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Kein Dorf-Café in Gudenhagen? - Evangelische Kirche verkauft Albert-Schweitzer-Zentrum

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Von: Stefanie Schümmer

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Was passiert mit dem Albert-Schweitzer-Zentrum? Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Brilon hat beschlossen, das Gebäude zu verkaufen.
Was passiert mit dem Albert-Schweitzer-Zentrum? Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Brilon hat beschlossen, das Gebäude zu verkaufen. © Privat

Wie geht es mit dem Albert-Schweitzer-Zentrum weiter? Darüber wurde in den vergangenen Jahren viel diskutiert. Jetzt steht fest: Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Brilon hat beschlossen, sich vom Albert-Schweitzer-Zentrum in Gudenhagen-Petersborn zu trennen und Grundstück und Gebäude zum Verkauf anzubieten.

Gudenhagen/Petersborn – Am Sonntag, 4. Juni, wird um 10 Uhr der Entwidmungsgottesdienst in Gudenhagen gefeiert. Superintendent Dr. Manuel Schilling wird die Gemeinde begleiten.

Der Vorsitzende Benedikt Meckel dankt allen, die sich am Prozess beteiligt haben. Von 2020 bis 2022 wurde die Tragfähigkeit und Umsetzbarkeit der Idee ausgelotet, ob die Kirche und die Gemeinderäume mit dem dazugehörigen Grundstück in ein alternatives Wohnprojekt mit Räumen für ein Dorfzentrum umgewandelt werden könnten. Regionalpfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer, die den Prozess seit 2020 begleitet hat, ist dankbar für die gemachten Erfahrungen und besonders für den Einsatz engagierter Bürger. „Ein Prozess ist ergebnisoffen. Das war von Anfang an klar. Ein Dorfzentrum im Albert-Schweitzer-Zentrum war eine großartige Idee, aber die Kräfte zur Umsetzung reichten nicht aus.“

Was bisher geschah

Seit 2013 kann man beobachten, dass die Gemeindemitgliederzahl und das Kirchensteueraufkommen sinken und die Evangelische Kirchengemeinde Brilon die Kosten nicht mehr tragen kann. Verstärkt wurde seit 2019 nach Lösungsmöglichkeiten geschaut:

Idee der Umwandlung

Die Idee der Umwandlung im Rahmen eines Gemeinwesenprozesses wurde zunächst gewählt. Gemeindeglieder und Dorfbewohner hatten Interesse signalisiert. Das Projekt deckte sich mit Wünschen nach mehr Gelegenheiten für unverbindliche generationsübergreifende Begegnungen, Dienstleistungsangeboten vor Ort und Anknüpfungspunkten für Zugezogene. Mit Unterstützung des Kreiskirchenamtes Sauerland-Hellweg und des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen wurden öffentliche Fördergelder eingeworben.

Vor Ort fanden eine Postkartenbefragung und eine Zukunftswerkstatt statt. Weitere Förderung durch die EKvW ermöglichte die begleitete Erarbeitung der Konsequenzen daraus. Kurz vor Pfingsten 2022 wurde zu einem „Runden Tisch Dorfverein“ eingeladen. Es gab Interesse, einen Dorfverein zu gründen. Ideen für neue und kreative Projekte gab es ebenfalls: In den Räumen des Albert-Schweitzer-Zentrums sollte unter anderem ein Dorf-Café entstehen.

Was ist passiert?

Bei einem Treffen der am Projekt beteiligten Frauen, der Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer und Vertretern des Presbyteriums stellte sich heraus, dass leider nicht nur das Albert-Schweitzer-Zentrum selbst stark renovierungsbedürftig ist, sondern auch die Zugangswege den Anforderungen an heutige Brand- und Sicherheitsanforderungen nicht entsprechen und selbst mit Fördermitteln eine so umfangreiche Renovierung nicht realisierbar erscheint. Ein privater Träger oder einer aus dem sozialen Bereich für ein Neubauprojekt mit Gemeinwesenbezug hatte sich nicht gefunden.

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