Automobilgeschichte unterwegs

Lloyd Days zeigen Ästhetik des Automobils in Brilon und im Sauerland

+
Winfried Dickel (links) und Werner Koch (rechts) mit Paul Witteler, dem stolzen Besitzer eines Lloyd Alexander TS.

Brilon. Lloyd – das war die Kleinwagenmarke der legendären Borgward-Gruppe. Vor allem in den Jahren 1951 bis 1961 schrieben diese Fahrzeuge ein wichtiges Kapitel in der deutschen Automobilgeschichte. Die regelmäßig an wechselnden Orten stattfindenden Lloyd-Treffen finden vom 30. Mai bis zum 2. Juni als die legendäre „Lloyd Days“ in Brilon und im Sauerland statt.

Nicht ganz ohne Grund ist die Wahl auf die Hansestadt gefallen. In den fünfziger Jahren war das heutige Autohaus Paul Witteler GmbH die Lloyd-Vertretung in Brilon. Als Massenhersteller und gebaut in Bremen waren die Marken Borgward, Lloyd und Goliath ein Meilenstein in der deutschen Automobilgeschichte. 

„Mein Vater Hans hat damals in seinen jungen Jahren sehr aktiv den Fahrzeughandel betrieben,“ ruft der heutige Firmenchef Paul Witteler die damalige Zeit in Erinnerung und fügt mit einem Lachen hinzu: „Vom Pastor bis Förster hat er die wichtigen Persönlichkeiten in der Stadt und den Dörfern mit den Autos beglückt. Aber in Anbetracht der damaligen Zeiten bot dieses Automobil den bezahlbaren Schritt von dem in der Zeit weit verbreiteten Zweirad auf ein erstes eigenes Auto.“ Mit eben diesen Autos ist auch bei Paul Witteler seine eigene Verbundenheit zu der Marke entstanden: „Als Kind habe ich in einem Lloyd gesessen und bin mitgefahren. Der Bezug ist geblieben und heute kann ich einen Lloyd Alexander TS mein Eigen nennen.“ 

Experten für die Strecke geholt

Mit seinen 25 PS eher für gerade Strecken als für die Sauerländer Berge geeignet, bot dieses Auto aber einen wettergeschützten Transport von Mensch und Material.

Um dieser motorisierten Leistungsbegrenzung gerecht zu werden, hat man für die rund 100 Kilometer lange Sauerland- Tour, die die ausrichtenden Lloyd-Freunde IG an den kommenden Tagen bereisen werden, den erfahrenen Streckenexperten der Briloner Oldtimerrundfahrten, Klaus Andree vom Briloner Automobilclub, mit ins Boot geholt. Gemeinsam mit dem Bruchhausener Autombil-Urgestein Werner Koch haben die drei für die Lloyd-Freunde eine unterhaltsames Brücken-Wochenende vorbereitet. 

Autos brauchen dann und wann auch mal Ersatzteile. Ein Lloyd ist sehr robust und restaurationsfreundlich aufgebaut und alle Karosserieteile bis hin zum Dach sind verschraubt. Der Club unterstützt mit eigenem Lager bei der Teileversorgung. Wenn am Donnerstag die fast 50 Fahrzeuge ihr Stelldichein in Brilons guter Stube, dem Marktplatz, geben, ist im angrenzenden Museumsgarten ein interessantes Ersatzteilangebot zu finden, dass sicher für viele Freunde der alten Technik seinen Reiz bietet. „Diese Autos sind so etwas wie die Dinosaurier der Automobilgeschichte,“ lädt Winfried Dickel vom Briloner Heimatmuseum Haus Hövener zum Vorbeischauen ein: „Wir haben an diesem Tag nicht nur Dinoteile im Keller, sondern eben auch mal in unserem Museumsgarten.“ So wird neben diesem Highlight das gesamte diesjährige Motto „Eine Lloyd Zeitreise“ auch 60 Jahre, nachdem diese sympathischen Autos über die Straßen gerollt sind, auch heute noch ein Lächeln in das Gesicht der Betrachter zaubern und hier und da Erinnerungen wachrufen, die vielleicht auch zum Erzählen animieren. 

Die Automobilmarke aus der Wirtschaftswunderzeit wird von einer stetig steigenden Zahl von Enthusiasten und Liebhabern im Andenken erhalten. Allen voran die Lloyd-Freunde, deren Mitgliederzahl auf über 420 angewachsen ist. Sie freuen sich über jede Lloyd-Geschichte und Tipps und Tricks zum Thema Lloyd werden gerne weiter gegeben.

Standorte der Lloyd-Fahrzeuge 

• Donnerstag, 30. Mai, 13 bis 17 Uhr: Marktplatz Brilon 

• Freitag, 31. Mai, 9 bis 9.15 Uhr: Autohaus Witteler Brilon, Möhnestraße 54 

• 11.30 bis 13.15 Uhr: Fährhaus Diemelsee 

• 14.45 bis 16.45 Uhr: Brauerei Westheim 

• Samstag, 1. Juni, 14 bis 16 Uhr: Kahler Asten 

• Sonntag, 2. Juni, 11 bis 13 Uhr: Curioseum Willingen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare