Kampf gegen Klimawandel

Klimakatastrophe mit den noch nicht absehbaren Folgen für den Wald bestimmte DLG-Waldtage

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Das 13. Briloner Waldsymposium traf den Nerv der Waldbauern. Bis auf den letzten Platz und darüber hinaus war das Kongresszelt gefüllt und die Vorträge sowie Diskussionen mit Spannung begleitet.

Brilon/Lichtenau - Zur dritten Veranstaltung der DLG-Waldtage, erstmals in Lichtenau, gehörte neben der Technik und Innovation auch das Briloner Waldsymposium – als ein Kernpunkt der mit nationalen und internationalen Ausstellern bestückten Forstausstellung. Die derzeitige Klimakatastrophe mit den noch nicht absehbaren Folgen für den Wald und die Forstwirtschaft bestimmte fast überall die Gespräche der Fachleute.

Einig war man sich darin, dass neue Schritte zu gehen sind, die aber unabdingbar mit einer finanziellen Unterstützung seitens der Politik verknüpft sind. 

„Wer durch den Wald geht, sieht was los ist“, hob Cajus Caesar, Waldbeauftragter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, hervor und unterstrich: „Die benötigten Gelder sind nicht für die Waldbesitzer, sondern für den Wald. Es gilt aber auch nicht nur zu pauschalieren und nach Laubwäldern zu rufen, sondern zu prüfen, welcher Baum für welchen Standort am besten passt und dazu ist qualifiziertes Personal nötig.“ 

Briloner Waldsymposium bei den DLG-Waldtagen - Teil 1

Hier hatte schon zu Beginn der DLG-Waldtage Paul Noeke von der Forstbetriebsgemeinschaft Freienohl-Oeventrop-Uentrop sowie Vorstandsmitglied der Waldbauerholz eG ein klares Statement abgegeben: „Ohne Förster geht es nicht. Diese müssen für die Bestände und Flächen vor Ort erhalten bleiben und nicht den größten Teil ihrer Arbeit im Büro für administrative Dinge erledigen. Deshalb brauchen wir mehr Förster als weniger.“ 

Immer wieder wurde dabei deutlich, dass eigentlich gerade bei Anbetracht der Klimakrise der gute Wille vorhanden ist, bei der praktischen Umsetzung von Maßnahmen bürokratische Hürden abzubauen. Wurde doch ganz klar herausgestellt, das der Wiederaufbau ein klarer Wettlauf mit der Zeit sei. Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats, sagte, dass der Deutsche Forstwirtschaftsrat ein umfassendes Maßnahmenpaket für den Walderhalt und Anpassung der Wälder an den Klimawandel vorgelegt habe. 

Soforthilfemaßnahmen und langfristige Strategie

„Es ist mir sehr wichtig, dass jetzt notwendige Soforthilfemaßnahmen beschlossen werden und gleichzeitig eine langfristige Strategie zur zukunftsfähigen Waldentwicklung auf den Weg gebracht werden“, so DFWR-Präsident Georg Schirmbeck. 

Im Rahmen der Podiumsdiskussion und dem anschließenden Pressegespräch wurde sehr deutlich, dass das Problem sowohl beim Bund als auch beim Land angekommen ist. Die Waldbauern dürfen auf Bundes- wie auf Landesmittel hoffen, um die erhöhten Kosten, die die derzeitige Situation erzeugt, bewältigen zu können. 

Bürgermeister Dr. Christof Bartsch zeigte sich als Vertreter der kommunalen Waldbesitzer diesbezüglich erfreut, forderte aber einen niederschwelligen Zugang zu den Fördermitteln. 

„Im Übrigen haben wir mit den Ersatzgeldern aus dem Bau von Windenergieanlagen Mittel, die auch für den Waldumbau und den Aufbau eines klimaresistenten wie klimawirksamen Waldes genutzt werden könnten“, so Dr. Bartsch. Er äußerte sein Unverständnis darüber, dass dies nach der geltenden Rechtslage nicht möglich sei: „Das kann man den Bürgern, die durch die Windräder beeinträchtigt sind, nicht vermitteln. Gezielter und auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Waldbau, Waldbrandprophylaxe und Umweltbildung sind schließlich Naturschutz im besten Sinne.“ 

Dr. Gerrit Bub, Leiter des Briloner Forstbetriebes, sendete ein positives Signal an den Waldgipfel am 25. September in Berlin und unterstrich deutlich: „Wir wollen gemeinsam dem deutschen Wald mit einem ,Bündnis für den Wald’ zu einem stärkeren Gewicht in der Bundespolitik verhelfen. Auch die kommenden Herausforderungen meistern wir gemeinsam in einer großen Allianz. Die Forstwirtschaft ist der zentrale Lösungsansatz für den Kampf gegen den Klimawandel.“

Briloner Waldsymposium bei den DLG-Waldtagen - Teil 2

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