Unkrautvernichter soll nicht mehr eingesetzt werden

Nach Einsatz bei Spielplatz: Rat Brilon beschließt Verbot von Glyphosat

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Im Briloner Stadtgebiet darf ab sofort kein Glyphosat mehr eingesetzt werden.

Brilon. Nachdem in der vorherigen Woche Bauhof-Mitarbeiter den Unkrautvernichter „Round Up“ bei einem Spielplatz am Kalvarienberg aufgetragen hatten, war dieses Vorgehen am vergangenen Donnerstag Thema im Rat der Stadt Brilon.

Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Stadtrates, dass im Stadtgebiet ab sofort dieses Herbizid nicht mehr eingesetzt werden darf. Auch beauftragte Dienstleistungsunternehmen müssen sich an dieses Verbot halten. Hiermit bekräftigten die Ratsmitglieder die interne Anweisung des Bürgermeisters, nachdem er Kenntnis über den Fall erlangt hatte. Ob Glyphosat in Zukunft grundsätzlich nicht mehr angewandt wird, soll jetzt der Ausschuss für Forst, Umwelt und Landwirtschaft entscheiden. 

Auf Anfrage der BBL-Fraktion teilte Beigeordneter Reinhold Huxoll mit, dass pro Jahr nur unter 20 Liter Herbizide in der Stadt aufgetragen werden. Dies allerdings nur auf intensiv genutzten Gartenflächen und nicht auf öffentlichen Wegen, Sportplätzen und Spielplätzen. Die Verwaltung verteidigte das Vorgehen im vorliegenden Fall, da das Mittel nur außerhalb der Zäune angewendet wurde und dieses somit zulässig gewesen sei. 

„Wo gespritzt werden sollte, ist gespritzt.“

BBL-Abgeordnete Christiane Kretzschmar kritisierte diese Argumentation. Gerade der Zaun sei für viele Kinder eines der „attraktivsten“ Elemente auf dem Spielplatz. Als direkte Anwohnerin könne sie immer wieder beobachten, wie die Kinder darauf klettern. Für sie gehörten auch die Randbereiche mit zum Spielplatz, daher plädiere sie dafür diese Unkrautvernichter am besten überhaupt nicht mehr zu verwenden. Auch ihr Fraktionskollege Reinhard Loos kritisierte das Vorgehen und nannte die Argumentation eine „Verharmlosung der Verhältnisse“. 

SPD-Ratsherr Hubertus Weber bekannte sich dazu, dass Glyphosat in seinen Augen grundsätzlich überflüssig sei und es gut wäre, wenn darauf verzichtet würde. Allerdings kritisierte er das Agieren der BBL, da diese immer wieder betone, Glyphosat sei unmittelbar auf dem Spielplatz aufgetragen worden und somit die Fakten falsch darstelle. Sein Fraktionskollege Wolfgang Kleineberg betonte, dass es symbolisch ein guter Akt wäre auf Glyphosat zu verzichten, rief aber auch zur Nüchternheit auf. Bei der Diskussion müsse man auch „die Kirche im Dorf lassen“. 

Nach Meinung von CDU-Stadtrat Michael Hilkenbach bringt der beschlossene Antrag für dieses Jahr allerdings nicht mehr viel: „Wo gespritzt werden sollte, ist gespritzt.“ Viel Wachstum gäbe es jetzt nicht mehr.

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