Individuelle Förderung

Modern und funktional: Differenzierungsraum der Sekundarschule Brilon eingeweiht

+
Die Schulleiterin Anja Strube weihte den neuen Differenzierungsraum für die zehnten Klassen der Sekundarschule am Steinweg ein.

Brilon - Schüler sitzen in kleinen Gruppen in Nischen, die Köpfe gebeugt über Bücher, Arbeitsblätter oder Laptops. Die Stimmen sind gedämpft, dank der guten Schallschutztechnik. Modern, funktional und dennoch einladend ist der neue Differenzierungsraum für die zehnten Klassen der Sekundarschule am Steinweg (Heinrich-Lübke-Schule).

Hier wurde aber nicht nur eine Räumlichkeit renoviert, sondern ein neuer „dritter Pädagoge“ geschaffen, wie Schulleiterin Anja Strube erläuterte. Denn die Lernumgebung sei genauso wichtig wie der Lehrer und das Lernmaterial. Anlässlich der Einweihung des Differenzierungsraums erläuterte die Schulleiterin nochmals das didaktische Konzept der Sekundarschule. 

Als vor sechs Jahren die Sekundarschule an den Start ging, war vor allem eines gefragt: Differenzierung - um allen Schülern mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen gerecht zu werden. Seither ist die Schule einen weiten Weg gegangen: Weg von der Halbtags- zur Ganztagsschule, weg von den einheitlichen Lehrformaten, hin zur individuellen Förderung. 

Die Schulleiterin nahm sich den Grundsatz des renommierten Erziehungswissenschaftlers Michael Schratz zu Herzen: „Lernen ist das persönlichste auf der Welt“ - und hospitierte in einer isländischen Schule. Ein Glücksfall für die Schule war auch, dass sie Ulrike Sziegoleit-Skupin als didaktische Leitung engagieren konnte. Denn diese hatte bereits in Bremen für das Fach Mathematik ein Kompetenzraster entwickelt, welches sie nach Brilon mitbrachte. 

Die Sekundarschule setzt auf Differenzierung. 

Zunächst wurden Lernmaterialien mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für die Kernfächer Mathe, Englisch und Deutsch entwickelt, doch inzwischen ist der „Zug“ des individuellen und differenzierten Lernens bei den Nebenfächern angekommen; demnächst werden auch die Naturwissenschaften „zusteigen“. 

Am Anfang sei das schon ein erheblicher Mehraufwand für die Lehrer gewesen, aber nachdem die Materialien erstellt sind, bedeute diese Art des Unterrichtens eine deutliche Arbeitserleichterung, erklärte Strube. 

An der Briloner Sekundarschule steht das selbständige, eigenverantwortliche Lernen im Vordergrund. Dazu gibt es einen Vormittag in der Woche eine „Lehrwerkstatt“, welche die Schüler individuell nutzen können. Einige Schüler bleiben im Klassenraum, andere weichen in den Differenzierungsraum aus, um ungestört arbeiten zu können. Während die einen sich mit Englisch beschäftigen, bearbeiten andere Mathegleichungen. Hier werden geometrische Figuren gezeichnet, da werden Spanisch-Vokabeln für den nächsten Test geübt. 

Durch die selbstbestimmte Auswahl der Lernmaterialien - darunter auch Aufgaben, die zurückgreifen (Lernstoff der vorigen Klasse) und andere, die auf Gymnasialniveau etabliert sind - lernen die Schüler mit der Zeit, ihre eigenen Kompetenzen besser einzuschätzen. Lücken können aufgearbeitet werden - genauso, wie „Überflieger“ vorarbeiten können. Die Balance zwischen Fördern und Fordern sollen die Schüler selbst finden. Allerdings stehen die Pädagogen beratend und begleitend zur Seite. 

„Die Klassen 5 bis 9 haben ihre Differenzierungsräume bereits, angegliedert an ihre jeweiligen Klassenräume. Für die 10. Klassen war allerdings nicht mehr genug Platz. Deshalb haben wir hier einen großen Raum für alle 10. Klassen geschaffen“, erläuterte die Schulleiterin. Denn die ursprünglich dreizügig gestartete Schule fährt mittlerweile vierzügig. Die Klassen 5 bis 7 sind im Schulzentrum untergebracht, die Klassen 8 bis 10 in der Heinrich-Lübke-Schule im Steinweg. „Mit der Fertigstellung des Differenzierungsraums für die zehnten Klassen haben wir alle großen Baustellen erst einmal geschafft“, freute sich Anja Strube.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare