Nachtbus vor dem Aus

"Quo vadis Nachtbus?" -Diese Frage stellte sich der Briloner Haupt- und Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend. Hatte die Linie N4 im Jahr 2009 der Stadt Brilon noch einen Zuschuss von 17.790 Euro bei 1667 Fahrgästen gekostet, stieg der Zuschussbedarf 2010 auf 23.720 Euro bei 1654 Gästen an.

2009 bedeutete es pro Person 10,67 Euro, im Jahr 2010 13,78 Euro. Gregor Speer (RLG) stellte den Mitgliedern des Ausschusses vier Varianten des Buseinsatzes vor, die weniger kostenintensiv wären. Eine Möglichkeit, nur Brilon, Gudenhagen und Brilon-Wald anzufahren, überzeugte nicht, ebenso wenig die Variante, Alme, Scharfenberg und Thülen miteinzubeziehen. Auch eine Anbindung an den NE14PB nach Bad Wünnenberg - Paderborn war im Angebot.

Das Verhalten junger Leute sei heute anders als noch vor ein paar Jahren. Die nehmen lieber ein Großraumtaxi und sind dann unabhängig von festen Fahrzeiten sofort zuhause vor der Tür, gleichzeitig bestimmen sie die Uhrzeit der Fahrt individuell, war man sich einig. Ludger Böddeker (SPD): "Man sollte den Nachtbus sterben lassen." Das sah die große Mehrheit genauso. Eberhard Fisch (CDU) favorisiert eine von der RLG angebotene Variante, wonach der Nachtbus als veranstaltungsbezogener Verkehr die Stadt mit den Dörfern verbindet. Bürgermeister Franz Schrewe: "Damit würden wir eigene Veranstaltungen in Brilon stärken." Zusammen mit der RLG soll ein Plan aufgestellt werden, welche eigenen Veranstaltungen man künftig bedienen will. Damit ist der Nachtbus in seiner jetzigen Form wohl gestorben.

Überdies stand die Neufassung der Satzung über das Friedhofs- und Bestattungswesen sowie Neuregelung der Erhebung von Gebühren sowohl für Friedhöfe als auch für Kapellen im Fokus. Die Gebühreneinnahmen sanken wegen des steigenden Anteils von Urnenbestattungen und anderen Kostensteigerungen auf einen Deckungsgrad von unter 60 Prozent. In Beratungen der Verwaltung mit der Friedhofskommission wurde eine Novellierung erarbeitet, um die Einnahmen zu erhöhen. Die Stadt unterhält acht städtische Friedhöfe und 14 Leichenhallen. Der Ausschuss stimmte der neuen Satzung nebst Friedhofsgebührensatzung zu und beauftragte gleichzeitig die Verwaltung, dem Rat erneut eine Anpassung vorzulegen, sollte der Kostendeckungsgrad wieder unter 80 Prozent sinken.

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