Sorge um Armut im Alter

Mahnwache "Fridays gegen Altersarmut" in Brilon

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Immer wieder gesellten sich Leute zu den Teilnehmern der Mahnwache „Fridays gegen Altersarmut“ und sprachen über ihre finanziellen Sorgen und Probleme im Alter oder nahmen sich den ausgelegten Forderungskatalog der Bewegung mit.

Brilon - Mit zehn Forderungen auf der Agenda machten gut 20 Teilnehmer bei der Mahnwache „Fridays gegen Altersarmut“ auf dem Marktplatz auf die Ungerechtigkeiten der finanziellen Altersversorgung aufmerksam.

Diese waren: 

Einführung eines solidarischen Rentensystems, in das jeder einzahlt

Steuerbefreiung auf Rentenauszahlungen

Strafen bei Zweckentfremdung von Rentengeldern

gleiches Recht für EU-Bestandsrentner und Menschen mit Behinderungen

sofortige Rücknahme der Agenda 2010

Einführung einer Reichensteuer

befristetes Übergangsgeld für ehemalige Land- und Bundestagsabgeordnete, Minister und Bundestagspräsidenten und die sofortige Abschaffung horrender Pensionen auf Lebenszeit

Strafen auf Steuerverschwendung mit Haftung der Verantwortlichen

keine Anrechnung von Kindergeld und Unterhaltszahlungen als Einkommen bei staatlichen Hilfeleistungen

gesetzliche Reglung zum Verbot der Lebensmittel-Entsorgung durch den Einzelhandel, nach dem französischem Vorbild.

Die Einigung zur Grundrente sieht die Gruppe „Fridays gegen Altersarmut“ als Augenwischerei. Auf 37 Millionen gesetzlich Versicherte, die in das Rentensystem einzahlen, kommen weit über eine Millionen Menschen, die keine Beiträge leisten, so die Gruppe. Beamte, Politiker oder zum Beispiel Lehrer seien im Alter meist deutlich besser abgesichert als Angestellte. 

Am Petrusbrunnen vor dem Rathaus tauschten sich die Besucher aus und waren sich einig: „Nach einem langen Arbeitsleben bleibt einfach zu wenig im Geldbeutel, um in Würde den Ruhestand zu genießen.“ Organisator Norbert Freiberg betonte deutlich: „Es geht hier ausschließlich um das Thema. Politische Diskussionen sind nicht erwünscht. Wir kämpfen hier auch für die junge Generation.“ Selbst konnte Freiberg in seinem Berufsleben sich eine finanzielle Vorsorge aufbauen und wird deshalb eher nicht von der Altersarmut betroffen sein. Diese Möglichkeit habe jedoch nicht jeder Angestellte: "Teilzeitarbeitende, schlecht bezahlte Berufsgruppen oder von Krankheit Betroffene kommen während des Arbeitslebens schon nur knapp über die Runden."

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