„Den Schülern viele Türen öffnen“

Jürgen Mehler und Martin Wieseler in Amt als Schulleiter der Marienschule eingeführt

Walten von nun an ihres Amtes an der Briloner Marienschule: Konrektor Martin Wieseler (li.) und Schulleiter Jürgen Mehler.
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Walten von nun an ihres Amtes an der Briloner Marienschule: Konrektor Martin Wieseler (li.) und Schulleiter Jürgen Mehler.

Brilon - 72 Tage nach der Verabschiedung des nun pensionierten Schulleiters Michael Stratmann zeigen sich zwei nicht ganz unbekannte Gesichter bei der Amtseinführung der neuen Rektoren an der Briloner Marienschule: Schulleiter Jürgen Mehler und Konrektor Martin Wieseler sind von nun an nicht nur Lehrkräfte, sondern führende Leitfiguren der jungen Menschen. Mit der Rückendeckung und Empathiefähigkeit von Brigitte Schulte-Bartsch, zweite Konrektorin, wollen sie den Schülern auf ihrem Lebensweg „möglichst viele Türen öffnen“, so die Intention Jürgen Mehlers.

„Heute ist also Schlüsselübergabe“, so die einleitenden Worte Wieselers, dem ab sofort das Amt des stellvertretenden Schulleiters an der Seite von Jürgen Mehler innewohnt. Dass nicht immer nur der eine Schlüssel passt, sondern verschiedene Schlüsselkompetenzen als Schulleiter erforderlich sind, weiß Mehlernach jahrelanger Erfahrung aus dem Schulalltag. „Im Vorfeld habe ich mir die Frage gestellt, mit welchem Schlüssel ich hier möglichst viele Türen öffnen könnte“, denkt der Mathematik- und Französischlehrer an die Zeit vor dem Schulleiterdasein zurück. 

In Anbetracht dessen holt er während seiner Ansprache eine Brechstange hervor – dass dies nicht der richtige, „universale Generalschlüssel“ sein kann, sei ihm jedoch durchaus bewusst. „Eine mit Gewalt geöffnete Tür schließt nicht mehr. Der aus dem Französischen entlehnte ‘Laissez-faire-Stil’ hingegen erschien mir zu weich. Mein Führungsstil ist stattdessen kooperierend, ein Mittelweg, bei dem jeder Einzelne seinen Teil zum Ganzen und Gelingen beiträgt“, so die Absicht, mit der Mehler seine neue Rolle als Schulleiter angeht. 

Mit Humor, Empathie und Beharrlichkeit

An seiner Seite weiß er vor allem die Empathie der seit 2005 im Amt stehenden und in der Schulentwicklung tätigen Brigitte Schulte-Bartsch zu schätzen. Auch mit der vermeintlichen Wortkargheit des Westfalen wisse er, mit Blick auf seinen Briloner Kollegen Martin Wieseler, umzugehen – was dieser jedoch nicht auf sich sitzen lässt und schlagfertig zum Konter ansetzt: „Wir überlegen nun erst einmal, bevor wir etwas sagen, um so stets die richtigen Worte zu finden. Der Westfale hält, was der Rheinländer verspricht“, spielt Wieseler den Ball mit einem Augenzwinkern zurück. 

An Humor scheint es den beiden Nachwuchsleitern der Marienschule offensichtlich nicht zu mangeln – und auch scheinen sich die ambitionierten Lehrer bestens zu ergänzen. „Ich bringe die Offenherzigkeit des Rheinländers, Martin Wieseler hingegen die Treue und Beharrlichkeit ins Team“, weiß Mehler um die Stärken des Duos. „Wir Rheinländer sind unglaublich gelassen, was ich für besonders wichtig in diesem Job erachte. Dieser Mentalität möchte ich treu bleiben und sie hier verbreiten“. 

Unterstützung erhalten sie dabei von den zahlreichen Menschen, die auch am Tage der Amtseinführung in der Aula der Marienschule zusammenkamen und dem neuen Schulleiterteam die besten Wünsche und „Gottes Segen“ mit auf den Weg gaben. „Die Schule ist für den guten Geist des Miteinanders bekannt. Die Liebe Gottes ist der ‘Generalschlüssel’ für die Begegnung mit Menschen. Dies war auch die Grundlage der Bewerbung für dieses Amt, welches jetzt in besten Händen ist“, so Prälat Joachim Göbel vom Erzbischöflichen Generalvikariat, Abteilung „Schule und Erziehung“. 

„Et hätt noch emmer joot jejange“

Dem schließt sich auch Dr. Christof Bartsch an: „Die Arbeit an der Schule ist eine Arbeit, die herausfordert. Es gilt als eine der höchsten gesellschaftlichen Aufgaben, jungen Menschen Orientierung, Richtung, Werte und Wissen mit auf den Weg zu geben. Nun haben wir zwei Personen an Schlüsselstellen mit besten Voraussetzungen bestzt“, ist sich der Bürgermeister der Stadt Brilon sicher. „Wir haben hier zwei gestandene Lehrer, die den Anforderungen Pauline Mallinckrodts und dem Leitbild der Marienschule gerecht werden. Denn diese wusste schon: Nur jemandem, der die Kinder liebt, darf man sie anvertrauen“, resümiert Dr. Christof Bartsch. Er lobt auch das ehrenamtliche Engagement der beiden bodenständigen Briloner – Martin Wieseler ist im Deutschen Roten Kreuz, Jürgen Mehler in der Pfadfinderschaft St. Georg tätig. 

An Rückhalt und Zuspruch mangelt es dem neuen Team der Marienschule augenscheinlich nicht – und auch die rheinländische Gelasenheit scheint sich langsam durchzusetzen. Mit Blick auf die Zukunft zitiert der neue Schulleiter „Artikel 3 aus dem Kölschen Grundgesetz“ und hält abschließend fest: „Et hätt noch emmer joot jejange.“

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