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Kleinen „Schlüssel“ verschenken

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Sie wollen den Schritt zum Miteinander erleichtern und bitten, dass sich möglichst viele an der Aktion beteiligen: Constanze Piontek, Inke Hees, Ute Hachmann, Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Renate Leikopp, Monika Goße-Vollmer, Sandra Müller, Said Hafiz Shak und Nicole Thurau-Stoeck.  Foto: Manfred Eigner
Sie wollen den Schritt zum Miteinander erleichtern und bitten, dass sich möglichst viele an der Aktion beteiligen: Constanze Piontek, Inke Hees, Ute Hachmann, Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Renate Leikopp, Monika Goße-Vollmer, Sandra Müller, Said Hafiz Shak und Nicole Thurau-Stoeck. Foto: Manfred Eigner

Die Sprachbarriere ist beim Miteinander von Einheimischen und Flüchtlingen nach wie vor eine der größten Hürden. Eine „Wörterbuch-Geschenkaktion für Flüchtlinge“ soll helfen, diese Hürden möglichst rasch abzubauen.

Hunderte Flüchtlinge aus unterschiedlichsten Nationen sind in Brilon untergekommen. Diese werden von mehr als 30 ehrenamtlichen Integrationspaten betreut. „Die größte Schwierigkeit ist die nicht vorhandene gemeinsame Sprache“, sagt eine Integrationspatin: „Wir kommunizieren mit Händen und Füßen sowie Google-Übersetzer. Dabei stoßen wir dann aber schnell an unsere Grenzen.“

Es sind Sprachen wie Paschto, Albanisch, Farsi, Urdu, Bosnisch, Serbisch, Arabisch, und viele weitere, mit denen die Integrationspaten bei ihrer Arbeit konfrontiert werden. Um die Arbeit dieser Ehrenamtler zu unterstützen, aber auch den Flüchtlingen die Integration zu erleichtern, haben sich die Stadtbibliothek Brilon, der Bildpunkt Brilon der katholischen Kirche, das Café International der evangelischen Kirche, die Diakonie Ruhr-Hellweg, die Integrationspaten in der Stadt Brilon sowie die beiden Briloner Buchhandlungen Podszun und Buchhandlung Käpt’n Book entschlossen, eine „Wörterbuch-Geschenkaktion für Flüchtlinge“ ins Leben zu rufen.

„Durch die zahlreichen gemeinsamen Gespräche sind wir auf die Idee gekommen, wie wir etwas gegen die Sprachbarrieren unternehmen können“, erklärt Ute Hachmann, Leiterin der Stadtbibliothek: „Wir wollen die Briloner animieren Wörterbücher zu schenken. So haben die Menschen, die ehrenamtlich arbeiten, eine kleine Hilfestellung an der Hand.“

Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kauft beim Besuch einer der beiden Buchhandlungen „ein Buch mehr“ und verschenkt damit einen kleinen Schlüssel zur deutschen Sprache. „Diese Aktion bietet jedem die Möglichkeit aktiv zu sein, ohne Berührungsängste zu haben“, hebt Nicole Thurau-Stoeck vom Bildpunkt Brilon hervor und Buchhändlerin Inke Hees ergänzt: „Egal, was man nimmt, es ist immer richtig.“ Die Preise liegen zwischen 3,99 Euro bis 17,99 Euro.

Da viele Kinder unter den Flüchtlingen sind und diese durch ihre kindliche Wissbegierde oftmals die Brücke zu den Erwachsenen schlagen, reicht die Bandbreite der ausgesuchten Wörterbücher von bebilderten Büchern bis hin zu Universal-Wörterbüchern.

Auch Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch ist begeistert von dieser Idee: „Es zeigt, dass die Briloner den Weg für ein Miteinander suchen.“

Die gestifteten Wörterbücher werden kurzfristig den Helfern im Erstaufnahmelager zur Verfügung gestellt und weiterhin im „Café International“, dem gut angenommenen Treffpunkt der Integrationspaten und Flüchtlingen im evangelischen Gemeindezentrum, an den Öffnungstagen jeweils donnerstags, 8. Oktober, 19. November, 3. Dezember sowie im Januar an Flüchtlinge und Integrationspaten übergeben. (Von Manfred Eigner, brilon@sauerlandkurier.de)

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