Neue Initiative setzt sich für Freifunk in Brilon ein

Kostenlos ins Internet

Der Fachinformatiker Daniel Wagner, IT-Consulter Thomas Drewermann und Moderator Florian Otto standen nach der Informationsveranstaltung Rede und Antwort

Ein Bürgerdatennetz soll es werden, um in Brilon unterwegs einen kostenlosen Internetzugang für das Smartphone oder das Notebook anbieten zu können. Daten, Bilder und Informationen können so abgerufen oder hochgeladen werden, ohne dass für den Nutzer Kosten entstehen. Dafür setzt sich die Initiative Freifunk für Brilon ein.

„Gerade im Bereich Tourismus ist es für Brilon eine große Chance, sich damit innovativ aufzustellen,“ so Florian Otto, Initiator für den Briloner Raum und Inhaber des ersten Sende-Routers im Bereich des Sparkassenparkplatzes: „Vom Altstadtfest, zu Beginn oder Ende der Rothaarsteigwanderung, der guten Stimmung beim Musiksommer – es gibt so viele Anlässe, zu denen Bilder spontan in die sozialen Netzwerke hochgeladen werden. Oder aber einfach Informationen über Briloner Geschäfte und Gastronomie abrufen. Und das alles ohne Kosten. Neben dem sozialen Charakter profitieren die Geschäfte durch diese Aktion.“ Auf der Informationsveranstaltung am Dienstagabend stellte Florian Otto gemeinsam mit dem Fachinformatiker Daniel Wagner und Thomas Drewermann, IT-Consulter, in der Musikkneipe Lok die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen dieses Konzepts vor. Dabei griffen sie auf die Daten und Erfahrungen aus dem bereits in Arnsberg gut funktionierenden Systems zurück. Unter dem Dach des vor vier Jahren gegründeten Verbandes, dem Freifunk Rheinland, startete im März die Domäne „Möhne“ im Bereich Arnsberg und bis dato sind 121 Router in dem Netzwerk integriert. Nach diesem Vorbild soll auch Brilon vernetzt werden. „Alle, die dabei mitmachen möchten, sei es Geschäftsinhaber, aber auch Privatleute, brauchen dazu nur einen entsprechenden Router. Je nach Leistung liegen die Kaufpreise dafür zwischen 15 und 70 Euro,“ so Otto: „Dazu kommen eine offene Firmware, ein Stromanschluss und die Bereitschaft freie Ressourcen des eigenen Internetanschlusses zur Verfügung zu stellen.“ Zum Thema Sicherheit führte Florian Otto weiter aus: „Der Router verschlüsselt die Daten und ein in den Niederlanden stehender Server schickt die Daten ins Internet weiter. So wird eine eventuelle Störerhaftung umgangen. Es erfolgt kein Zugang auf das eigene Netzwerk über die Freifunkrouter.“ Nach den Plänen der Initiatoren sollen sich möglichst viele Internetanschlussinhaber daran beteiligen, um eine große Flächendeckung und bei Ausfall eines Providers einen Zugang über andere Provider sicher zu stellen. Schon ab vier bis fünf Routern kann nach Aussage der Fachleute eine Abdeckung für die Briloner Bahnhofstraße geboten werden. Aufgestellt auf Fensterbänken oder hinter den Schaufensterscheiben. „Je größer die Anzahl der Router und die damit verbundene Abdeckung und Vernetzung untereinander um so komfortabler und stabiler funktioniert das System,“ hob Thomas Drewermann hervor. Den Namen Freifunk für dieses Bürgerdatennetz schlüsselte Otto zu Beginn des Abends auf: „Frei steht für: öffentlich, nicht kommerziell, im Besitz einer Gemeinschaft, unzensiert unpolitisch. Der Funk bezieht sich auf den technischen Teil, die digitale Kommunikation über WLAN.“ Weitere Informationen dazu gibt es unter freifunk-brilon.net

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare