Bindeglied zwischen Seelsorge und Kirchenverwaltung

„Brückenbauerin“ im Pastoralen Raum: Lena Maria Groß-Bölting übernimmt die Verwaltungsleitung

Verwaltungsleitung Lena Maria Groß-Bölting Pastoraler Raum Brilon Propst Richter
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Lena Maria Groß-Bölting übernimmt die Verwaltungsleitung im Pastoralen Raum Brilon. Propst Dr. Reinhard Richter wünscht ihr dabei viel Geduld und Neugier.

10 katholische Kirchengemeinden in 17 Orten – der Pastorale Raum Brilon ist nicht nur flächenmäßig sehr groß, auch im seelsorgerischen Bereich birgt der Zusammenschluss zahlreiche und vielfältige Herausforderungen im kirchlichen Gemeindeleben.

Brilon – Aus den einzelnen Kirchengemeinden wurde ein Pastoraler Raum, der heute in seinen Strukturen eher einem mittelständischen Unternehmen gleicht. Das ist auch gleichbedeutend mit zahlreichen organisatorischen Verpflichtungen und unterschiedlichsten Verwaltungsaufgaben.

Für den leitenden Pfarrer und die ehrenamtlichen Kirchenvorstände bedeutet es, dass viel Zeit und Kraft durch Verwaltungsaufgaben gebunden werden und der Fokus nicht immer auf der Seelsorge liegen kann. Dies soll sich ändern: Seit Anfang Januar übernimmt Lena Maria Groß-Bölting als neue Verwaltungsleitung im Pastoralen Raum Brilon eine Vielzahl administrativer Aufgaben.

Ziel: „Mehr Raum für Seelsorge“

„Mehr Raum für Seelsorge“ – so lautet ein Ziel aus dem „Zukunftsbild Kirche“, welches im Erzbistum Paderborn in den letzten Jahren entwickelt und festgeschrieben wurde. Der Mitgliederrückgang, aber auch fehlende Geistliche in der katholischen Kirche haben dafür gesorgt, dass viele Kirchengemeinden in den vergangenen Jahren zu größeren Verwaltungseinheiten zusammengelegt wurden. Diese Pastoralen Räume bzw. Pastoralverbünde bargen aber allein durch ihre Größe die Gefahr, dass gerade auf die leitenden Pfarrer und die ehrenamtlichen Selbstverwaltungsgremien immer mehr und komplexere Verwaltungsaufgaben zukamen. Mancher Pfarrer mit Leitungsfunktion kommt sich daher heute mehr wie der verantwortliche Manager eines Unternehmens, denn als ein Seelsorger vor.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und den Seelsorgeteams – aber auch den Kirchenvorständen – wirkungsvolle Entlastung bei den administrativen Aufgaben zu geben, beschloss die Bistumsleitung auf der Organisationsebene der Gemeindeverbände für die Pastoralen Räume und Verbünde hauptamtliche Verwaltungsleitungen zu installieren. Allein in der Kirchenverwaltung im Kooperationsraum Mitte des Erzbistums Paderborn wurden bis heute bereits 13 Stellen geschaffen. Zwölf weitere Verwaltungsleitungen nehmen 2021 ihre Arbeit auf. Dann werden bereits drei Viertel der katholischen Gemeindezusammenschlüsse mit dieser neuen Stelle ausgestattet sein.

Umfassende Entscheidungsbefugnisse

„Verwaltungsleitungen sind ein wichtiges Bindeglied zwischen der Seelsorgeeinheit vor Ort und der Kirchenverwaltung in den Gemeindeverbänden. Sie sind auf beiden Seiten ‚am Puls der Zeit‘ und können so koordinieren, entlasten und vermitteln“, stellt Petra Sapp fest. Sie ist bei den Gemeindeverbänden im Kooperationsraum Mitte als Fachbereichsleitung für die Verwaltungsleitungen und den Außendienst in den katholischen Pfarrgemeinden zwischen Hamm und Siegen verantwortlich – darunter auch künftig für Lena Maria Groß-Bölting.

