„Nachhaltiges Brilon“

Kein Klimanotstand: Rat Brilon ruft stattdessen Arbeitskreis ins Leben

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Brilon – Umwelt- und Klimaschutz ist zu einem sehr wichtigen und allgegenwärtigen Thema geworden. Jetzt wurde dieses auch im Rat der Stadt Brilon diskutiert. BBL und Linke hatten unabhängig voneinander den Antrag eingebracht, in Brilon den Klimanotstand auszurufen. Das würde bedeuten, dass in Zukunft bei allen Entscheidungen, die in Brilon getroffen werden, die Auswirkungen auf das Klima beachtet werden müssten und die Eindämmung des Klimawandels die höchste Priorität hätte.

Bürgermeister Dr. Christof Bartsch betonte hierbei, dass es keine Option wäre, nichts zu tun und gehandelt werden müsse. Allerdings sah er die Ausrufung des Klimanotstandes hier als falschen Weg. Denn dieser, so Bartsch, wäre viel zu theoretisch und würde nur vom konkreten Handeln abhalten. Außerdem gäbe es auch organisatorische Schwierigkeiten. Bei Ausrufung des Klimanotstandes müsste extra ein Klimaschutzkoordinator eingestellt werden, denn diese Aufgabe könnte keiner der bisherigen Mitarbeiter in der Verwaltung übernehmen. 

Christiane Kretzschmar (BBL) merkte an, dass man den Klimawandel zwar nicht aufhalten könne, aber politisch Farbe bekennen müsse. Auch ihr Parteikollege Reinhard Loos pflichtete bei, dass es sich bei dem Klimanotstand nicht um ein aufgezwungenes Konzept handele, sondern man so in kleinen Schritten zum Ziel kommen würde. Hierzu sei der Klimanotstand ein guter Weg. 

Aus den Fraktionen CDU und SPD kam klar die Meinung, dass schon vieles passiert sei in Brilon und man deswegen gar nicht eine solche Regelung brauche. Auch Bürgermeister Dr. Christof Bartsch pflichtete bei, dass schon viele Schritte zum Thema Klimaschutz unternommen wurden. Als Beispiel nannte er die Windenergie, die Umrüstung auf LED-Technologie bei der Straßenbeleuchtung oder die Briloner Einkaufstüte. 

Schlussendlich einigte sich der Rat auf eine abgewandelte Form des Antrags. So erkennt der Rat an, dass der Klimaschutz bei Entscheidungen einen hohen Stellenwert hat und ein Arbeitskreis „Nachhaltiges Brilon“ wird ins Leben gerufen, bei dem Vertreter aus den Fraktionen mitarbeiten, auch aber auch interessierte Bürger mitmachen können. Gemeinsam soll sich dann in einzelnen Projekten engagiert werden.

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