Festival der Begegnungen

„Mentsh! – Jüdisches Leben in Deutschland“: In Brilon startet Themenmonat

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Bürgermeister Dr. Christof Bartsch (vorne, mittig) und das Briloner Kulturbüro stellten das Programm des Themenmonats „Mentsh! 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ gemeinsam mit Vertretern von der Heinrich-Lübke-Schule, vom Jugendparlament Brilon, von der Evangelischen und Katholischen Kirche Brilon, vom Männerchor Brilon, von der Servicestelle für Antidiskriminierung, vom Stadtarchiv, von der Stadtbibliothek und vom Museum Haus Hövener vor.

Mentsh 2021 – Das Festival der Begegnungen: Bundesweit finden Veranstaltungen statt, die an 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland erinnern und zu Recht findet sich das Wort „Mentsh“ in dem Namen dieser Veranstaltungsreihe wieder.

Brilon – Denn der Begriff „Mentsh“ kommt aus dem Jiddischen (eine der drei jüdischen Sprachen) und bedeutet mehr als nur Mensch. Hier geht es weit über die Sammelbezeichnung für uns Menschen hinaus, denn das Wort umschreibt eine Person, die sich durch große Menschlichkeit auszeichnet.

Auch in Brilon finden vom 30. September bis 30. November Ausstellungen und Veranstaltungen statt, die sich in die Fülle der bundesweiten Aktionen einreihen. Beim Pressegespräch im Bürgerzentrum Kolpinghaus Brilon wurde jetzt das Programm für den Themenmonat „Mentsh! – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ vom Kulturbüro „Brilon Kultour“ und den beteiligten Institutionen vorgestellt.

Seit 1700 Jahren leben nachweislich Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Vor etwa 400 Jahren siedelten sich die ersten Juden in Brilon und auch vorrangig in Alme, Madfeld und Messinghausen an.

Da die Zeitzeugen langsam aussterben, ist es wichtig, dass wir Zeugen der Zeugen bleiben.

Bürgermeister Dr. Christof Bartsch

Für Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch steht die Erinnerung an die jüdische Gemeinde in Brilon und deren Mitglieder im Vordergrund. Die Schrecken des Nationalsozialismus und das unermessliche Leid, das über die jüdischen Mitbürger hereinbrach, darf nicht vergessen werden und ist Teil einer Erinnerungskultur. „Da die Zeitzeugen langsam aussterben, ist es wichtig, dass wir Zeugen der Zeugen bleiben“, betonte Dr. Bartsch. „ Die antisemitischen Aktionen, die immer wieder stattfinden, zeigen die Fragilität all dessen, was wir tun. Sie sind nicht nur Angriffe auf die Opfer, sondern auch auf den Frieden und die Demokratie.“

Programmpunkte

30. September, Beginn 19 Uhr, Bürgersaal Rathaus: „Raus aus den Schubladen – Rein in die Köpfe“: Das verdeutschte Jiddische in Schrift und Bild mit Frank Schablewski

30. September bis 30. November: Ausstellung „Jüdische Gesichter Brilons“ an den Fenstern des Bürgerzentrums Kolpinghaus Brilon

30. September bis 30. November: Ausstellung „Jiddismen – deutsche Worte mit jüdischen Wurzeln“ in den Fenstern des Rathauses und in der Stadt

1. bis 15. Oktober: Kunststück der Woche im Lädchen: „Thomas Mann“ von Milein Cosman

28. Oktober bis 22. November: Ausstellung „Jüdische Gesichter Brilons“ im Rathausfoyer

3. November, Beginn 10 Uhr, Bürgerzentrum Kolpinghaus Brilon: Junges Theater „Anne Frank“ mit dem Theater „Artisanen“

7. November, Beginn 17 Uhr, Evangelische Stadtkirche: Männerchor 1868 Brilon: Konzert „gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“

9. bis 30. November: Ausstellung im Foyer Museum Haus Hövener: „Jüdisches Leben in Brilon und den Ortschaften ab 1800“

9. November, Beginn 19 Uhr: „Weg des Gedenkens“ veranstaltet von der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde und dem Jugendparlament

12. bis 26. November: Kunststück der Woche im Lädchen: Lithographie von Joseph Abraham Friedländer

13. November: Living Museum von 10 bis 13 Uhr auf und um den Marktplatz, Schüler und Schülerinnen der Heinrich-Lübke Schule zeigen Gesichter

30. November, Beginn 19 Uhr, Evangelische Stadtkirche Brilon: Konzert für Viola und Orgel mit Musik jüdischer Komponisten

Karten

Der Besuch aller Ausstellungen und Veranstaltungen ist kostenfrei. Karten für das Theaterstück und das Abschlusskonzert können bei Brilon Kultour unter Tel. 02961/969950 oder per E-Mail an kultur@brilon.de erworben werden.

Briloner Heimatbund

Der Briloner Heimatbund Semper Idem bietet zudem noch folgende Veranstaltungen an:

  • Tagesfahrt nach Dortmund zur Steinwache (Mahn- und Gedenkstätte)
  • Themenführungen in der Briloner Innenstadt
  • Radtour nach Alme und Madfeld zu den Gedenkstätten
  • Aufspüren jüdischen Lebens in dem interaktivem Stadtmodell

Weitere Infos im Internet: www.brilon-kultur.de

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