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Maskenpflicht ist zurück: Schulleiter berichten über die aktuelle Corona-Lage

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Von: Stefanie Schümmer

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Forderung nach erneuter Maskenpflicht an Schulen
Die Maskenpflicht ist in die Schulen von NRW zurückgekehrt. © Patrick Pleul

Die Maskenpflicht am Sitzplatz in den Schulen gilt seit Donnerstag wieder in NRW – seit der Bund-Länder-Konferenz kehrt die Regelung auch bundesweit zurück. Doch ist das überhaupt eine große Veränderung für die Schulen? Haben die Schüler vorher auf das Tragen einer Maske im Unterricht verzichtet? Und wie hat sich das Infektionsgeschehen an den Schulen entwickelt?

Verbreitungsgebiet – Der SauerlandKurier hat bei den Verantwortlichen einiger Schulen im Verbreitungsgebiet nachgefragt.

War oder sind die Schulen bereits von Corona-Ausbrüchen betroffen?

Der Wegfall der Maskenpflicht habe bislang nicht zu Ausbrüchen in Schulen im Hochsauerlandkreis geführt, so HSK-Pressesprecher Martin Reuther. „In fast allen Fällen sind es nur einzelne betroffene Personen. Wenn keine Maske getragen worden ist, führt dies nur oft zu einer Quarantäneanordnung durch das Gesundheitsamt.“ Dies bestätigten auch die befragten Schulleiter. So habe es zum Beispiel am Carolus-Magnus-Gymnasium in Marsberg eine positiv getestete Lehrkraft und 25 Schüler seit Beginn des Schuljahres gegeben. An der Sekundarschule Olsberg-Bestwig seien es lediglich zwei infizierte Schüler gewesen. „Lehrer waren nicht betroffen, da wir eine fast 100-prozentige Impfquote im Kollegium haben“, berichtet Schulleiter Michael Aufmkolk. Eine sehr große Impfbereitschaft unter dem pädagogischen Personal und in der gymnasialen Oberstufe konnte auch die Uplandschule in Willingen feststellen. „Die Jugendlichen ab zwölf Jahren erhalten nun nach und nach auch die zweite Impfung, sodass sich die genannten Fälle derzeit in den unteren Klassen auffinden“, erklärt Schulleiterin Barbara Pavlu.

Einen Anstieg der Corona-Fälle konnte jedoch die Marienschule in Brilon in den vergangenen drei Wochen beobachten. Schulleiter Jürgen Mehler: „Zurzeit befinden sich etwa vier bis fünf Schüler in häuslicher Quarantäne, weil sie sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Dabei erleben wir eine hohe Zuverlässigkeit der Selbsttests, die immer wieder infizierte Schüler anzeigen, die selbst noch nichts von der Erkrankung ahnen.“

Haben die Schüler freiwillig Masken im Unterricht getragen, bevor es wieder verpflichtend wurde?

Das hessische Ministerium hatte die Maskenpflicht bereits am 25. November wieder eingeführt. „Unser Ministerium hat nach den Herbstferien zwei Präventionswochen mit dreifacher Testung in der Woche und Maskenpflicht am Platz angeordnet. Nach diesen zwei Wochen wurde zwar die Maskenpflicht am Platz aufgehoben, aber der Testrhythmus beibehalten“, berichtet Barbara Pavlu von der Willinger Uplandschule. „Die Lehrkräfte und Schüler waren sehr umsichtig und haben vielfach auch freiwillig die Maske getragen.“ Auch im HSK bestätigen die Schulen dieses Bild: Trotz Ende der Maskenpflicht trugen viele Schüler weiterhin im Unterricht eine Maske. „Nur vereinzelt nahmen Schüler die Maske konsequent ab. Viele Schüler nahmen sich jedoch zwischendurch, besonders wenn gelüftet wurde, eine Maskenpause“, teilt beispielsweise der stellvertretende Leiter der Realschule der Stadt Meschede, Gregor Vogt, mit.

Im Hinblick auf die steigenden Infektionszahlen, ist die Rückkehr zum Distanzunterricht eine Alternative?

Alle befragten Schulen wünschen sich weiterhin den Präsenzunterricht. Besonders bei den Grundschulen sei der Online-Unterricht eine Alternative, die nur im absoluten Notfall nochmal in Betracht gezogen werden sollte. „Besonders für die jüngeren Schüler ist der persönliche Kontakt und der direkte Zuspruch im Präsenzunterricht sehr wichtig“, verdeutlicht Monika Aßheuer-Waller, Schulleiterin der St.-Engelbertschule in Brilon und ihre Kollegin von der Schule unter dem Regenbogen in Meschede, Tanja Wichmann, bestätigt: „Der Präsenzunterricht ist für uns als Grundschule sehr wichtig und wir sind froh, dass wir ihn mit den gegebenen Hygiene- und Testregeln gut bewältigen können.“ Eine andere Idee kommt von Franz-Josef Killing vom Berufskolleg Brilon. Auch wenn der Distanzunterricht an seiner Schule wenig Probleme verursacht habe, schlägt er vor, die Schüler eine Woche vor Weihnachten wieder eher in die Ferien zu schicken. Dieses Vorgehen wird derzeit auch von der NRW-Landesregierung geprüft.

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