl, Else Katz, Ruth Loeb, Paul Fränkel und Ruth Löwenstein.

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