Quarantäne - Spenden benötigt

Katzenseuche im Tierheim Brilon ausgebrochen - Vier Kitten gestorben

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Im Briloner Tierheim stehen jetzt acht mutterlose Katzenbabys und eine Katzenmutter mit vier Kitten unter Quarantäne.

Brilon - Das Tierheim Brilon ist bis auf Weiteres komplett geschlossen. Die dort lebenden Katzen stehen unter Quarantäne, denn in der Einrichtung sind Fälle der Krankheit Panleukopenie aufgetreten. Vier Katzenbabys sind bereits daran gestorben.

Die erste betroffene Katze musste am Sonntag eingeschläfert werden. „Von jetzt auf gleich ging es ihr schlecht. Am Sonnntagmorgen fanden Mitarbeiter sie bereits extrem unterkühlt in Seitenlage“, berichtet die Leiterin des Tierheims, Lena Becker. „Wir haben sie sofort zum tierärztlichen Notdienst gebracht. Er musste die Katze von ihrem Leid erlösen.“ Ein sofort durchgeführter Schnelltest auf die sogenannte „Katzenseuche“, die Panleukopenie, war positiv. Die Panleukopenie ist eine häufig tödlich verlaufende, virusbedingte Katzenkrankheit. „Im Verlauf des Sonntags starben drei weitere Katzen aus verschiedenen Würfen“, berichtet die Tierheimleitung. 

Um die genaue Krankheitsursache zu identifizieren, wurde eines der verstorbenen Tiere am Montag zur Untersuchung in die Pathologie nach Arnsberg gebracht. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. 

„Die Quarantäne bedeutet für unsere Mitarbeiterinnen Wochen voller Stress und kranken Katzen. Anders als die Tiere zu Hause sind viele Fund- und Jungtiere noch nicht, oder noch nicht wirksam, gegen Panleukopenie geimpft“, erklärt Lena Becker. „Katzen, die gegen die Krankheit geimpft sind, sind sicher und können nicht erkranken.“ Jedoch können Katzenbabys erst ab der achten Woche geimpft werden. Die Impfung muss nach vier Wochen wiederholt werden – erst dann ist der Impfschutz vorhanden. „Im Moment ist unser größtes Problem die Menge an jungen Katzen. Die meisten davon sind zu jung für die Impfung. So sind gerade unsere Jüngsten besonders gefährdet.“ 

Gerade junge Katzen sind besonders gefährdet, da eine Impfung erst ab der achten Woche möglich ist.

Im Briloner Tierheim stehen jetzt acht mutterlose Katzenbabys und eine Katzenmutter mit vier Kitten unter Quarantäne. 15 weitere junge Katzen leben in privaten Pflegestellen und sind deshalb nicht im Gefahrengebiet. „Für unsere Schützlinge vor Ort stehen kritische Tage und Wochen bevor“, so die Tierheimleiterin. „Jeder kann sich sicherlich vorstellen, wie schwierig eine umfassende Quarantäne für unsere Mitarbeiter ist. Schutzkleidung, die nach jedem Raum gewechselt werden muss. Ständiges Desinfizieren jeglicher Oberflächen. Und nicht zuletzt natürlich die intensive Betreuung unserer Schützlinge.“ Zudem stellt ein solcher Ausbruch auch finanziell eine große Belastung dar. Neben hohen Tierarztkosten und dem Kauf von speziellen Desinfektionsmitteln und Medikamenten muss die Ausstattung in den Katzenräumen komplett ausgetauscht werden. „Alles, was nicht desinfiziert werden kann wie Holzmöbel, Kratzbäume und Decken, müssen wir wegwerfen.“ 

Die Krankheit überträgt sich durch Kontakt mit infektiösem Material (Kot, Urin). „Deshalb appelliere ich an alle Besitzer von Freigängern, ihre Katzen regelmäßig zu impfen“, so Lena Becker. Außerdem sei eine Kastration der Katzen sehr wichtig, denn gerade „die kleinen Kitten sind am gefährdesten.“ Die Quarantäne wird voraussichtlich für vier bis sechs Wochen aufrecht gehalten. Die Gesundheit der Schützlinge stehe nun an erster Stelle.

Spenden 

Wer dem Tierheim helfen möchte, kann Geld spenden (Spendenkonto: DE79 4165 1770 0000 0055 46). Aber auch Sachspenden wie Bettlaken und Decken werden benötigt. Wegen der Quarantäne bittet die Tierheimleitung um vorherige Absprache per Telefon oder E-Mail (Tel. 0 29 61/18 78, info@tierheim-brilon.de). Die Spenden können aber auch vor die Tür gestellt werden.

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