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Naturschützer machen mit Unterschriftenliste weiter gegen Ferienanlage am Kahlen Hohl mobil

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Auf einer Freifläche zwischen Petersborn und Gudenhagen, östlich von „Kahlen Hohl“, möchten Investoren ein Feriendorf mit Hotel errichten.
Auf einer Freifläche zwischen Petersborn und Gudenhagen, östlich von „Kahlen Hohl“, möchten Investoren ein Feriendorf mit Hotel errichten. © Kristin Sens

Starkes Statement: 698 Brilonerinnen und Briloner machen sich gegen den Bau einer Ferienanlage am „Kahlen Hohl“ in Gudenhagen-Petersborn stark. 

Gudenhagen-Petersborn – Insgesamt unterstützen 1212 Personen auf Initiative des Vereins „Naturschutzgebiet Gudenhagen-Petersborn“ die Petition, die sich auch im Internet wiederfindet und einer „geplanten Zerstörung des schützenswerten Biotops Östlich am Kahlen Hohl“ vorbeugen will. Dem Investor soll die „Pflege“ des Grundstücks entzogen werden, so der Wunsch aller an der Petition Beteiligten.

Der Verein „Naturschutzgebiet Gudenhagen-Petersborn“ fordert auf dieser Grundlage jetzt den Rat der Stadt Brilon und die Bezirksregierung Arnsberg auf, das schützenswerte Biotop zu erhalten. Die gesamte vom LANUV kartierte Fläche, auf der Pflanzen wachsen, die unter prioritärem Lebensschutz nach FFH Richtlinie stehen, muss geschützt werden, so die Forderung. Der Rat der Stadt solle deshalb die Verwaltung beauftragen, Alternativflächen für eine Ferienanlage mit reduzierter Gastronomiefläche zu suchen.

Wir fordern den Bürgermeister der Stadt Brilon auf, den Antrag auf Ausnahmegenehmigung zurückzuziehen.

Joachim Schulte,  Vorsitzender Verein „Naturschutzgebiet Gudenhagen-Petersborn“

„Wir fordern den Bürgermeister der Stadt Brilon auf, den Antrag auf Ausnahmegenehmigung zurückzuziehen“, machte der Vorsitzende des Vereins, Joachim Schulte, deutlich.

Die geplante „Sodenverpflanzung“ von rund 20.000 Quadratmetern wertvoller Biotopfläche von einer Nordhanglage, die von Quellen durchzogen ist, auf eine Südhanglage, die in einer Windschneise liegt, werde nicht erfolgreich sein, mahnt der Verein an.

Zudem wachse auf diesem Gelände eine Tannbaumschonung, eine Monokultur, die durch zusätzliche Düngung den Boden seit Jahren schädige. Die Vereinsvertreter verweisen zudem darauf, dass der Naturschutzbeirat des Hochsauerlandkreises eine derartige „Verpflanzung“ abgelehnt habe – Experten würden keinerlei Erfolgsaussichten einer Sodenverpflanzung sehen, heißt es weiter. Der Klimawandel hat in den letzten Jahren so deutlich zugenommen (mehrere heiße Sommer hintereinander/Trockenheit), dass seine Folgen gerade auch in Brilon (Borkenkäferbefall) unübersehbar sind. Zudem hat die EU die Bundesrepublik Deutschland verklagt, weil Sie zu wenig FFH Flächen ausweist.

„Es ist dringend geboten, auch von politischer Seite dem Naturschutz (Umwelt-, Klima-, Artenschutz) mehr Gewicht zu verleihen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Brilon fordern dies ein. Das Gelände soll im Besitz der Stadt Brilon verbleiben und in das „Tourismuskonzept“ für einen naturnahen Tourismus einbezogen werden. Wir bringen uns als Naturschutzverein sehr gerne in eine solche Konzeption mit ein“, so Joachim Schulte in seinem Abschlussstatement deutlich.

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