„Global denken – lokal handeln“

Netzwerk "Brilon aktiv" präsentiert erste Ausstellung "Stadt - Wald - Leben" im Haus Hövener

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Die Früchte der Projektarbeit im Netzwerk „Brilon aktiv“ können ab sofort in der Ausstellung „Stadt – Wald – Leben“ im Museum Haus Hövener begutachtet werden.

Brilon - Dass Bildung nicht im Klassenzimmer endet, sondern im Erleben der Natur mit allen Sinnen erst richtig beginnt, beweist das erste gemeinsame Projekt von Schulen und außerschulischen Partnern im Netzwerk „Brilon aktiv“. Die Ergebnisse wurden nun in einer Ausstellung unter dem Motto „Stadt – Wald – Leben“ im Museum Haus Hövener präsentiert.

Ausnahmsweise nicht mit dem Esel, dem heimlichen Wappentier Brilons, sondern einer Herde Lamas aus Peru ging es für die Klasse 1b der Grundschule in Hoppecke auf eine Wanderung durch Wiesen und Wälder; die Kinder der Grundschule Thülen hingegen erfuhren durch den Bau einer kleinen Biogasanlage, „was man mit Energie so alles anstellen kann“, erzählt Schüler und „Energiescout“ Noah; einige weitere Schüler der Georg-Friedrich-Daumer-Schule berichten vom Projekttag mit dem Kneippverein im Kurpark: „Beim Yoga machten wir die Sonne und den Baum“ (Manuel); „Wir durften Kräuter pflanzen und daraus auch eine eigene Limo herstellen“ (Leonie). 

Während die Kinder mit leuchtenden Augen von ihren Eindrücken und Erfahrungen der einzelnen Projekte im Netzwerk „Brilon aktiv“ berichten, wird zugleich die Intention dahinter deutlich: Junge Menschen sollen die Natur wieder als „sinnliches Erfahrungs- und Experimentierfeld“ begreifen und ein „Lernen in Aktion“ verspüren, erklärt Friedel Schumacher, Koordinator von „Brilon aktiv“. 

Sehen- Fühlen - Riechen - Schmecken: Die Schüler durften im Rahmen des Projekts auf Tuchfühlung mit der Natur gehen. 

„Brilon aktiv“ ist das erste städtische Netzwerk im gesamten Hochsauerland im Rahmen der NRW-Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit (BNE) 2016 - 2020“ (SauerlandKurier berichtete). Dem Briloner Netzwerk gehören derzeit fünf Schulen (Georg-Friedrich-Daumer-Schule, Grundschulverbund Thülen-Alme-Hoppecke, Marienschule, Grundschule St. Engelbert, Hans-Zulliger-Schule) und sieben außerschulische Lernorte (Lernort Alme/Alme AG, Museum Haus Hövener/Heimatbund Semper Idem, Ranger Landesbetrieb Wand und Holz NRW, Naturschule Hochsauerland, Lama-Trek Hoppecke, Stadtbibliothek Brilon, Kneippverein Brilon) an. 

Die Umwelt aktiv mitgestalten

Ziel sei es, dass Kinder durch Exkursionen und außerschulische Aktivitäten die Erfahrung machen, ihre Umwelt aktiv gestalten und beeinflussen zu können, dass sie lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen – „das geschieht, wenn wir Erwachsenen ihnen Freiraum lassen und ihnen was zutrauen“, appelliert Schumacher. „Andere Kulturen begreifen und akzeptieren, global denken und lokal handeln, auch im Zeichen des Klimaschutzes und für nachwachsende Generationen – all das vereint BNE. BNE ist nicht nur Umwelt-, sondern auch Herzensbildung mit ethischer Dimension“. 

So soll vor allem ein „Wir-Gefühl“ erzeugt werden – ein Leitgedanke, der auch im kommenden Jahr durch das Netzwerk bei den Hansetagen weitergetragen werden könnte, ergänzt Horst Frese, Leiter der AG der Heimatbünde im Altkreis Brilon. 

Ein ebenso bedeutsames Datum für das Netzwerk „Brilon aktiv“ wird dann der 16. September 2020 sein, wenn unter 525 Schulen, 22 Kitas und 22 Netzwerken in NRW die Auszeichnungen der Projektarbeiten stattfinden. 

Carsten Schlömer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Haus Hövener und eine der treibenden Kräfte des Projekts, betonte die Bedeutsamkeit der Zusammenarbeit mit den Schulen: „Die drei Säulen von Museen, nämlich Sammeln – Bewahren – Erforschen, müssen auch weitergegeben werden – da dürfen Bildung und Pädagogik nicht fehlen.“ 

Bildungs-Impulse, die nicht nur aus Lehrbüchern, sondern dem Klassenzimmer des Waldes und der Stadt kommen; Impulse, aus denen Ausstellungsstücke werden, liefere das Projekt von „Brilon aktiv“ laut Bürgermeister Dr. Christof Bartsch. „Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist in der Gesellschaft derzeit sehr präsent – nachhaltiger als Bildung scheint mir aber nichts zu sein.“

Die Ausstellung ist noch bis Mitte Januar zu den regulären Öffnungszeiten des Museums Haus Hövener (dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr) für die Öffentlichkeit bei freiem Eintritt zugänglich.

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