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Briloner Rat entscheidet: Linden in der Karlstraße sollen gefällt werden

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Von: Louisa Frese

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Auf Antrag der Briloner Bürgerliste (BBL) wurde die geplante Fällung der Linden in der Karlstraße nochmal im Stadtrat besprochen. Foto: Kristin Sens
Auf Antrag der Briloner Bürgerliste (BBL) wurde die geplante Fällung der Linden in der Karlstraße nochmal im Stadtrat besprochen. © Kristin Sens

Brilon. In der Karlstraße in Brilon sollen 13 Linden gefällt werden. Jetzt wurde diese Entscheidung nochmal im Rat verhandelt.

Auf Antrag der Briloner Bürgerliste (BBL) wurde die geplante Fällung der Linden in der Karlstraße nochmal im Stadtrat besprochen. Laut der BBL sei die Beseitigung der Bäume nicht nötig.

Nach Beschwerden verschiedener Anwohner wurde, mithilfe eines aufgestellten Kriterienkatalogs, entschieden, dass die Bäume nicht stehen gelassen werden können. Ein Grund ist unter anderem, dass einige Bäume mittlerweile schon doppelt so groß sind wie die Häuser und mit ihren starken Wurzeln Schäden an der Straße verursachen. So sei auch die Barrierefreiheit in der Straße nicht mehr gegeben. Hinzu kommt, dass es sich bei den Bäumen um Sommerlinden handelt und diese noch längst nicht ausgewachsen seien.

Damit gesunde Bäume gefällt werden können, müssen sie verschiedene Punkte im Kriterienkatalog erfüllen. Dazu zählen beispielsweise Aspekte wie die Baumhöhe, der Baumstandort, der Pflegestatus und die Barrierefreiheit. In den verschiedenen Kategorien wird jeder einzelne Baum durch Punkte bewertet und nur, wenn eine Mindestpunktzahl von acht Punkten erreicht wird, darf der Baum gefällt werden. So soll eine Balance zwischen keine Bäume und zu viel Bäume fällen, hergestellt werden. Dieser Kriterienkatalog gilt nur für Straßen- und Laubbäume, die durch viele Schäden oder hohe Belästigung, zum Beispiel durch viel Laub oder dauerhafte Beschattung der Häuser, auffallen.

Antrag mit klarer Mehrheit abgelehnt

Reinhard Loos, Geschäftsführer der Briloner Bürgerliste und Ratsmitglied, prangerte an, dass mit der vorgegebenen Mindestpunktzahl von acht Punkten der Grenzwert sehr niedrig angesetzt wurde. In der Karlstraße würden sieben von den 13 Linden gerade einmal diesen Grenzwert erreichen, so Loos. Laut Christiane Kretzschmar wäre es statistisch gesehen besser gewesen, wenn man statt acht Punkte neun Punkte angesetzt hätte. Den Antrag, den Kriterienkatalog zu verändern und die Punktezahl anzupassen, wurde später mit klarer Mehrheit abgelehnt.

Bürgermeister Dr. Christof Bartsch verteidigte die Regelung und stellte klar, dass auch die Bäume die gerademal den Grenzwert erreichen, eine Belastung für die Anwohner darstellen. Auch aus der CDU- und SPD-Fraktion wurde der Kriterienkatalog und die Fällung der Linden in der Karlstraße unterstützt. Aus der SPD kam der Einwand, dass die Schäden, welche durch die Bäume verursacht wurden, die Verkehrssituation nachhaltig beeinträchtigen.

Lorenz Klaholz (FDP) betonte, dass man nicht nur die sichtbaren Schäden betrachten dürfe, sondern auch unterirdische Leitungen unter den starken Wurzeln der Bäume leiden könnten. Außerdem sei auch festgelegt worden, dass kein Baum gefällt wird ohne einen neuen nachzupflanzen.

Ein, von Reinhard Loos beschriebener Umgestaltungsvorschlag der Straße, zu einer Spiel- oder Einbahnstraße, bei der man dann die Straße verengen könnte und die Bäume so mehr Platz hätten, stieß im Rat auf Widerstand.

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