Die Verwaltungsleitungen nehmen in ihrer neuen Funktion eine herausragende Rolle ein. „Bisher waren Außendienstmitarbeiter der Gemeindeverbände in den Kirchengemeinden begleitend und beratend tätig. Die neuen Verwaltungsleitungen erhalten von den Kirchenvorständen und leitenden Pfarrern aber umfassende Entscheidungsbefugnisse z. B. in den Bereichen Haushalt, Personal und Bau “, erklärt Petra Sapp.

Für Lena Maria Groß-Bölting wird es eine große Herausforderung sein, wenn sie im neuen Jahr ihre Stelle in Brilon antritt. „Als Jugendliche war ich Messdienerin im Pastoralen Raum Ruhr-Valmetal. Zudem war ich vor meiner Weiterbildung als Verwaltungsfachwirtin in der katholischen Jugendarbeit tätig“, beschreibt die 29-jährige ihre Beziehung zur Kirche. „Ich freue mich jetzt, dass ich wieder mehr für die Kirche aktiv werden kann und dieses wichtige Engagement mit meiner Arbeit verbinden werde.“ Ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten hat Lena Maria Groß-Bölting bei der Stadt Olsberg absolviert. Danach war sie in der Leistungssachbearbeitung im Jobcenter in Schmallenberg und später in Meschede tätig. Dort ist sie auch später ins Fallmanagement gewechselt. Ihre neue Aufgabe definiert sie insbesondere als Entlastung für die Kirchenvorstände und des Pastoralteams. „Wichtig ist, dass gerade die Seelsorger sich wieder vermehrt auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können und das Ehrenamt entlastet wird“, betont die junge Frau.

Das hofft auch der leitende Pfarrer des Pastoralen Raums Brilon, Propst Dr. Reinhard Richter. „Es ist wichtig, dass die Seelsorger und Kirchenvorstände in unserem Pastoralen Raum entlastet und Aufgaben neu verteilt werden“, sagt er und führt weiter aus: „Die Vielzahl von Regelungen und die immer komplexer werdende Bürokratie verlangt ein sehr konkretes Fachwissen. Wissen, das Frau Groß-Bölting mitbringt.“ Die neue Verwaltungsleitung sei eine „Brückenbauerin“, die sowohl nach Innen als auch nach Außen agiere, so der Propst weiter. Nach Innen arbeite und vermittle sie zwischen den verschiedenen Gremien und Vereinen sowie Mitarbeitenden. Nach Außen agiere sie zwischen dem Pastoralen Raum und beispielsweise dem Generalvikariat, dem Gemeindeverband, den kommunalen Einrichtungen und der Wirtschaft. „Das ist eine vielfältige, aber auch anspruchsvolle Aufgabe“, stellt Propst Dr. Richter fest.

Die Kirche sollte für junge und alte Menschen gleichmäßig attraktiv sein.

Lena Maria Groß-Bölting

Der neuen Verwaltungsleitung wünscht er viel Geduld und Neugier. „Sie muss hier vieles kennenlernen. Sei es die Struktur oder die zahlreichen neuen Menschen. Ich wünsche ihr, dass sie sich nicht überfordert und den Mut verliert“, sagt der Geistliche.

Lena Maria Groß-Bölting freut sich auf ihre neue Aufgabe: „Die Kirche sollte für junge und alte Menschen gleichmäßig attraktiv sein, damit die gut ausgebauten Strukturen der Kirche bestehen bleiben können und weiterhin aktiv genutzt werden. Ich freue mich, dass ich mit meiner Kompetenz und meinem Engagement künftig dazu beitragen kann, die Verantwortlichen in den Gemeinden dabei zu unterstützen“, sagt die neue Verwaltungsleitung.

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